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Monat: Juli 2016

Buddha und China

Nach nun langer Pause veröffentliche ich nun wieder etwas mehr oder weniger Spannendes. Wer etwas lesefaul ist, scrollt zum 22.07.16, das ist der vielleicht spannendste Bericht.

03.07.16
ESSEN. Ganz viel Obst zum Frühstück, njam tut gut. Den Rest des Tages verbringe ich hauptsächlich mit dem Video und dem Blog.

04.07.16
Heute habe ich angefangen Mei Hua Quan zu lernen. Andi hat mir die fünf Positionen gezeigt. Sie sind sehr anstrengend und tun gut. Sie erfordern Kraft, Entspannung und Dehnung zu gleich. Da es bis her nur statisch ist, fühlt es sich etwas wie Yoga an. Es öffnet meinen Körper und fühlt sich stärkend an. Mir fällt es schon direkt wieder schwer nicht zu viel zu essen …

05.07.16
Teil des morgendlichen Trainings war Unkraut jäten. Unser Trainingground ist zugewuchert und es muss wieder etwas Platz geschaffen werden. Auch mal eine nette Abwechslung.
Heute gab’s mal wieder ein Meeting. Nachdem sich zwei Schüler über ein paar Sachen in der Schule beschwert haben, hat Shifu mal wieder ein einige Dinge aufzeigen müssen. Ich denke es ist gut immer mal wieder die Leute daran zu erinnern was sie teilweise als gegeben hinnehmen.
Ich fühle mich mit meinem wehtuenden Fuß etwas eingeschränkt. Gerne würde ich laufen können. Ich mache möglichst stationäre Übungen.

06.07.16
Heute gab’s mal wieder Sparring. Ich habe recht unfreiwillig gegen einen der Russenjungs gekämpft. Schon bevor der Kampf los ging, hatte ich das Gefühl, dass ich auf die Fresse kriegen werde. Er ist groß, stark und ich war mir sicher, dass er nicht davor zurück schreckt auch seine Kraft voll zu nutzen. Bisher habe ich solche Gegner vermieden. Also war es jetzt an der Zeit so einem Gegner entgegen zu treten. Der Kampf ging nicht mal 30 Sekunden, da hab ich einen guten Schlag auf die Nase gekriegt und habe mal wieder ein wenig geblutet. Passiert. Jetzt ist meine Nase glaube ich etwas gerader als davor.
Paul hat heute Geburtstag und es gab zum Abendessen mal wieder eine Sahnetorte. Und wieder konnte ich dem Zucker nicht widerstehen. Viele hatten Spaß sich gegenseitig Torte ins Gesicht zu schmieren. Zum Glück wurde ich mit meiner kaputten Nase verschont.

Buddha Statue Shaolin Tempel Dengfeng WangZhiGou
Buddha Statue

07.07.16
Liebes Tagebuch, heute habe ich dir nicht viel zu erzählen. Die Sonne scheint nicht. Mir geht es normal gut. Training setzt sich fort. Ich schreibe täglich ein paar Zeilen.
Mei Hua Quan war heute der Großteil meines Powertrainings. Es tut unglaublich gut. Ich habe das Gefühl gewisse Inbalancen meines Körpers mit den Übungen ausgleichen zu können.

08.07.16
Ich lese freudig die Email von Rene, einem Freund und ehemaligem Praktikanten, in der er mir von seiner Vipassanaerfahrung berichtet. Plötzlich flackert mein Bildschirm. Dann ist alles schwarz. Mein Laptop ist kaputt. Okay, eine weitere Herausforderung zu meistern. Kurz ein paar Mails von Andys Rechner versendet um meine, hoffentlich temporäre, Kommunikationsunfähigkeit mitzuteilen.
Und mal wieder frage ich Josh um Hilfe für mich auf Chinesisch zu reden. Also geht es morgen mit ihm nach Dengfeng zum Apple Store.

09.07.16
Auf nach Dengfeng. Im Apple Store fällt die Kommunikation nicht so leicht. Der Verkäufer hat einen starken Dialekt, den Josh nicht versteht. Der Computer hilft beim übersetzen. Letztendlich lasse ich meinen Laptop mit einem mäßig gutem Gefühl vor Ort. Er wird nach Zhengzhou geschickt und repariert. Sie brauchen auch mein Passwort um ggf. ins System kommen zu können. Das gefällt mir nicht, muss aber wohl sein. Vor allem da es das Masterpasswort ist, mit dem man alle gespeicherten Passwörter einsehen kann. Voraussichtlich wird es um die 700 Yuan, 100 € kosten. Das ist okay, in Deutschland wäre es bestimmt teurer.

10.07.16
Ich bin also wieder ohne Computer im Leben. Die Bauarbeiten sind jetzt schon seit einer Weile fertig. Es wurden eine neue Küche und Speiseraum. Nicht für uns. Eine Gruppe Nigerianer beherbergt nun das Hotel. Ca. 20 Leute. Es ist ein Kulturaustauschprogramm. Drei Monate werden sie hier Kung Fu trainieren. Sie sind nicht die leisesten. Jetzt kann ich auch noch mein Französisch etwas auffrischen. Zumindest versuche ich ihren Unterhaltungen ein wenig zu folgen. Bisher haben wir mit ihnen nicht wirklich etwas zu tun gehabt. Sie trainieren direkt im Tempel und auch sonst sind sie räumlich recht separiert von uns.

