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Polizeikontrolle, es weihnachtet, Eisbaden und Tanzen

01.12.17

Dezember, Reisen ist vorbei. Schrieben kann ich immer noch, das Leben geht weiter. Oft versuche ich knapp zu reden, so fühle ich mich gerade auch schreibend. Habe keine Lust ausschweifend zu sein. Eigentlich will ich gar nichts sagen müssen oder machen. Aber fühle mich dann doch genötigt oder so.

Mein Bauch schmerzt. Der Schmerz zieht sich durch meinen Körper. Ich hab heute 4 Tafeln Schokolade gekauft in der Hoffnung, die halten vier Tage. Nun ist alles alle. Bis auf den Schmerz fühle ich mich ganz gut. Die Welt verdreht sich. Die Welt ist immer wieder neu trotz so viel Wiederkehrendem.

Die vollkommene Offenbarung, Enthüllung, Entblößung. Führt sie zur Befreiung? JA DAS TUT SIE°! ARGHHHH! HIER BIN ICH.

Eckig, kantig, unfähig, fehlerhaft, vollkommen wundervoll schön, ich.

Mit mir allein kann ich das gut. Das fühlen, dies leben. Ich sein, tanzen wie ein verdrogter Mosquito in schneeiger Winternacht. Doch kommen wieder andere Menschen ins Spiel. Spiegel, die mir meinen Schmerz und Unvollkommenheit aufzeigen. Dann werde ich verunsichert. Wissen sie es besser? Nein, niemand weiß es besser! Wissen ist keine Macht, Wissen ist begrenzt. Fühlen ist grenzenlos.

Einer meiner befreiensten Tänze seit jemals vielleicht neigt sich dem Ende entgegen. Tanz die Angst, die Trauer, den Schmerz. Werde von Leichtigkeit und Glückseligkeit erfüllt. Die Spirale spiralt ihren Lauf. Ganz unverhofft packte mich die Musik und ich bewegte mich. Huch, wie ich es liebe. Bewegungsmeditation. Heilung.

06.12.17

Estas Tonne läuft. Ich sitze am späten Frühstückstisch mit meinem.

Wintereinbruch
Wintereinbruch

08.12.17

Musik ist schön. Ich habe Muskelkater. Gestern haben mich Jakob und Hanin zum Sport motiviert. Seit ich in China in der Kung Fu Schule war, hab ich nicht mehr so hart trainiert wie gestern. Tut gut, fühle meinen Körper. Ich habe immer so viel Ausgeglichenheit im Sinn. Im Sinne meiner Körperhälften, links – rechts. Die fühlen sich beide immer so unterschiedlich an. Wegen meiner Wirbelsäule und so. Deshalb denke ich oft, dass sanfte meditative Bewegungen besser für mich sind. Aber ab und zu richtig auspowern ist bestimmt ´nicht verkehrt.

Gestern durfte ich eine Leiche sehen. Jakob hat mich in den Anatomiesaal in seiner Uni reingeschleust. War gar nicht so eklig wie ich es erwartet habe. Die Leiche war schon gehäutet und wir haben uns die ganzen Innereien angeschaut. Das war s o fern vom Leben, dass es sich mehr wie eine Puppe oder ein Stück Fleisch angefühlt hat. Kein Blut, keine Haut, nur noch ein Objekt. Spannend.

11.12.17

Sporadisches Tagebuchschreiben lässt Dinge wie das wundervolle Estas Tonne Konzert von Vorgestern ganz außer acht.

Ich liege im Bett in Berlin bei Josephines Schwiegermutter. Momo guckt Petterson und Findus. Josephine kocht. Ich versuche mich erneut zu aklimatisieren. Wieder neue Umgebung. Wieder mit Momo. Josephine und ich hatten zwei Tage wundervolle Zweisamkeit nachdem wir uns nun zwei Wochen nicht gesehen haben. Mhh das Essen riecht gut.

Gestern wollten wir eigentlich schon von Nürnberg, da wo wir auf dem Konzert waren, bis nach Berlin fahren. Daraus ist dann nichts geworden. Schnee, Eis, Verkehrschaos. Mit 50 über die Autobahn haben wir es nur bis Leipzig geschafft, wo wir bei meiner Mama unterschlupf finden durften.

Wiederkehrende Dinge, Projektionen, Muster. Das Leben ist eine Spirale. SPISPISPISPISIrarararararspiralelelepispirrraalespiaspirale.

Sonne im Winter
Sonne im Winter

13.12.17

Gestern war großer Shoppingtag. Das erste mal war ich einem Secondhandladen, das erste mal hab ich mir ein Smartphone gekauft, das erste mal hab ich mir von einer Frau eine Bügelfaltenhose aussuchen lassen, das erste mal war ich in einer Polizeiverkehrskontrolle mit dem Auto. Die Polizei dachte Joosephine ist nicht richtig angeschnallt, dabei haben sie noch unsere Autoleuchten getestet. Wir durften weiterfahren. Nach der Aufregung und der Shopperrei gab’s noch Frühlingsrollen für einen Euro. Am Nachmittag Plätzchen, Freude fürs Kind.

Heute fing der Tag etwas muffelig an. Am Mittag trennten sich meine Wege von Josephines und Momos. Ich war mit Vincent, ein Freund von Phine, zum Sport verabredet. Nachdem ich vor einer Woche durch Jakob wieder angefixt wurde, musste ich mich wieder bewegen. Wir sind in den Wald geradelt. Zu dieser Jahreszeit ist er ganz leer, die Böden sind zugemost und mit matschigem Laub bedeckt. Es ist ruhig, im Wintermodus. Wir rennen durch den Wald, pausieren mit Klimmzug- und Sowas-wie-Liegestützübungen. Und am Ende ist dann das spannendste von allem. Wir springen in den Müggelsee. Am morgen soll noch dünnes Eis auf der Oberfläche gewesen sein. Ich wusste ich würde es machen, also hab ich’s einfach gemacht. Rein ins Wasser. Kälte akzeptieren. Meine Beine fühlen sich lustig an, dann mein ganzer Körper. Bis auf Schulterhöhe stehe ich im Nassen. Meine Atmung verstärkt sich. Bewusst atmen, tief atmen. Nicht hektisch werden und flach atmen. Mein Körper aktiviert alles um warm zu werden. Raus aus dem Wasser. Es fühlt sich toll an und warm. Ich stehe nackt im Winter im Wald und mir ist warm.Danke Vincent für diese schöne Mittagserfahrung.

Immer wieder Abstand, dann kann man auch wieder gut zusammenkommen. Auch innerhalb eines Tages. Ein paar Stunden alleine sein und schon freuen sich Josephine und ich viel mehr aufeinander. Das Leben ist schön und voller Liebe. Es weihnachtet.

Published in Allgemein

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