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Kategorie: Allgemein

Polizeikontrolle, es weihnachtet, Eisbaden und Tanzen

01.12.17

Dezember, Reisen ist vorbei. Schrieben kann ich immer noch, das Leben geht weiter. Oft versuche ich knapp zu reden, so fühle ich mich gerade auch schreibend. Habe keine Lust ausschweifend zu sein. Eigentlich will ich gar nichts sagen müssen oder machen. Aber fühle mich dann doch genötigt oder so.

Mein Bauch schmerzt. Der Schmerz zieht sich durch meinen Körper. Ich hab heute 4 Tafeln Schokolade gekauft in der Hoffnung, die halten vier Tage. Nun ist alles alle. Bis auf den Schmerz fühle ich mich ganz gut. Die Welt verdreht sich. Die Welt ist immer wieder neu trotz so viel Wiederkehrendem.

Die vollkommene Offenbarung, Enthüllung, Entblößung. Führt sie zur Befreiung? JA DAS TUT SIE°! ARGHHHH! HIER BIN ICH.

Eckig, kantig, unfähig, fehlerhaft, vollkommen wundervoll schön, ich.

Mit mir allein kann ich das gut. Das fühlen, dies leben. Ich sein, tanzen wie ein verdrogter Mosquito in schneeiger Winternacht. Doch kommen wieder andere Menschen ins Spiel. Spiegel, die mir meinen Schmerz und Unvollkommenheit aufzeigen. Dann werde ich verunsichert. Wissen sie es besser? Nein, niemand weiß es besser! Wissen ist keine Macht, Wissen ist begrenzt. Fühlen ist grenzenlos.

Einer meiner befreiensten Tänze seit jemals vielleicht neigt sich dem Ende entgegen. Tanz die Angst, die Trauer, den Schmerz. Werde von Leichtigkeit und Glückseligkeit erfüllt. Die Spirale spiralt ihren Lauf. Ganz unverhofft packte mich die Musik und ich bewegte mich. Huch, wie ich es liebe. Bewegungsmeditation. Heilung.

06.12.17

Estas Tonne läuft. Ich sitze am späten Frühstückstisch mit meinem.

Wintereinbruch
Wintereinbruch

08.12.17

Musik ist schön. Ich habe Muskelkater. Gestern haben mich Jakob und Hanin zum Sport motiviert. Seit ich in China in der Kung Fu Schule war, hab ich nicht mehr so hart trainiert wie gestern. Tut gut, fühle meinen Körper. Ich habe immer so viel Ausgeglichenheit im Sinn. Im Sinne meiner Körperhälften, links – rechts. Die fühlen sich beide immer so unterschiedlich an. Wegen meiner Wirbelsäule und so. Deshalb denke ich oft, dass sanfte meditative Bewegungen besser für mich sind. Aber ab und zu richtig auspowern ist bestimmt ´nicht verkehrt.

Gestern durfte ich eine Leiche sehen. Jakob hat mich in den Anatomiesaal in seiner Uni reingeschleust. War gar nicht so eklig wie ich es erwartet habe. Die Leiche war schon gehäutet und wir haben uns die ganzen Innereien angeschaut. Das war s o fern vom Leben, dass es sich mehr wie eine Puppe oder ein Stück Fleisch angefühlt hat. Kein Blut, keine Haut, nur noch ein Objekt. Spannend.

11.12.17

Sporadisches Tagebuchschreiben lässt Dinge wie das wundervolle Estas Tonne Konzert von Vorgestern ganz außer acht.

Ich liege im Bett in Berlin bei Josephines Schwiegermutter. Momo guckt Petterson und Findus. Josephine kocht. Ich versuche mich erneut zu aklimatisieren. Wieder neue Umgebung. Wieder mit Momo. Josephine und ich hatten zwei Tage wundervolle Zweisamkeit nachdem wir uns nun zwei Wochen nicht gesehen haben. Mhh das Essen riecht gut.

Gestern wollten wir eigentlich schon von Nürnberg, da wo wir auf dem Konzert waren, bis nach Berlin fahren. Daraus ist dann nichts geworden. Schnee, Eis, Verkehrschaos. Mit 50 über die Autobahn haben wir es nur bis Leipzig geschafft, wo wir bei meiner Mama unterschlupf finden durften.

Wiederkehrende Dinge, Projektionen, Muster. Das Leben ist eine Spirale. SPISPISPISPISIrarararararspiralelelepispirrraalespiaspirale.

Sonne im Winter
Sonne im Winter

13.12.17

Gestern war großer Shoppingtag. Das erste mal war ich einem Secondhandladen, das erste mal hab ich mir ein Smartphone gekauft, das erste mal hab ich mir von einer Frau eine Bügelfaltenhose aussuchen lassen, das erste mal war ich in einer Polizeiverkehrskontrolle mit dem Auto. Die Polizei dachte Joosephine ist nicht richtig angeschnallt, dabei haben sie noch unsere Autoleuchten getestet. Wir durften weiterfahren. Nach der Aufregung und der Shopperrei gab’s noch Frühlingsrollen für einen Euro. Am Nachmittag Plätzchen, Freude fürs Kind.

Heute fing der Tag etwas muffelig an. Am Mittag trennten sich meine Wege von Josephines und Momos. Ich war mit Vincent, ein Freund von Phine, zum Sport verabredet. Nachdem ich vor einer Woche durch Jakob wieder angefixt wurde, musste ich mich wieder bewegen. Wir sind in den Wald geradelt. Zu dieser Jahreszeit ist er ganz leer, die Böden sind zugemost und mit matschigem Laub bedeckt. Es ist ruhig, im Wintermodus. Wir rennen durch den Wald, pausieren mit Klimmzug- und Sowas-wie-Liegestützübungen. Und am Ende ist dann das spannendste von allem. Wir springen in den Müggelsee. Am morgen soll noch dünnes Eis auf der Oberfläche gewesen sein. Ich wusste ich würde es machen, also hab ich’s einfach gemacht. Rein ins Wasser. Kälte akzeptieren. Meine Beine fühlen sich lustig an, dann mein ganzer Körper. Bis auf Schulterhöhe stehe ich im Nassen. Meine Atmung verstärkt sich. Bewusst atmen, tief atmen. Nicht hektisch werden und flach atmen. Mein Körper aktiviert alles um warm zu werden. Raus aus dem Wasser. Es fühlt sich toll an und warm. Ich stehe nackt im Winter im Wald und mir ist warm.Danke Vincent für diese schöne Mittagserfahrung.

Immer wieder Abstand, dann kann man auch wieder gut zusammenkommen. Auch innerhalb eines Tages. Ein paar Stunden alleine sein und schon freuen sich Josephine und ich viel mehr aufeinander. Das Leben ist schön und voller Liebe. Es weihnachtet.