Shaolin Krieger Statue Kung Fu Shaolin Tempel China
Shaolin Krieger Statue

11.07.16
Morgens bis 8 Uhr gibt es immer noch keinen Strom, es sei denn es regnet. Heute gib es zu dem auch kein Wasser. Das fällt mir allerdings erst nach meinem ersten Stuhlgang auf. Erst später komme ich auf die Idee eine alternative Wasserquelle für die Klospülung ausfindig zu machen. Ich fühle mich leicht erkältet, trainiere aber dennoch.
Die Information, dass Shifu heute Geburtstag hat war fehlerhaft, doch erst Mittwoch. Calvin hat schlagartig die Schule verlassen. Er wollte noch in eine andere Schule, die direkt im Shaolin Tempel trainiert. Das war nicht gern gesehen. Die Kultur hier erlaubt es nicht seinen Meister einfach zu wechseln. Zum Glück bin ich glücklich in der Schule und mehr als zufrieden mit unseren Meistern.

12.07.16
Immer noch bin ich angekränkelt. Das Wasser funktioniert auch noch nicht. Nur heißes Wasser kommt ein klein wenig aus der Leitung. Also dusche ich nach dem Frühstück mit tröpfelndem, fast kochendem Wasser.
Ich bitte Shifu Powerstretching aussetzen zu können. Ich fühle mich schwächlich. Zwei weitere Stunden Schlaf tun gut.
Nach dem Nachmittagstraining fühle ich mich bombastisch. Die anfänglichen leichten Kopfschmerzen und das Unwohlfühlen sind verflogen. Ich fühle mich im Flow. Im Fluss der Tai Chi Bewegungen.

13.07.16
Ich hab die Nacht nicht viel geschlafen und wenn mein Plan aufgeht werde ich auch nicht zum Mittagsschlaf kommen. Heute ist Shifus Geburtstag. Zum zweiten morgendlichen Lineup gibt es von uns ein Ständchen und das kleine Geschenk.
Mein Plan geht auf. Nach dem Mittagessen gehe ich nach Dengfeng um meinen Rechner abzuholen. Es klappt alles einwandfrei. Ca. 90 € kostet die Reparatur. Vermisst habe ich den Laptop nicht wirklich. Jetzt bin ich schon wieder mit der Elektronik vernetzt.
Die Geburtstagsfeier abends war nett. Fast alle schienen viel Spaß zu haben. Gegen Ende eskalierte die Sahneschlacht und niemand blieb verschont. Jeder bekam Gesichtscreme ab. Der Speiseraum wurde zum Schlachtfeld. Ich sitze in der Ecke beobachte amüsiert das Gemetzel und während ich den Kuchen esse werde ich ab und zu mit einer Hand voll Sahne beschmiert.
Obwohl ich mehr als vollgefressen bin, fühle ich mich recht klar. Ich habe das Gefühl, dass dies ein bisher anhaltender Effekt des Fastens ist. Wenn ich weiter viel zu viel esse wird das bestimmt wieder umkippen, aber bis jetzt fühlt es sich gut an.
Morgen früh fällt das erste Training aus Gründen aus.

14.07.16
Es regnet. 8 Uhr stehe ich erst auf. Frühstück brauche ich heute nicht. Auch das Morgentraining fällt kurz aus. Wegen Regen gibt es eine intellektuelle Unterrichtsstunde. Kung Fu Theorie, was Kung Fu bedeutet und beinhaltet. Danach dann im Nieselregen doch noch etwas Sport. Nachmittags Powertraining drinnen. Außerdem ist gerade ein Freund von Shifu da, welcher so etwas wie ein Mönch ist. Er scheint sehr weise zu sein. Er hat uns angeboten uns ein paar Dinge beizubringen, bzw. zu erzählen. Feng Shui, wie man auf seine Gesundheit achtet, oder Dinge über unsere Vergangenheit und Zukunft lesen. Alle sind an letzterem interessiert. Er fragt ob er uns beibringen soll wie es funktioniert oder ob er uns etwas über uns erzählen soll. Auch da wollen die meisten etwas erzählt bekommen. Für mich die unspektakulärste Entscheidung. Aber okay. Mit ein wenig Skepsis bin ich doch ein wenig interessiert was er zu erzählen hat, ob es für mich glaubwürdig ist. In Vierergruppen gehen wir zu ihm. Wer nicht zu ihm geht, trainiert. Erst bekomme ich die Unterhaltungen von denen mit, die vor mir dran sind. Er scheint wirklich die Leute beeindruckend gut lesen zu können. Er hat auch keinen Geld Anreiz irgend etwas verkaufen zu wollen. Also gehe ich zu ihm. Wirkliche Fragen oder Interesse an meiner Zukunft oder Vergangenheit habe ich nicht. Erst erzählt er mir kurz etwas über meine Vergangenheit und wie er mich wahrnimmt, kombiniert mit möglicher Zukunft. Dann Frage ich ihn etwas über meine gefühlten Inbalancen in meinem Körper. Das einzige was ich dachte, dass er mir vielleicht einen guten Rat geben kann. Der Rat war mäßig hilfreich. Hat meine bisherigen Verhaltensweisen bestärkt.
Zu viel von der Unterhaltung möchte ich nicht erzählen. Mein Gefühl zu ihm war auf jeden Fall überraschend positiv.