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Die Rückkehr

21.11.17

Ich sitze im Auto im Parkhaus vom Flughafen Malaga. Hab möglichst alles verdunkelt um das Neonlicht zumindest etwas fernzuhalten. Der Abgasgerucht macht mir leichte Kopfschmerzen. Glaube ich zumindest. Jetzt bin ich mittlerweile auch schon bestimmt drei Stunden hier. In weiteren zwei Stunden kommen Josephine und Momo an. Warum bin ich nur schon so früh hier? Hach ich weiß es ja. Meine Kontrollbedürftigkeit. Und meine Sicherheitsbedürftigkeit nicht im dunkeln hier her zu fahren. War so schon stressig genug ohne Navi und so. Auf einmal steh ich also im Parkhaus und zahle ein Haufen Geld fürs hier Stehen. Die Reise könnte auch billiger sein. Sogar im Parkhaus gibt es WLAN. Ich habe das Gefühl, dass alle Länder besser mit Internet ausgestattet sind als Deutschland. Vielleicht schlafen wir heute Nacht im Parkhaus. Mal gucken. Auch mal gucken was als nächstes passiert. Ach ja: Heute hab ich eine Tramperin ein Stückchen mitgenommen. Sie lebt in einer Community in der N#he von Orgiva. Hab sie bis dahin gefahren und den Ort sehen dürfen- Leider war dann die Situation etwas komisch und ich bin lieber wieder gefahren. Schienen aber angenehme Menschen zu sein.

Dinge organisieren und Sachen machen bedeckt den Gedankennebel der tieferen Fragen. Oder meditieren natürlich. Habe nun rausgefunden, dass ich doch aufrecht im Bus sitzen kann, wenn die Matratze zusammengerollt ist.

23.11.17

Josephine und Momo sind wieder mit an Board. Gestern hatten wir einen ruhigen Tag am Strand. Nach teurem FlughafenParkhaus, in dem wir dann doch nicht übernachtet haben, war der Parkplatz am Strand kostenlos. Zwar hatten wir Sand direkt unter den Rädern, idyllisch war es aber nicht. Recht viel Müll und Industrie drumherum.

Mein Kopf ist überfüllt mit Dingen. Ganz viel passiert gerade wieder. Neben uns Parkt ein Auto, dessen Motor die ganze Zeit läuft, hör doch auf damit! Dauernd dieses Denken. Unsere Reise wird vermutlich bald schon enden. Ich hab den Start initiiert, Josephine initiiert das Ende. Hab aber gerade gar nichts gegen. Die Wärme ist schön, aber vielleicht drücke ich mich auch nur darum, mich mal wirklich mit der Kälte auseinander zu setzen.

Ich bin auf der Suche, auf der Suche. Die Welt ist voll von Dingen, die niemand braucht. Tourismus, Müll, Straßen. Wir sind ein Auto davon. Heimat gibt es vielleicht überall, ich hab sie aber nicht. Ich fühle mich heimatlos. Im ZEGG hatte ich mich das erste mal richtig zu hause gefühlt. Wir sind hier her und dachten, dass es ganz einfach wird irgendwo gegen Kost und Logie zu arbeiten. Daraus ist nichts geworden. Irgendwie … ach ich fühle mich müde. Ich möchte einen Ort zum ankommen. Das ist auch der Grund warum ich losgefahren bin. Ich möchte irgendwo sein, ankommen. Einen Ort haben zum ausruhen, zum sein. Jetzt sind wir dauernd im Bus und unterwegs, mag ich in diesem Moment nicht mehr. Alles ändert sich aber ständig.

Noch einmal Landschaft aus Spanien
Noch einmal Landschaft aus Spanien

24.11.17

So viel hin und her im Kopf, so viele Gedanken. Also fahren wir morgen los. Es gibt Gründe fürs Bleiben und Gründe fürs Fahren. Entscheidend ist wohl einfach, dass der Raum zu eng ist für drei Leute. Wir Erwachsene brauchen Platz und Zeit für uns. Momo braucht andere Kinder. Es hat einen Monat lang erstaunlich gut funktioniert, aber nun ja. Schon vorbei. Recht überraschend? Vielleicht. Ich bin müde und möchte nicht ausführlicher schreiben, vielleicht morgen wieder.

29.11.17

Die Entscheidung liegt bereits ein paar Tage zurück. Ich bin bei meinem Vater in der schönen Dachgeschosswohnung in Widdern, Deutschland. Wir haben uns dazu entschlossen zurück zu fahren. Manchmal war mir nicht ganz klar warum, bzw. konnte ich es einfach nur nicht in Worte fassen, da mir so viele Gedanken im Kopf rumgeisterten. Nun kann ich es besser in Worte bringen. Josephine, die ich ab sofort öfter auch Phine nennen werde, hat die Idee migebracht un ich bin aufgesprungen. So ein Bus bietet einfach nicht genug Raum für uns. Ach, das hab ich im letzten Post auch schon kurz erwähnt, lese ich gerade.

Uns hat es also auf schnellstem Weg zurück getrieben. Am ersten Rückfahrtag haben wir es bereits bis nach Frankreich geschafft. 1000 km in einem Tag mit Kind im Auto. Momo ist die geborene Autofahrerin. Nicht einmal beschwert sie sich. Super Momo! Oder Supermomo!. In Frankreich ist die Welt eine ganz andere. Es grünt, viele Bäume, Laubbäume, Regen, Leben. Nicht mehr nur karge Landschaften mit vereinzelten Olivebäumen. Auch die Dörfchen sind wieder so süß und hübsch. Wir fühlen uns schon viel mehr zu hause. Die Sprache ist zwar noch fremd, aber die Franzosen sind gefühlt bereits viel deutscher als es noch die Spanier waren. Es gibt auf einmal keine Toiletten mehr. In Spanien gab es überall Klos. Kostenlos, selbstverständlich.

Zweiter Tag der Rückreise endet ungefähr bei Dijon, mitten in der Pampa. Grün ruhige, dunkle Nacht. Kurz müssen wir uns daran aklimatisieren und unsere Ängste akzeptieren und ziehen lassen. Dann schlafen wir ein. Ich zumindest. Die Nacht ist besonders kalt, aber wir wärmen uns aneinander.

Schlussendlich der letzte Autofahrtag für eine ganze Weile. Die deutsche Grenze. Da ist sie. Es regnet. Es ist kalt. Es ist gut. Es fühlt sich richtig an.

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der weibliche Flow

Dokumentieren, teilen. sich anderen mitteilen. Das Bedürfnis mich auszudrücken. Es fühlt sich kreativ an. Ich kreiere Text ohne über ihn nachzudenken. Das sind die besten Momente. Einfach lostippen, auf den Fluss des Universums aufspringen und die weibliche Energie ausleben. Shakti. Das begegnet mir in letzter Zeit immer wieder. Langsam fange ich an diese ganzen Symbole anzunehmen und zu akzeptieren. Sie vielleicht auch zu sehen. Auch wenn Symbole nur wieder Interpretation des Gehirns sind, haben sie wohl ihre Daseinsberechtigung. Manifestation der universellen Energien in der physischen, menschlichen Welt auf dem Planeten Erde. Bunte Bilder, Farben, Geschichten. Festhalten. Die Brücke vom Geist zum Sein. Die Brücke zur Allmacht. Bald brauchen wir diese Welt nicht mehr. Bald können wir loslassen und endlos frei sein, die Welt erleben, in der Worte nicht mehr existieren.

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Alles ich

Ein Traum. Ein Film. Ich mittendrin.
Ich merke, dass ich mich in einem Film befinde und habe eine Ahnung wie die Handlung grob verläuft. Die Details sind dennoch nicht klar und überraschen mich. Menschen verändern Ihre Gesichter. Sie verschwinden und erscheinen plötzlich wieder. Jeden Moment kann alles passieren. Das Chaos wird immer weniger bis ich in einem fast leeren Raum bin. Immer noch Gesichter. Es passiert alles in mir, in meinem Kopf. Es bin alles ich. Meine Projektion, mein Film, mein Leben. Es löst sich alles. Es löst sich alles auf. Klarheit steigt auf und ich akzeptiere das Unvorhersehbare.

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Das Sonnenmädchen

06.01.17
Es ist bereits wundervoller Sonnenschein als ich aufwache. Ich beschließe einen Spaziergang zum Bäcker zu machen. Trotz Minusgraden und Schnee wärmt die Sonne wie am ersten Frühlingstag. Ein glückliches Wetter macht auch mich glücklicher. Im Bäcker ist stehe ich vor den wie im Schaufenster aufgereihten Broten. Die Auswahl ist gigantisch. Ich möchte eigentlich nur ein leckeres Brot und jetzt muss ich mich zwischen Dinkel, Frischdinkel, Dinkel-Hafer und all den unzähligen Variationen entscheiden. Die Backstubenfachverkäuferin scheint nicht besonders erfreut über meine Entscheidungsunfähigkeit. Vermutlich durfte sie heute noch nicht in der Sonne spazieren gehen. Ich verweise sie auf die Kundin nach mir um mir noch etwas Zeit zum aussuchen einzuräumen. Dann kommt die Rettung: Ihre viel sympathischere junge süße Kollegin. Sie scheint die Sonne selbst zu sein und sieht mir meine Ratlosigkeit an und fragt mich, ob sie eins für mich aussuchen solle. Freudig nehme ich ihr Angebot an. Dank Verzauberung durch ihr Lächeln habe ich nun garnicht genau mitgekriegt was ich für ein Brot bekommen habe. Es hat 3,79 € gekostet. Zurück auf dem Weg zum Frühstück realisiere ich erst, wie gut mir das Mädel gefallen hat, die Leichtigkeit die sie ausstrahlte, wie eine Feder die auf der Wasseroberfläche daher treibt.
Auch jetzt fällt mir erst auf, wie unfähig ich gerade bin mich für irgendetwas zu entscheiden. Selbst die einfachsten Dinge wie eine Brotauswahl, scheine ich nicht auf die Reihe zu bekommen. Die vergangenen Wochen kommt es immer wieder vor, dass ich mir Gedanken über mein Leben und die kommenden Dinge mache. Vieles hat mit Entscheiden zutun. Immer wenn ich in so eine Situation komme, überfällt mich eine Ohnmacht. Ich bin froh, dass ich mich jetzt für eine WG entschieden habe. Das war auch eine kleine Herausforderung. Nun gibt es Brot.

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China ist zu Ende – ein wenig Hongkong

Wow, einen Monat alter Text. Es ist schon wieder viel zu lange her, dass ich hier etwas veröffentlicht habe … heute gibt es etwas Nachholbedarf. Die letzten Wochen möchte ich allerdings in einem eigenen Beitrag veröffentlichen. Das passiert die kommenden Tage.

21.10.16
Peter hat mich gerade massiert. Mein linke Schulter ist hart wie Stein. Vor allem seit nun fast zwei Wochen ist es schlimmer geworden. Die Massage war sehr schmerzhaft, aber gut. Peter hat Ahnung von dem was er da drückt und macht. Sehr cool.

23.10.16
Kurz vor Veränderungen scheine ich immer noch mal besonders faul zu werden. Das ist jetzt kurz vor der Abreise und war auch kurz bevor ich nach China gefahren bin.
Wenn ich in die letzten Wochen und Monate zurück blicke war der aufregendste Tag der, an dem ich mein letztes Video produziert habe. Dieses Wochenende habe ich hauptsächlich unproduktiv vor dem Computer verbracht. Noch drei Tage Training, dann geht’s los!

24.10.16
Kurz vor Ende meines Aufenthalts hier, hat Shifu doch noch meinen Namen gelernt. Die letzten Tage hat er mich die ersten Male mit Namen angesprochen. Ich glaube er mag mich. Ich mag ihn.

Hongkong Wolkenkratzer
Hongkong Wolkenkratzer

25.10.16
Seit ich hier bin hat sich meine Facebook Freundesliste verdoppelt. Allerdings hat sich die Anzahl an Freunden nicht verdoppelt.
Shifu hat mich gebeten in den mir zwei letzten verbleibenden Tagen Wing Chun zu unterrichten. Es hat mich gefreut, dass meine Fähigkeiten für gut genug empfindet, es zu lehren.

26.10.16
Nun ist es auch für mich soweit. Die Zeit ist gekommen um verabschiedet zu werden. Dutzende male habe ich es bei anderen mitverfolgt, jetzt stehe ich vor der Gruppe und spreche ein paar Worte.
Heute haben noch mehr Leute Interesse an Wing Chun als gestern. Es macht Spaß Leuten etwas beizubringen. Ich glaube, ich mache das ganz gut. Fast alle lernen sehr schnell. Ich habe ihnen innerhalb von drei Stunden eine Form beigebracht, die ich über einen Zeitraum von bestimmt einem Monat gelernt habe. Mit Vorerfahrung anderer Kampfkünste, ist es einfacher neue Moves zu lernen. Der Körper ist an bestimmte Bewegungen bereits gewöhnt und der Geist darauf ausgelegt neue Moves zu lernen.
Nun werde ich doch noch etwas aufgeregt kurz vor der Abfahrt. Es ist ein leicht komisches Gefühl dies hier hinter mir zu lassen. Freue mich aber dennoch auf das Neue.
Veränderung macht mich so lebendig. Alles fühlt sich intensiver an.
Heute Abend saß ich wie die letzten, hmm bestimmt fast zwei Wochen, mit Cosmin zusammen in meinem Zimmer. Plötzlich kommt Alex rein und fragt, ob wir mit ein die „Dorfkneipe“ wollen und zum Abschied etwas trinken. Morgen gehen auch noch zwei andere Schüler. Ich habe mich gefreut, dass sie gefragt haben und mich der Runde angeschlossen. Nach einer kurzen Unterhaltung mit Karen, habe ich mich dann aks sie angefangen haben Bier Pong zu spielen, auch schon wieder zurückgezogen. Ich musste doch wieder feststellen, dass die meisten sozialen Runden dieser Art nichts f+r mich sind. Leute sind oft so schnell komisch, sobald sie denken tun und lassen zu können was sie wollen. Kindische Verhaltensweisen und auf der Suche nach so viel sozialer Bestätigung, mittels aufplustern durch Egoverhalten.