15.07.16
Es regnet immer noch. Heute morgen gibt es deshalb eine besonders lange Meditation. Zumindest für die, die wollen. Das tat sehr gut.
Gerade kam ein Päckchen aus Deutschland an. Meine Mama hat mir Schokolade, Erdnussbutter und ein paar weitere Kleinigkeiten geschickt. Genüsslich verzehre ich das erste Stück Zartbitterschokolade.
Seit nun vier Wochen Pause geh‘ ich mal wieder auf den Dharma Berg. Heute nur ein mal hoch und runter. Noch möchte ich meinen Fuß etwas schonen. Dennoch hätte ich es vermutlich problemlos mehrmals geschafft.

16.07.16
Heute ist ein Tag an dem nicht viel passiert. Einen davon habe ich gern pro Woche. Nur ein wenig Obst und Nüsse essen. Etwas meditieren und dem Körper Ruhe gönnen.

17.07.16
Heute bleibt mein Tagebuch leer. Bis auf diese Zeile.

Shaolin Krieger Statue Kung Fu Tempel
Shaolin Krieger Statue

18.07.16
Ich bin erstaunlich unmotiviert meinen Blog zu pflegen. Jetzt schon mehr als zwei Wochen her. Ein gutes Thema für ein Video habe ich auch nicht. Heute war ich mal wieder laufen. Nachmittags tat mein Fuß dann schon wieder so weh, dass ich es direkt wieder sein lassen hab. Es gibt immer wieder Überraschungen beim Training und immer wieder neues. Es wird nie langweilig. Ständig Abwechslung.

19.07.16
Heute hat mich Shifu gefragt, ob ich für einen Monat in eine andere Schule gehen möchte und Kindern Englisch unterrichten mag. Meine erste Reaktion war: Nein. Nach ein wenig mehr Informationen und kurzem Überlegen habe ich dann doch zugesagt. Es ist eine gute Abwechslung und weitere Herausforderung. Ich werde lernen müssen mit Kindern besser umgehen zu können. Vor allem mit Kindern, die nicht meine Sprache sprechen. Ich werde lernen müssen zu lehren. Ich werde neue Dinge von China sehen. Kann auch nicht verkehrt sein, wenn man schon mal hier ist. Ich werde mein Chinesisch verbessern. Dort gibt es keinen Übersetzer wie hier, der in wichtigen Belangen Dinge klären kann. Das ist ein wenig einschüchternd, aber es wird funktionieren müssen. Ich werde zumindest nicht alleine sein, Mus wird mit mir hingehen. Ich kenne ihn noch nicht wirklich. Hoffentlich werden wir uns gut verstehen. Gerade bin ich etwas aufgeregt. Eine neue Herausforderung, der ich mich stellen kann. Neues das ich lernen kann.
Beim Abendessen hatten wir eine lange Unterhaltung über Weissagungen, Magie und andere unerklärliche Dinge. Nach angfänglichem wissenschaftlichen Auseinandernehmen, haben mir am Ende Giacintos Storys gute Gänsehaut bereitet, sodass ich leicht verängstigt zurück in mein Zimmer geschlichen bin.

20.07.16
Ich bin dauernd am überlegen ob ich das wirklich machen soll. Ich bin mir nicht sicher ob Kinder so mein Ding sind im Moment. Ob ich denen gerecht werden kann. Gefühlt habe ich in letzter Zeit zu fast allem ja gesagt und möglichst viele Erfahrungen mitgenommen. Gerade bin ich mir sehr unsicher, ob ich das machen sollte. Ich bin nicht hier um Kindern Englisch beizubringen, sondern um Kung Fu zu lernen und mich mit mir zu beschäftigen. Außerdem bin ich mir unsicher mit Mus zusammen dort zu sein. Heute sollte ich Shifu ein definitives Ja oder Nein sagen.
Jetzt habe ich mich nun doch dagegen entschieden und fühle mich gleich viel leichter. Es ist wohl besser so.

Dachverzierung Shaolin Tempel Dengfeng WangZhiGou
Dachverzierung

21.07.16
Die Zeit verrinnt so schnell im Moment. Seit zwei Tagen bin ich müde, ich habe schlecht geschlafen. Jetzt wird es wieder richtiger Sommer in China.
Während des morgendlichen Trainings entflammte plötzlich eine Stromleitung. Seit dem gibt es keinen Strom, mal schauen wie lange.
Morgen wird es einen Feiertag geben. Tag des Buddha. Einen Tag lang wird kein Fleisch gegessen und es werden Fische gekauft, die dann freigelassen werden. Dafür wurden heute Spenden gesammelt. Das finde ich etwas heuchlerisch. Die ganze Zeit essen sie Fleisch und einen Tag lang wird dann etwas vermeintlich Gutes getan. Immerhin gibt es morgen ein wenig Wanderung zu neuen Orten.