Hongkong Skyline bei Nacht
Hongkong Skyline bei Nacht

27.10.16
Der Tag ist gekommen nach Hongkong aufzubrechen. Ich bin nun schon hier.
Der morgen war leicht spannend. Ich habe mich von allen Leuten verabschiedet. Es ist ein schönes Gefühl, dass ich doch anscheinend einigen etwas geben konnte.
Das schreiben fällt gar nicht so einfach. Ich bin etwas geschafft von der Reise und schwitze mich in meinen langen Unterhosen mit Jeans bei 30 °C zu Tode. Heute morgen waren es noch 7 °C und ich wollte mein Gepäck möglichst leicht packen, da mein Rucksack die vorgeschriebenen nur 10 kg übersteigt.
Geplant war mit dem Bus nach Luoyang zum Flughafen zu Fahren, um Geld zu sparen. Vor allem, weil das von Andi organisierbare Taxi so besonders teuer gewesen wäre. Am Ausgang des Shaolin Tempels wurde ich dann direkt angesprochen und ich habe mich doch zu einer Taxifahrt breit schlagen lassen. Nur weil sie fast nur halb so viel gekostet hat. Nach kurzer Bedenken, dass der Taxifahrer leichte Muskelzuckungen parkinsonartig hatte, habe ich mich damit abgefunden und mich auf das Abenteuer eingelassen.
Hier steht mein Rechner nicht mehr unter Strom, wenn er am Netzteil hängt.
Ach ja … die Fahrt nach Luoyang. Sie war meine bisher abenteuerlichste Fahrt jemals. Die Strecke hatte besonders viele Schlaglöcher, wobei deren Größe nicht mit deutschen Schlaglöchern vergleichbar ist. Streckenweise gab es auch einfach keine Straße. Baustellen schienen ab und zu angefangen worden zu sein und dann wurden sie vergessen.
Meine Planung ist mal wieder mehr als überpünktlich. Gut vier Stunden vor Abflug sitze ich bereits im Wartebereich. Der Flughafen ist sehr winzig und ich scheine erst der vierte Passagier an diesem Tag zu sein. Nach einer Weile füllt sich die Wartehalle doch noch. Ich komme in eineUnterhaltung mit zwei deutschen Unternehmern, die Traktoren in China produzieren lassen. Nicht gerade spektakuläre Menschen. Fliegen ist immer noch etwas aufregend für mich. Wobei… eigentlich fühle ich mich schon fast daran gewöhnt. Ab und zu ertappe ich noch Gedanken, die an Abstürzen oder andere komische Dinge denken, versuche sie aber schnell zu ignorieren und stattdessen in meinen Körper hinein zu fühlen.
Hongkong Airport. Hier war ich doch schon mal. Das letzte mal habe ich es aber nicht in die Stadt geschafft. Mein erster Eindruck ist sehr positiv.Es wirkt sehr ordentlich und super organisiert. Kein Vergleich mit Mainland China. Die Mentalität wirkt auch direkt ganz anders. Die Menschen sind rücksichtsvoll und achtsam, spucken nicht und werfen keinen Müll in die Ecken. Ich fühle mich wie in einem sauberen Berlin mit hauptsächlich Asiaten.
Ich warte an der Bahnstation, an der ich mich mit May verabredet habe. Sie ist mein Couchsurfkontakt. Hallo Hongkonggirl. Sie is mir spontan sympathisch. Gerade mal eine Minute von der Station entfernt stehen wir auch schon vor ihrer Haustür. Der Aufzug bringt uns in den einundzwanzigsten Stock. Der Flur ist eng. Die Apartment Tür geöffnet fallen wir in die Wohnzimmerküche. Ein Fenster gibt es hier nicht. Mays zwei Mitbewohnerinnen scheinen auch ganz nett. Eine bessere Beschreibung fällt mir gerade nicht ein.
Ich habe leichte Kopfschmerzen und muss jetzt schlafen.

Hongkong Couchsurfing Aussicht
Hongkong Couchsurfing Aussicht

28.10.16
Heute Nacht ist noch ein weiteres Mädel gekommen. Sie schläft auch wie ich im Wohnzimmer. Ich wurde schon vorgewarnt, dass hier immer mal Leute kommen und gehen.
Für heute habe ich ein paar Dinge auf meiner To Do Liste. Als erstes das Visum für Thailand. Werde gleich auf in die Hitze. Auf in die Freiheit der Metropole.
Pause in der Shoppingmall. Der Sessel sah gemütlich aus. Obwohl es hier unendlich viele freie WLANS gibt, funktioniert es mal wieder bei mir nicht. Irgendetwas mache ich falsch.
Hongkong ist gigantisch. Ein Zentrum des Einkaufens. Großteils laufe ich nur von Gebäude zu Gebäude, welche mit Überführungen verbunden sind. Der Platz ist so knapp bemessen, dass alles in die Höhe gebaut wurde.
Auch wenn mich das Einkaufen hier nicht wirklich interessiert, bin ich von der Großstadt doch sehr angetan bisher. Die Menschen sind alle freundlich und hilfsbereit. Es ist sauber! So sauber. Ach das erwähnte ich ja schon mal. Hier muss man ein recht hohes Bußgeld zahlen, wenn man seinen Müll hinterlässt oder auf den Boden spuckt.
Das ist das erste mal für mich, in einer so monströsen Metropole zu sein. Das einzig wichtige, das Visum zu beantragen, habe ich als erstes hinter mich gebracht. Montag kann ich es bereits abholen. Ich versuche die gewonnene Freiheit anzunehmen. Gar nicht so einfach wie gedacht. Aber ich fühle mich auf jeden Fall freier, als wenn ich in einer chinesischen Stadt unterwegs bin. Hier guckt mich niemand an, als ob ich vom Mond kommen würde. Ich kann mich mit Englisch verständigen. Yay! Es ist recht teuer. Ähnliche Preise wie in Deutschland.
Gerade kriege ich so viel neuen Input und habe so wenig ruhige Minuten zwischendurch, dass ich garnicht mit dem Schreiben hinterher komme. Es ist nun nach Zwölf und der erste Tag Hongkong neigt sich dem Ende entgegen. Ich habe eben für May gekocht und wir haben uns lange Unterhalten. Ich finde es spannend Ihre Sichtweisen zum lokalen Leben und zu Mainland China zu hören. Hongkong ist schon sehr anders.
Soeben ist Mays Mitbewohnerin und ihre Freundin nach Hause gekommen. Ich glaube sie mag ich auch. Wir haben uns für morgen Abend zum kochen verabredet. Sie hat mir den Tip gegeben in eine Bruce Lee Ausstellung zu gehen. Das werde ich machen.