22.07.16
Heute war ein eigenartiger Tag. Tag des Buddhas. Ein Feiertag hier. Klingt an sich schön und man könnte meinen, dass es ein besonders ruhiger und beseelter Tag sein könnte.
Gestern wurden uns schon gesagt, was heute grob sein wird und es wurden Spenden gesammelt um Fisch und Schildkröten zu kaufen, die wir dann heute im See frei lassen und wir damit Leben retten. Heute sollen wir kein Fleisch essen. Der Tag fing mit Meditieren im Meditationsraum an. Schön hergerichtet mit Kerzen. Es lief entspannte Musik. Nach einer guten Weile wurde dann das kleine Feuerwerk auf dem Geburtstagskuchen von Buddha angezündet und gleichzeitig ertönte in piepsig hohem Ton eine billige Happy Birthday Melodie, wie aus einem Überraschungsei entsprungen. Diese lief dann simultan zu der Entspannungsmusik. Nach einer weiteren Weile stieg der Mönch, der gerade noch hier ist, mit Mantrengesang dazu ein. Das ganze Ging dann vielleicht 20 Minuten lang, alle drei Musikquellen parallel. Nicht die einfachste Kulisse für tiefe Meditation. Als das dann überstanden war – in dem Moment fällt mal wieder der Strom aus – gibts dann Sahnetorte und Obst zum ersten Frühstück, anschließend direkt das normale Frühstück.
Keine Zeit zum verdauen, es geht direkt weiter zum nächsten Punkt der Tagesordnung. Wir besuchen einen Tempel, direkt gegenüber vom Shaolintempel. Wenn ich es richtig verstanden hab‘, hat er heute seit über 30 Jahren das erste mal geöffnet. Der Tempel ist beeindruckend. Er ist klein, aber bestückt mit 500 verschiedenen Statuen von Shaolin Kriegern. Aber hier haben wir anscheinend keine Zeit. Wir werden durch gehetzt. Schnell überall Fotos machen, jeder ein mal vor der Buddha Statue verbeugen und weiter gehen. Danach zurück zur Schule. In den Kübeln auf dem Hof scheinen die Schildkröten übernachtet zu haben. Leicht brutal werden sie in Netze verfrachtet. Ein Bus sammelt alle Schüler ein. Wir fahren zu einem großen Stausee. als wir aussteigen, wird festgestellt, dass wir die Tiere an der Stelle aus irgend einem Grund nicht freilassen können. Wieder in den Bus und zu einem anderen Ort gefahren. Ein weiterer kleine Transporter ist Teil unseres Konvois. Wie sich dann herausstellt ist er der Fischtransporter. Hunderte von Fischen wurden gekauft. Der See, das neue zu Hause der Tiere, ist ein mäßig gut riechender Stausee. Am Rand schwimmt etwas Plastikmüll. Ein paar Fische werden schon mal ins Wasser verfrachtet. Sie scheinen bereits halb tot. Ich fühle mich sehr unwohl. Das alles ist irgendwie nicht richtig. In der Sonne sind es bestimmt über 40°C. Wir sollen uns um die Behälter mit den Fischen versammeln und ein Mönch hält eine Zeremonie ab. Die Fische sind eingeengt und sehen sehr leblos aus. Ein bizarres Schauspiel. Warum müssen wir so lange warten bis wir sie in die Freiheit entlassen können. Das absurde Bild wird von dem Angler perfektioniert, der zwei Meter entfernt sitzt und sich freut, heute besonders viel guten Fisch angeln zu können. Am Ende wird noch eine Rede gehalten, in der uns erklärt wird, dass es wichtig ist gute Dinge zu tun. Und da wir alle so viele Tiere in unserem Leben getötet haben, es eine gute Tat ist Tieren Freiheit zu schenken. Buddha freut sich im Himmel zu sehen, das wir den Fischen ihr Leben verlängern. Die ganze Aktion wurde initiiert von Fleischessern. Ich fühle mich traurig und deprimiert. Was für ein Tag des Buddhas … Heute mag ich China mal wieder nicht.
Anschließend fahren wir nach Dengfeng zu einem Berg, der viel zu hoch ist um ihn bei der Hitze zu besteigen. Also plantschen wir kurz mit Wasser um dann noch mal in Dengfeng shoppen zu gehen. Zumindest haben wir ein verlängertes Wochenende.
Zurück in der Schule geht es mir langsam nicht mehr gut. Ich habe anscheinend zu viel von dem billigem süßen Brot aus dem Supermarkt gegessen Beim Abendessen versuche ich eine Kleinigkeit zu mir zu nehmen. Ich renne aufs Klo und kotze. Den Abend verbringe ich mit im Bett liegen und vor mich hin vegetieren.
Mein Rechner flackert schon wieder. Der Bildschirm ist wieder schwarz. Die Reparatur scheint nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein. Rechner aus und wieder an. Er funktioniert wieder. Ich habe kein sehr gutes Gefühl. Jetzt muss ich lieb zu ihm sein und ihn nicht überfordern. Hoffentlich hält er doch noch durch.

23.07.16
Mir geht es schon viel besser. Anscheinend habe ich schnell genug meinen Magen und Darm entleeren können. Später dann doch noch Übelkeit und einiges an Durchfall.

One Comment

7 Tage Wasserfasten

Dies mal gibt es ein Video in Englisch, da ich denke, das Thema Wasserfasten könnte einige interessieren. Folgend könnt ihr ausführlich meine täglichen Erlebnisse während des Prozesses lesen. Auf Deutsch 🙂

21.06.15
Tag eins des Bi Gu Fasten. Der Tagesablauf wurde auf Sommertemperaturen umgestellt. Das erste Training ist jetzt schon 5 Uhr morgens. Für mich erst mal nur für die Aufstehzeit relevant. Lange habe ich keinen Stift mehr in die Hand genommen um mehr als ein paar wenige Zeilen zu schreiben. Ohne Computer kann man auch nicht so leicht Fehler und Ausdruck korrigieren. All das Handgeschriebene werde ich dann noch einmal abtippen, das was ihr nun lest.
Nachdem mein Darm zum Großteil leer ist, wiege ich nun an Tag eins 72 kg. Ich denke mit dem wenig essen die letzen 2 ½ Tage bin ich ganz gut vorbereitet. Ich denke im Moment sehr viel. Es ist heiß. Gerade lag ich eine gute Stunde in der Sonne. Ich vegetiere vor mich hin, fühle mich leicht schwächlich.
Später am Tag. Ich wache auf und habe das starke Bedürfnis mir die Zähne zu putzen. Meine Zunge ist weiß. Über eine Stunde lang Atemübungen gemacht. Mein Körper kribbelt. Es fühlt sich gut an. Ich fühle mich. Immer sieben Sekunden einatmen, neun Sekunden ausatmen. Während des Schreibens fällt es mir schwer zu zählen. Es wird dunkel.

22.06.16
schwach bin ich ähnlich wie gestern. Ein weiteres guttuendes Sonnenbad. Es erscheinen gar keine roten Linien, wenn ich ein Wort auf Papier falsch schreibe. Ungewohnt. Dass ich schon öfter mal einen Tag lang und ein mal vier Tage lang gefastet habe, scheint mir zu helfen. Bisher habe ich kaum Verlangen nach Essen und wenn, dann vergeht es nach wenigen Sekunden. Über meinem Fenster ist seit heute so etwas wie eine Baustelle. Hoffentlich nicht all zu lange.
Manche Buchstaben schreibe ich schön, andere sind sehr krakelig. Mein Körper macht Dinge. Ich beginne den veränderten Heilungsprozess zu spüren. Wenn ich aufstehe wird mir kurz schummerig. Wenn ich liege geht es mir gut, oft auch wenn ich sitze.
Ich kann nicht einschlafen. So viel Lärm um mich herum. Hitze. Eine schlaflose Sommernacht mit Moskitos. Ich fühle mich fit. Meinen Kopf kriege ich mal wieder nicht beruhigt. Ich dachte, darin bin ich mittlerweile ganz gut. Anscheinend klappt es doch nicht immer. Schreiben macht Spaß. Den ganzen Tag mache ich fast nichts außer rumliegen, sitzen, fühlen, beobachten, sonnen und ein wenig Tai Chi und Qi Gong. Das Summen der Mücken ist anstrengend. Langsam wird die Welt um mich herum ruhiger. Immer mehr bin ich hellwach. Ich habe keinen Computer der mich ablenken kann. Im Moment wünsche ich mir ein wenig Input. Bilde ich mir das Summen manchmal nur ein?
Gerade geht mir China etwas auf die Nerven. Auch das wird sich wieder ändern. Ich denke öfter über den Plan nach, im Winter nach Thailand zu gehen und vielleicht auf einer Farm zu arbeiten. Mittlerweile ist es 1 Uhr. Ich bin auf Mückenjagd. Das erste mal seit Jahren, dass ich ein Tier töten möchte.

Aussicht hinter der Kung Fu Schule
Aussicht hinter der Kung Fu Schule

23.06.16
Die hoffentlich unangenehmste Nacht ist überstanden. Vielleicht zwei Stunden Schlaf wurden es. Dafür habe ich erstaunlich viel Energie. Lineup 5 Uhr. Gefühlte Temperatur 30°C bei 90% Luftfeuchte. Ich gehe eine Runde spazieren. Anschließend etwas Tai Chi und Siu Nim Tao. Ich kann immer noch nicht schlafen, also schreibe ich diese Zeilen. Vorhin bin ich ein mal zu schnell aufgestanden. Mir wurde fünf Sekunden lang schwarz vor Augen. Ein lustiges Erlebnis. Ich mag die Mittagspausen, in denen ist es sehr ruhig. Die meisten schlafen. Ich lauschen dem plätschernden Regen und fühle vor mich hin. Kopf und Körper werden leichter.
Die Baustelle macht heute nichts. Mein Urin ist erstaunlich hell. Dafür ist meine Zunge weiß. Ich hätte gedacht in den ersten Fastentagen mehr Dreck auszuscheiden.
Ich lerne zu atmen. Das ist eine große Erkenntnis für mich. Mein Leben lang wusste ich nicht richtig zu atmen. Jetzt lerne ich es langsam, Stück für Stück. Kopfstand tut gut und macht wach.