Hongkong Tai O Fischerdorf
Hongkong Tai O Fischerdorf

29.10.16
Eine durchaus wichtige Sache, die ich sehr an Hongkong mag, ist, dass ich mich hier unglaublich sicher fühle. Vermutlich so sicher wie an noch keinem anderen Ort bisher zuvor. Alles ist so organisiert. Die Leute sind alle höchst respekt- und rücksichtsvoll.
Den Tag über bin ich wieder durch die Straßen gewandert. Die Mischung aus westlicher und asiatischer Welt gefällt mir. Irgendwie eigenartig, dass dieser Konsumterror mir ein Gefühl von Geborgenheit gibt. Oder welcher Part dieser Eindrücke ist dafür verantwortlich?
Wenn ich mit dem MTR, der örtlichen U-Bahn, fahre, sind die meisten der Menschen alleine unterwegs, zumindest in der realen Welt. Virtuell sind sie mittels Smartphone wohl mit ihren Freunden vernetzt, spielen und lesen Nachrichten. Kaum einer ist nicht an seinem mobilen Gerät zu Gange. Wenige unterhalten sich. Ist es erstaunlich ruhig. Eine zombieartige Ruhe, die mir nicht befremdlich vorkommt. Ich empfinde es als angenehm von niemandem belästigt zu werden.
Zu Abend haben Ming, Mays Mitbewohnerin und ihre Freundin für mich gekocht. Es gab ein traditionelles Hongkong-Gericht: Reis mit einem spinatähnlichen Gemüse, Bean Curd Creme, Ei-Fleischersatz-Schnittlauch-Omlettdingens, ein weiteres leicht saures Sojading und eine Tomaten-Tofu-Suppe. Alles hat sehr gut geschmeckt, aber auf eine Art, auf die ich niemals selber kommen könnte es zuzubereiten. Weiterhin fühle ich mich sehr wohl hier. Ich konnte heute auch noch etwas mehr entspannen als gestern. Vielleicht auch, weil ich das Gefühl habe, dass die Mädels sich jetzt anscheinend wohl damit fühlen mich zu beherbergen. Ich bin ihr erster Couchsurfer.
Immer öfter schaffe ich es mich in alltäglichen Situationen, in den ich nicht sonderlich entspannt bin, mich zu besinnen und mir dem Sein bewusst zu werden.
Heute ist etwas anders als zuvor.

Hongkong kleine Gassen
Hongkong kleine Gassen

30.10.16
Als ich aufwache sind zwei neue Gesichter in der Wohnung. Sie scheinen nicht besonders überrascht von meiner Anwesenheit. Einige Minuten später kommen weitere fünf junge Menschen an. Auch sie widmen mir keinerlei Aufmerksamkeit. Es scheint so etwas wie Nachhilfeunterricht zu geben. Wenn ich das bisher richtig mitgekriegt habe, teilen sich mindestens sechs Leute das Apartment für unterschiedliche Zwecke, sodass es zu allen Zeiten ausgelastet ist. Wohnraum ist so teuer, dass er effektiv genutzt werden muss.
Heute ist der erste Tag seit zwei Monaten, an dem ich so etwas wie Frühstück zu mir nehme. Mal schauen was es mit mir macht.
Der Tag ist vorbei und ich fühle ich sehr veranstrengt. Vor allem die letzten Stunden haben mich geschlaucht. Tagsüber habe ich eine Fahrradtour mit May unternommen. Es war sehr schön. Das letzte mal auf einem Rad zu sitzen ist für mich nun schon ein halbes Jahr her. Wir haben uns Räder ausgeliehen, so wie das wohl die meisten Hongkonger machen. Hier fährt fast niemand Fahrrad. Die Stadt ist nicht dafür ausgelegt. Wenn man Fahrrad fährt, dann hauptsächlich auf Fahrradrouten. Links vor rechts. Auch beim Fahrradfahren ist das eine Umstellung.
Abends sind wir dann zum Essen zu Mays Eltern gefahren. Es war wieder etwas, auf das ich so nicht gekommen wäre. Diesmal fand ich es aber nicht besonders spannend oder lecker. Kaum gewürzt und irgendwie hat es etwas fad geschmeckt. Die Suppe war ganz gut. Dennoch habe ich mich gefreut, dass sie für mich vegetarisch gekocht haben und mich so willkommen geheißen haben. Mit gebrochenen Englischfähigkeiten und der Übersetzungshilfe von May, haben sie mich einiges gefragt. Sie haben nicht alle Tage die Gelegenheit mit Ausländern zu reden. Irgendwie habe ich mich aber die ganze Zeit nicht ganz frei gefühlt. Ich meinte irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen und wurde in mir bekannte Situationen zurückversetzt, mich einiges an Energie kosten. Es lief auch etwas Fernsehen. Teilweise gibt es englischsprachige Sender, die die gleichen Shows wie in Deutschland, USA, etc. bringen. Ich war froh, dann irgendwann zu gehen.
Erneut überkam mich wieder ein Gefühl von: dass ich nicht Reisen muss. Alles wichtige kann ich auch in Deutschland erleben.
Be with yourself.

Hongkong Kowloon
Hongkong Kowloon

31.10.16
Das mit dem Visum hat geklappt. 60 Tage darf ich nun nach Thailand. Und vermutlich noch mal um 30 Tage verlängern. Nach dem Abholen fahre ich nach Tai O, ein Fischerdorf im Südwesten Hongkongs. Der Weg ist recht weit, der Bus fährt durchs Grüne. Es ist Montag, alle arbeiten und kaum Touristen sind unterwegs. Das macht den Ausflug angenehm. Das Dorf ist klein, gemütlich und recht arm. Ich mache eine Bootstour. Etwas von der Küste entfernt, bleiben wir im Wasser stehen. Dann fahren wir etwas hin und her. Nun verstehe ich, wir hoffen Delphine zu sehen. Ein Raunen geht durchs Boot. Jemand hat einen Delphin gesichtet. In der Ferne springt einer zwei mal kurz aus dem Wasser. Bis die Augen sich auf den Ort ausgerichtet haben, ist er auch schon wieder weg und ich Starre erneut ins vermüllte Wasser. Mission erledigt – Delphine beobachten. Wir drehen wieder um.
Es ist später Nachmittag und noch vor der Feierabend-Rushhour gehe ich Zutaten fürs Backen und Kochen einkaufen. Ich habe heute Schlüssel für die Wohnung gekriegt und kann mich in aller Ruhe in der Küche austoben. Darauf freue ich mir.
Und so tue ich.
Müdigkeit überkommt mich und ich habe das Gefühl in unbewusste Verhaltensmuster zu verfallen. Bald wird es außergewöhnlich bewusste Dunkelheit geben.