24.06.16
Nach ca. drei Stunden Schlaf bin ich wieder hellwach. Es ist 2:45. In gut zwei Stunden ist Lineup. Nach dem Aufwachen ist mein Urin orange. Gut so, denke ich. Ich habe viel Energie. Ich möchte laufen gehen. Es fühlt sich an als ob noch ein mini Rest Kacke in mir ist, der nicht raus möchte.
Ich wiege noch 70 kg.
Ich bin nach dem Lineup drei Runden gelaufen. Ziemlich schnell sogar. Das tat gut. Danach noch Tai Chi und Qi Gong, so konnte ich auch noch eine Stunde schlafen.
Heute habe ich kurz mein Schweigen gebrochen. Ich habe eine Kokosnuss von Anja gegen ein 1-Euro-Stück für das Fastenbrechen getauscht. Das Fasten an sich, das nicht essen, fällt mir leicht. Nur das Umfeld ist nich das Bestmöglichste. Viel Lärm. Alle Menschen reden. Gerade würde ich einfach gerne das Schweigen brechen. Es fühlt sich hier an dem Ort nicht angebracht an. Bei Vipassana schweigen alle und es ist ruhig, dort passt es gut. Hier sonder ich mich damit ein wenig unnötig von den anderen ab. Vielleicht habe ich auch nur ein Verlangen nach Input.

25.06.16
Heute Nach habe ich endlich mal fast durchgeschlafen. Mein Urin wird immer dunkler. Ich mag den Gedanken Gifte auszuscheiden. Nun kam doch noch der mini Rest Kacke raus. Noch 72 Stunden bis zu meinem ersten Bissen Obst. Es wird voraussichtlich eine Nashi werden. Jojo wird mir welche aus Dengfeng mitbringen. Danke dir Jojo.
Gestern Abend hatte ich seit Ewigkeiten wieder eine sehr intensive Meditation. Das Fasten kann den Geist ganz schön beruhigen. Ich wiege 69 kg.
Heute fühle ich mich bisher schwächer als gestern. Das kann sich bestimmt in den nächsten Stunden wieder ändern. Vielleicht stellt mein Körper gerade von Muskel- auf Fettverbrennung um. Das Wasser schmeckt mir gerade nicht.
Wow. Habe gerade ein paar Formen geübet und den Miniboxsack verprügelt. Ich habe mehr Energie als ich dachte, habe ein super Körpergefühl und bin unglaublich schnell.
Es ist 23:15, ich fühle mich mal wieder hellwach. Mein Körper ist leicht. Ich entspanne immer mehr. Stück für Stück lösen sich Knoten in mir. Ich habe das sicher Gefühl, dass ich meinen Körper sehr komplett mittels Fasten heilen kann. Meditationpraxis ist für das Fasten sehr hilfreich, aber bestimmt nicht für jeden notwendig. Vor allem gibt mir meine bisherige Erfahrung das Vertrauen und Verständnis, die Dinge die in meinem Körper passieren, zu akzeptieren und zu wissen, dass sie der Heilungsprozess sind.

26.06.16
Diese Nacht habe ich schlecht geschlafen. Immer weider bin ich aufgewacht und habe mich im Halbschlaf befunden. Mein Körper wollte wach sein und mein Geist schlafen und träumen. Es war ein eigenartiger Zustand zwischen Realität und Traumwelt. Irgendwo dazwischen fühlte ich mich gefangen.
Der Morgen beginnt anstrengend. Die Baustelle hat heute ihren Schlagbohrer rausgeholt. Drei Stunden in denen ich lernen kann starke Störungen zu akzeptieren und mich nicht davon beeinflussen zu lassen. Ich habe eine Mücke getötet, es fühlt sich gar nicht so gut an. Schon wieder fühle ich mich zu wach, auch wenn ich gerne schlafen würde. Vermutlich will ich auch nur schlafen um die Zeit zu überbrücken und schneller vergehen zu lassen, damit ich nicht mit den Geräuschen und dem Nichtstun konfrontiert werde. Im moment mag ich Tag deutlich mehr als Nacht. Morgen ist der letzte Fastentag. Ich freue mich auf meinen ersten Bissen Nashi.