Hongkong Strsße bei Nacht
Hongkong Strsße bei Nacht

01.11.16
Der November beginnt mit meinem vorletzten Tag in Hongkong. Vielleicht nie wieder werde ich hierher zurück kommen. Heute Nacht gegen vier Uhr kamen zwei Mädels nach Hause. Die eine, die hier mit im Wohnzimmer schläft, diejenige, die nicht wirklich kommuniziert und eine Freundin von ihr.
Dieser Tag wird zu einer Wanderung zum Viktoria Gipfel. Mittlerweile fühle ich mich schon routiniert mit der U-Bahn. Die wichtigsten Haltestellen kenne ich bereits und muss schon deutlich weniger auf die Ausschilderungen schauen. Auf dem zum Berg komme ich mit einer Französin ins Gespräch. Mir fällt gerade auf, dass ich garnicht nach ihrem Namen gefragt habe. Wir sind dann eine ganze Weile gemeinsam gelaufen und haben ein wenig Smalltalk betrieben. Sie war nicht sonderlich spektakulär, aber es war okay jemanden zu haben, mit dem ich mich etwas unterhalten kann. Wir haben bestimmt fast zwei Stunden miteinander verbracht. Ab und zu hatte ich das Gefühl etwas in meiner Freiheit eingeschränkt zu sein, bei so Sachen, wie kurz stehen zu bleiben und weiter zu gehen, wann ich es will. Na gut, also habe ich etwas Rücksicht auf einen anderen Menschen genommen. Nachdem wir einmal im Kreis um den Gipfel gelaufen sind, trennten sich unsere Wege. Ich habe mir eine Eiskugel gekauft. Auf einen Schild stand etwas mit umgerechnet ca. zwei Euro pro Kugel. Ich wollte aber unbedingt ein Eis. Die Kugel war sehr klein. Als ich bezahlt habe, haben sie mir umgerechnet SECHS EURO für die berechnet. Das war überraschend. War wohl eine Spezialsorte. Ab und zu passieren dumme Tourifehler.
Wieder gehe ich recht zeitig zurück um zu backen und zu kochen. An diesem Abend sitze ich mit den zwei hier Hauptwohnenden gemeinsam am Esstisch. May und Ming. Ich bin verwirrt. Ist Ming nun ein Mädel oder ein Kerl. Ich bin mir aus verschiednen Gründen sehr unsicher.
Ich habe wohl zu viel Salz verwendet für hongkongische Geschmäcker. So wie die beiden es rüberbringen, fühle ich mich erstaunlich verletzt, kann aber ganz gut mit umgehen. Sie reden ab und zu über bestimmte Menschen nicht so positiv. Vor allem über Chinesen. Aber auch diverse andere Menschengruppierungen müssen dran glauben. Ich versuche mich so wohl wie möglich zu fühlen. Gelingt sogar einigermaßen. Immer dieses ganze Unbewusstsein … ach jetzt infiziert mich Cosmin noch mehr. Er spricht davon sehr oft. Eben habe ich eine Aussage verwendet, die er stetig zu sagen pflegte.

Hongkong Straßenszene
Hongkong Straßenszene

02.11.16
Langer Schlaf ist vorbeugend gut. Davon werde ich die kommenden zwei Nächte vermutlich nicht zu viel kriegen. Ich würde am liebsten einen Tag in der Wohnung verbringen und ein paar Dinge am Rechner erledigen. Ein bisschen Videos bearbeiten. Ming ist allerdings auch zu Hause und seine Freundin ist gerade vorbeigekommen. Ich fühle mich entspannter alleine unterwegs, als mit anderen hier in der Wohnung zu sein. Also werde ich zu meiner letzten Tour in die asiatische Metropole aufbrechen. Mein heutiges Ziel ist eine Ausstellung über Bruce Lee. Ming hat sie mir empfohlen. Das Museum war verhältnismäßig etwas abgelegener und weniger bevölkert. Mehr Ruhe. Eine gute Stunde habe ich in der Ausstellung verbracht. Hauptsächlich Text und Videos. Nun habe ich ein bisschen mehr ein Gefühl bekommen, wie Bruce Lee draufgewesen sein könnte.
Anschließend gehe ich zum Treffpunkt des Abendprogramms. Ich habe noch drei Stunden Zeit, bis May, Ming und Alex ankommen werden. Das Viertel ist einenr der Hotspots in Hongkong. Direkt am Wasser verbringe ich den Großteil der Zeit mit Filmen und Fotografieren der Skypline.
Nur einen Satz später und 180 Minuten meiner Geschichte sind vergangen. Wir gehen zu viert in die Chung King Mansions. Unser Plan ist etwas essen zu gehen. Ich werde vorher grob informiert, was es mit dem Gebäude auf sich hat, allerdings nicht darüber was gleich passieren soll. Eine Gruppe mittelöstlicher Typen kommt auf uns zugerannt, alle mit Flyern in der Hand. Ming sagt, ich solle einen auswählen. Erst nachdem ich alle Flyer in die Hand gedrückt bekommen habe, verstehe ich, dass ich auswählen muss, wo wir essen gehen werden. Alle Flyerverteiler reden irgendetwas auf mich ein, ich muss sie ausblenden um mit der Situation irgendwie klar zu kommen. Ich wähle zufällig einen Flyer aus und strecke meinen Arm schnell hoch in die Luft, als ob ich eine rote Karte ziehe. Es hat funktioniert, ein raunen geht durch die Masse und das auf mich einreden legt sich. Wir folgen einem indischaussehendem Mann, der uns nach wenigen Metern an den nächsten weiterleitet. Dieser bringt uns zu einem Fahrstuhl und sagt, wir sollen in den dritten Stock fahren. Das war die wohl bisher au0ergewöhnlichste Restaurantauswahl meines Lebens.
Nach dem Essen sind wir noch durch die Straßen gelaufen und haben verschiedenstes Streetfood probiert. Außerdem waren wir noch in einer Spielautomatenhalle.
Meine letzten Sätze strotzen gerade zu vor kreativem Schreiben. Gerade habe ich mit Ming noch viel zu lange geredet, dafür dass es schon 3:20 ist. Mein Kopf muss jetzt ausschalten. In drei Stunden klingelt mein Wecker.