Stilleben in China
Stilleben in China

27.06.16
Ich habe eine heilige Nacht hinter mir. Nur eine Stunde Schlaf sollte es werden, den Rest habe ich mit meditativer Bewegung verbracht. Alle möglichen Muskeln die ich sonstm eist vernachlässige habe ich in Bewegung versetzt und von ihren Verklemmungen befreit. Wer mich gesehen hätte, könnte gedacht haben, ich sei von Dämonen besessen. Belohnt wurde das ganze mit dem bisher befreitesten Körpergefühl, dass ich jemals hatte.
Es wurde doch noch eine weitere Stunde Schlaf vor dem ersten Lineup. Erstaunlich wie viel man in einer Stunde träumen kann. Es war sehr lebhaft. Ich sollte mir keine Illusionen machen, dass dieser super entspannte Zustand dauerhaft anhalten wird. Nach dem Schlaf sieht es schon wieder leicht verspannter aus. Ich habe nun wieder einiges über meinen Körper und Geist erfahren und habe nun ein bisschen mehr Ahnung auf welcher Weise ich mir gut tun kann.
Die Waage, mit der ich mich wiege, spinnt. Ich glaube ich bin jetzt bei 67 kg, sicher bin ich mir allerdings nicht.
Ich bin gespannt darauf wieder mit den Leuten zu kommunizieren. Außerdem interessiert mich was alles bei noch deutlich längerem Fasten passieren kann. Das werde ich dann vielleicht nächstes Jahr machen. Ich freue mich auf morgen ein bisschen wie als Kind auf Weihnachten. Allerdings gar nicht unbedingt wegen des Essens. Mehr freue ich mich wieder mit den anderen reden zu können und nicht der eine zu sein, der alle ignoriert. Das passt hier, finde ich, einfach nicht hin.
Der letzte Fastentag neigt sich dem Ende entgegen. Ich fühle mich lockerflockig leicht. Nun bin ich darauf gespannt, wie ich mich fühlen werde, wenn ich wieder Nahrungsenergie zu mir nehme. Mein Geist ist verhältnismäßig sehr ruhig. Ich bin ultimativ entspannt. Ob ich der Verantwortung der Entspannung gewachsen bin? Es erfordert ein hohes Maß an Wachheit und Klarheit.

28.06.15
Das Fasten ist beendet. Die ersten Worte sind wieder gesprochen. Ich will zurück in meine stille Blase. Kommunizieren ist anstrengend und kompliziert. Sollte es nicht auch einfach gehen? Denken verbraucht viel Energie. Das sollte ich stark reduzieren.
Ich wiege nun irgendetwas zwischen 66,5 kg. Die Waage ist sehr ungenau. So wenig habe ich bestimmt seit über zehn Jahren nicht mehr gewogen. 5-6 kg in einer Woche abgenommen. Nun habe ich mein erstes bisschen Essen zu mir genommen. Eine Nashi. Das ist eine Mischung aus Apfel und Birne. Es war gut. Nach nur einem Obst fühle ich mich gut gefüllt. Weitere Unterhaltungen. Auf einer Tastatur zu schreiben fühlt sich auf ein mal etwas eigenartig an. Der Bezug zu den Worten ist anders. Ich muss nicht auf die Stelle schauen auf der ich schreibe. Jeder Buchstabe ist anonymer.
Zum Mittag gab es eine halbe Kokosnuss und noch eine Nashi.
Und schon bin ich wieder in der anderen Welt. Mehr Input, etwas weniger Fokus. Mehr Verlangen nach Kleinigkeiten. Noch nehme ich es gut wahr und lasse mich nicht überwältigen. Jetzt gilt es diese Ausdauer und Wachsamkeit zumindest ein wenig aufrecht zu erhalten.
Aus dem Fasten habe ich immer noch nicht gelernt wie sich Hunger anfühlt und wann mein Körper wirklich Essen braucht. Wieviel mir gut tut und wann es nur ein Verlangen ist. Viel zu lernen es gibt.
Nachmittag habe ich schon das erste mal wieder ein wenig trainiert. Nach dem Warmup das Stretching war super. So flexibel war ich noch nie ansatzweise. Ich kann nun mit meiner Fußsohle meinen Hinterkopf berühren und schaffe fas einen Spagat in beide Richtungen. Die Wunderheilung Fasten.Wing Chun mit Wu Shifu. Es hat mich an einem Punkt total an meine Grenzen gebracht. Meine Lunge hat ein eigenartiges Schmerzgefühl entwickelt. Meine Atmung wurde sehr tief. Etwas wurde in Gang gesetzt und befreit. Ich brauchte eine Pause. Danach ging es mir super. Es ist alles der Kopf. Wir müssen uns nur auf die Empfindungen einlassen und sie werden sich lösen. Wir sind konditioniert nicht zu fühlen und unsere Empfindungen zu unterdrücken. Dadurch erzeugen wir so viele Verspannungen und Komplexe. Diese kann man lösen.
Zu Abend gab es das erste gekochte Essen. Der erste bissen hat so übertrieben salzig geschmeckt. Ungesund salzig. Für die anderen war es normal. Ich glaube ich sollte darauf achten nicht zu viel Salz zu mir zu nehmen, befürchte aber, dass so lange ich hier bin, das nicht möglich sein wird.

29.06.16
Heute Nacht habe ich tief und fest geschlafen, ich war sehr müde. Morgens fühle ich mich ein wenig Kraftlos. Auch nach dem Frühstück schlafe ich noch ein mal. Ich erhöhe langsam meine Nahrungszufuhr. Dann das Zweite Morgentraining fühle ich mich immer noch ein wenig schlapp. Wir machen einen längeren Spaziergang zu den Dragon Pool, ein bisschen Wasser bei den Bergen, und trainieren dort Hard Qi Gong. Es ist ein schöner Ort.
Nach dem Mittagessen noch ein mal ausgiebig ruhen. Ich weiß noch nicht ob es an dem Verdauen oder daran liegt, dass ich wieder trainiere, dass ich so müde bin. Fit fühle ich mich nicht. Mein rechter fuß tut weh. Das macht er jetzt schon einige Wochen. Gerade spür ich es mehr. Ich bin mir nicht sicher ob es ein gutes Heilungszeichen ist oder nicht. Jeder Schritt schmerzt im Fußballen.
Vor drei Tagen hab ich teilweise noch die Stunden gezählz und alles hat sich oft so langsam hingezogen. Jetzt habe ich direkt wieder kaum genug Pause. Abends lege ich mich am besten gleich schlafen. Morgen früh ist Grading das zweite. Ich fühle mich nicht gut vorbereitet dank der Fastenpause. Egal. Grading ist mir nicht wichtig. Versuche ich mir zu glauben.

Haus in China Shaolin Tempel Dorf
Haus in China Shaolin Tempel Dorf

30.06.16
Heute Nacht habe ich super geschlafen. Ich konnte die ganze Zeit auf dem Rücken liegen und habe mich super entspannt gefühlt. Wundervoll. Meinem Rücken wird es immer besser gehen. Ich kann es gar nicht recht abwarten ein längeres Fasten zu machen. Bis dahin habe ich hier die perfekte Umgebung meine Muskeln aufzubauen. Gestern habe ich die Stabform fertiggelernt. Ich war ganz schön langsam. Egal. Heute dann das Grading. Ich habe Stab, Siu Nim Tao und Tai Chi 24 vorgeführt. Tai Chi haben wir alle gemeinsam in der Gruppe demonstriert. Ich möchte die Stab Form noch verbessern. Ich bin nich zufrieden mit meinem bisherigen Können. Vor allem die Positionen in den Formen bei den ich sehr Tief gehen muss fallen mir schwer. Dafür müssen meine Beine noch stärker werden.
Da mein rechter Fuß immer noch so eigenartig weh tut und wie es sich anfühlt auch noch eine Weile weh tun wird, habe ich heute Powertraining alleine auf dem Dach gemacht. Das ist das erste mal, dass ich komplett mein eigenes Ding beim Trainieren gemacht habe. Es war auch mal gut. Es war vielleicht nicht ganz so anstrengend, wie wenn ich es mit den anderen mitgemacht habe, dennoch habe ich mich gut genug selbst motivieren können intensiv zu trainieren.
Ich esse im Moment deutlich weniger als vor dem Fasten. Vor allem die Süßigkeiten nach der Mahlzeit sind weggefallen und danach habe ich auch keinerlei Verlangen im Moment. Ich möchte raffinierten Zucker nun vermeiden und stattdessen Früchte essen. Die tun mir gerade sehr gut. Ich kaue alles sehr langsam. Dadurch bekomme ich ein besseres Gefühl für meine Magenfülle und ich habe auch einen langen Prozess des Genießens ohne mich überessen zu müssen. Ich hoffe das kann ich möglichst lange aufrecht erhalten.
Während und nach des Essens hatte ich eine lange angenehme Unterhaltung mit Daniela. The girl next door. Ich mag sie.

01.07.16
Der erste Tag des neuen Monats beginnt ruhig. Alle gehen Bergsteigen. Mein Fuß ist noch am schmerzen, also bleibe ich in der Schule und mache ein paar Übungen für mich alleine. Jojo ist auch noch da. Es fühlt sich schon wie Wochenende an. Ich merke jetzt schneller, wenn ich zu viel esse. Allerdings merke ich auch, dass ich ein Verlangen nach essen nicht 100% unter Kontrolle habe. Ich habe das Gefühl, dass das Essen was hier hier kriegen, nicht ganz meinen neuen, bzw. meinen eigentlichen Bedürfnissen entspricht. Es ist lecker und die Qualität stimmt denke ich auch,, aber momentan ist mir nach viel frischem Gemüse und Obst. Also kaufe ich mir nach dem Mittagessen noch ein wenig Obst, da meine Nashis nun aufgegessen sind. Das Obst ist hier im Dorf sehr teuer und ich mistraue ihm sehr. Nach dem Pfirsichessen, obwohl ich ihn geschält habe, habe ich einen pelzigen Film im Mund. Die meisten Früchte bisher haben leicht eigenartig geschmeckt. Da muss ich jetzt wohl so lange ich hier bin durch. Heute Nachmittag war wieder etwas Freestyle Training. Ich habe u.a. ein bisschen trainiert so tiefe Beinposen wie möglich zu machen und hab es so gut hingekriegt wie noch nie.

02.07.16
Tanyin hatte gestern Geburtstag. Also gab’s zum Frühstück eine Torte. Ich konnte nicht nein sagen und habe ein ganz kleines Stück gegessen. Sofort habe ich mehr Verlangen nach Zucker. Davor hatte ich nur das Bedürfnis Obst zu essen, jetzt sind es wieder Süßigkeiten. So schnell geht es wieder. Mal schauen was die nächsten Tage mit sich bringen.
Dafür habe ich direkt mal wieder das Abendessen ausfallen lassen. Berichte ich hier mehr über Essen als über das Kung Fu Training? Scheint mir gerade sehr wichtig zu sein. Kein bisschen trainiert habe ich.

Zu Schluss noch ein paar Verweise die auch in der Videobeschreibung enthalten sind.
Website der Kung Fu Schule
Songshan Shaolin Temple Traditional Wushu Acadamy
Mein früherer Wasserfastenversuch
4 Tage Wasserfasten
Hilfreiche Informationen zum Thema Wasserfasten
Loren Lockman Youtube Videos

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