Hongkong Skyline und Meer
Hongkong Skyline und Meer

03.11.16
Bye bye Hongkong. Ich verlasse die Stadt mit dem Gefühl sehr viel in dieser Woche über sie und ihre Menschen erfahren zu haben. Großteils geht der Dank hierbei an meine Couchsurfhosts. Dadurch konnte ich direkt Kontakt mit Einheimischen knüpfen und erfahren, wie sie so drauf sind und denken. Natürlich ist auch das nur ein Ausschnitt einer möglichen Lebensweise. Dennoch fühle ich mich, als ob ich in den letzten sieben Tagen mehr über Hongkong, als in den davorigen sechs Monaten über China mitgekriegt habe. In China habe ich mich kein einziges mal lange mit einem Einheimischen über die Kultur, Politik etc. unterhalten. Etwas schade vielleicht.
Gerade sitze ich schon in Bangkok im Bus, warte auf meine Abfahrt zum Reisebüro, indem ich mein Zugtickticket nach Koh Pangnan abholen kann. Vor mir sitzt ein älteres deutsches Parr, die sich gegenseitig anmurren und schlechte stimmung verbreiten wollen. Das lasse ich nicht zu! Komische Menschen, die sich direkt nach der Ankunft in einem neuen Land über Dinge aufregen. Von oben sieht Bangkok sehr hässlich und langweilig aus. Zumindest das, was ich vom nördlichen Teil sehen konnte. Alles ist in Rechtecke aufgeteilt. Straßen, Wohnblocks, Felder. Die Natur wurde unterdrückt. Ich hatte heute bisher noch keine Lust zu filmen. Im vergleich zu Hongkong wirkt Bangkok direkt deutlich ärmer. Schon der Flughafen ist viel dreckiger. Die kurzen ersten Kontakte mit Menschen waren, bis auf den Immigrationspolizisten (Ich habe das Gefühl, diese Menschen werden darauf geschult böse zu gucken und unfreundlich zu sein.), waren sehr positiv. Eine Frau fragt mich wo ich hin möchte. Sie ist von einem Taxistand im Flughafen. Ich erkläre es ihr und sie meint, dass ein Taxi bei ihrem Stand zu teuer ist. Ich solle bessser eins draußen nehmen. Für nun ca. 4 € ist es doch der Bus geworden. Ich denke, es ist eine gut Entscheidung keine Zeit in Bangkok zu verbringen. Hongkong ist erst mal genug Großstadt für die nächste Zeit.
Ich bekomme den Schlafentzug zu spüren. Die Luft auf dem Bahnsteig ist stickig heiß. Ich fühle mich etwas im Zombiemodus.
Nun liege ich im Zug. Der Vorhang macht es fast gemütlich, auch wenn ich etwas zu groß für das Bett bin. Mein erster Schlafzug. Hier ist alles gefühlt noch ärmer als in China. Vor der Abfahrt wurden noch abenteuerliche Reparaturen am Zug vollzogen. Immer noch sind die Leute sehr hilfreich und freundlich. Es sprechen auch viel mehr Menschen Englisch als in China. Es sind unglaublich viele Touristen hier unterwegs.
Gefühlte drei Stunden Schlaf später, ist es gerade mal neun Uhr. Noch neun Stunden Fahrt. Es ist holperig,laut wohlig. So viel Privatsphäre hatte ich die letzte Woche nicht gehabt. Erfreut stelle ich fest, dass es hier funktionierendes WLAN gibt. Das hat nicht mal Hongkong hingekriegt. Erstaunlich.
Eine gute Weile später werde ich wieder gezwungen offline zu sein. War auch zu schön. Ich kann immer nur kurze Stücke schlafen. Die Neonröhren werden anscheinend die ganze Nacht nicht ausgeschaltet.
Manche Erfahrungen werden nicht von mir dokumentiert. Teilweise sind es sogar besonders tolle Momente. Momente die ich für die Momente heilig erachte und in ihrer Pracht sowieso nicht festgehalten werden können. Die kleinen zwischenmenschlichen Begegnungen, Situationen die nicht in Videos zu sehen sind un in Texten zu lesen. Erfahrungen, die jeder selbst erleben muss und eine Reise für jeden selbst ein individuell heiliges Erlebnis ist.
In meiner letzten Hongkongnacht hatte ich noch diese ausführliche Unterhaltung mit Ming. Er hat mich gefragt, dass wenn er mehr über Deutschland erfahren möchte ohne es zu bereisen, wie er an gut authentische Informationen kommt. Der Clue daran: die Sprache. Infos über ein Land werden hauptsächlich von Leuten des Landes publiziert und damit in der jeweiligen Landessprache. Wenn die Nachrichten in einer anderen Sprache existieren sollen, werden sie meist aus der Sicht des jeweiligen anderen Landes produziert, wodurch eine teilweise sehr verschobene Wahrnehmung geschildert wird. Es wäre eventuell bereichernd, wenn mehr Blogger in English schreiben um auch anderen Kulturen einen authentischen Einblick in fremdes Leben zu gewähren.
So langsam ist es mir genug Zug. Die Klimaanlage kühlt etwas zu gut. Vielleicht noch drei Stunden Fahrt. Mal schauen wie pünktlich wir sein werden. Außerdem bin ich gespannt, wie ich erfahren werde, wann ich aussteigen muss. Bisher gab es noch keine durchsagen.
Ich bin mitten im Touristenzentrum. Angekommen am Bahnhof werde ich direkt zu einem Bistro geführt wo ich auf den Bus warte. Ich trinke meine erste Kokosnuss. Vermutlich eine teure. Die Kokosnüsse hier sind anders, als die, die man in Deutschland kaufen kann. Sie sind grün, haben mehr Wasse. Das Fleisch ist weniger und weicher. Man kann es löffeln. Von denen werde ich die kommenden Monate bestimmt noch einiges verzehren.
Der Verkehr hier ist deutlich sicherer als in China. Die Leute machen keine verrückten Manöver und gehupt wird nur, wenn es wirklich nötig ist. Noch ein Tag bin ich Teil dieser sich komisch anfühlenden Touristenmasse, werde ich Teil von mir und dem Universum. Ja, das bin ich auch jetzt schon.
Auf der Fähre gibt es wieder mir vertraut erscheinende chinesische Schriftzeichen. Lesen kann ich sie immer noch nicht. Das Wetter ist schlecht. Ich dachte die Regenzeit sei schon vorbei. Schlechtes heißt aber immerhin sommerliche Temperaturen. Je weiter wir aufs Meer hinaus kommen, desto schlechter wird die Sicht, desto stärker wird der Regen.
Ich wandere durch die gemütlichen Straßen. Die Insel gibt mir ein gutes Gefühl. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Dunkelheit
Wow, morgen werde ich das wirklich machen. Die letzte Woche war so unmeditativ, wie lange keine mehr. Ich bin noch total im Neusein mit Thailand und allem. Aber hey, sobald ich da drin bin, wird sich alles wieder ändern und ich werde zwangsläufig ruhiger werden.

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Kung Fu, Fasten, Wandern

Danke an Christian für diese Aufnahme. Weiter unten gibt es noch ein weiteres Video.

05.09.16
Ein weiterer erster Fastentag. Schon wieder wird Müll verbrannt. Ich hoffe das wird nicht zur neuen Gewohnheit hier. Heute habe ich Yis sehr schönes Comicbuch „Running Girl“ gelesen. Eine sehr kurze aber sehr stimmungsvolle Geschichte.
Ich fühle mich auch ohne essen sehr fit. Bin aber nur ein paar kleine Runden gelaufen und habe ein wenig Taiji gemacht.

06.09.16
Wir haben nun erfahren, dass unsere jungen Meister Hai Han und Li, welcher kaum noch da war in letzter Zeit, nun zur Armee gehen mussten. In China dauert der Wehrdienst angeblich mindestens zwei Jahre. Einen Abschied von ihnen gab es nicht. Ich hoffe besonders für Hai Han, dass es ihm gut ergehen wird und seine Leichtigkeit und Glücklichkeit nicht zerstört werden.

07.09.16
Gerade überkommt mich eine Unglücklichkeit und Ungewissheit. Ich denke heute sehr viel an die Zukunft. Wie es alles wird und was mir am besten tut. Es ist wieder ein Moment in dem ich nicht mehr unbedingt hier sein mag. Nun würde ich gerne in Deutschland sein. Sobald ich aber wieder zurück nach Deutschland gehe, kommt automatisch auch wieder der Geldgedanke. Vielleicht ist es eine kleine Fastenkrise. Ich weiß gerade nicht, was ich möchte. Wie immer versuche ich mir zu sagen: auch das geht vorbei.
20 Minuten später. Schon fühle ich mich wieder sehr gut. Nach ein wenig Bewegung sieht die Welt wieder ganz anders aus. Ich bin wieder mehr im Moment.

09.09.16
Diesmal ist das fasten noch einfacher als beim letzten mal. Ich habe zwar auch meinen Computer behalten und deutlich mehr Ablenkung als zuvor, aber dennoch habe ich das Gefühl mich schon gut an den Status gewöhnt zu haben. Gestern Abend wurde es wieder etwas spannender. Ich habe dynamische Atmungen und Bewegungen ausprobiert und konnte wieder einige Stellen in meinem Körper, zumindest temporär, befreien. Ich fühle mich wieder besonders entspannt. Wenn ich mein Fasten breche, werde ich eine Zeit lang intermittierendes Fasten ausprobieren. Ich glaube, das könnte mir gut gefallen und gut tun. Das bedeutet zwischen der letzten und ersten Mahlzeit eine Pause von ca. 16 Stunden zu haben. Ich werde also das Frühstück jeden morgen ausfallen lassen Solange ich hier in der Schule bin, heißt das jeden Tag 17 Stunden nichts zu essen. Also jeden Tag ein kurzes Fasten. Es ist sehr klar bewiesen, dass wenn man allgemein weniger isst, man länger und gesünder lebt. Außerdem ist es gut dem Körper mehr Zeit zu geben, indem er sich regenerieren kann und nicht verdauen muss, da die Verdauung einen Großteil unserer täglichen Energie benötigt.

10.09.16.
Gestern habe ich mich den ganzen Tag über sehr schwach gefühlt. Abends dann, hatte ich auf ein mal viel Energie. Da lag ich schon im Bett und das Schlafen fiel schwer. Ich habe seit gestern Nachmittag ab und zu einen altbekannten Drogengeruch in der Nase. Vielleicht lösen sich gerade Reste aus meinen Nasennebenhöhlen, die seit Jahren dort festsitzen. Vielleicht habe ich auch deshalb so viel Energie. Oder Einbildung? Wer weiß … Ich werde vermutlich heute oder morgen das Fasten schon abbrechen. Ich habe keine Lust mehr.

Aussicht Huashan Gebrige
Aussicht Huashan Gebrige

12.09.16
Es ist der dritte Abend des wieder Essens. Ich liege im Bett und lausche dem strömenden Regen und Gewitter. Eben bin ich gerade noch einer Sahneschlacht entkommen. Es war mal wieder Geburtstag. Noch bleibe ich dem Zucker fern. Ich fühle mich sehr klar und leicht. Das Fasten hat mir wieder sehr gut getan. Meinem Essen widme ich viel Aufmerksamkeit und Zeit, kaue langsam und ausgiebig, versuche Unterhaltungen während des Essen auf das Nötigste zu reduzieren. Ich werde nun weiterhin erst mittags meine erste Mahlzeit zu mir nehmen und meinem Körper dadurch mehr Verdauungs- und Regenerationspausen gönnen.

14.09.16
Statt Powerstretching habe ich heute mit Christian Yoga gemacht. Es war auch hauptsächlich Stretching, aber viel besser es alleine mit Gefühl zu machen, als wenn ich zwei andere Leute dehnen, die nicht auf die Feinheiten achten und nicht in deinem Körper stecken. Es tat unglaublich gut. Gepaart mit viel Meditation der letzten Tage habe ich nach dem Mittagsschlaf einen massiv angenehmen Muskelkater im Rücken und irgendwie im Inneren gehabt. Meine Haltung fühlt sich gerade besonders gut an. Nächsten Dienstag wieder. Danke Christian.
Vor dem Abendessen kam ein Backpackerpärchen an, das eine Nacht hier verbringen wird. Sie sind nun schon seit acht Monaten per Anhalter unterwegs. Angefangen haben sie in Polen. Sie haben ein paar Storys erzählt. Sie wirkten ganz schön geschafft. Ich glaube So etwas kann eine tolle Erfahrung sein, aber man kommt zwischendurch kaum zur Ruhe. Ich habe dann nicht viel nachgefragt und mich wieder verkrochen. So sehr bin ich dann doch nicht an Geschichten interessiert.

15.09.16
Heute starten wir einen Kurztrip zum Huashan. Ein Berg ca. drei Stunden von hier entfernt. Es ist Feiertag in China und drum fahren wir besonders früh los, da es angeblich viel Verkehr geben kann. Der erste Teil unserer Fahrt ist per „Taxi“ nach Luoyang. Es ist eine recht spannende Fahrt durch arme, ländliche Regionen. Alles wirkt sehr einfach und sehr dreckig. Die Fahrt ist angenehm, da alle kein wirkliches Bedürfnis haben sich zu unterhalten.
In Luoyang angekommen fühlt es sich wieder westlicher an. Der Bahnhof ist sauber und gut organisiert. Wenn man in China Bahn fährt, muss man wie beim Flugzeug sein Gepäck und sich selbst durchleuchten lassen. Anschließend sitzt man dann in einer Wartehalle bis man zum Einsteigen aufgerufen wird. Dadurch sind die Bahnsteige immer sehr leer. Das wirkt etwas geisterhaft. Das System ist bei großen Bahnhöfen bestimmt sinnvoll, auch wenn ich den Sicherheitscheck ein bisschen übertrieben finde.
Da wir viel zu früh losgefahren sind, sitzen wir noch drei Stunden in einem Bahnhofs Cafe. Die Atmosphäre ist super entspannt. Ich mag unsere Reisegruppe von momentan noch sieben Personen. Sobald wir in den Zug steigen werden wir erstmal nur noch drei Leute sein. Zwei weitere kommen dann einen Tag später nach.
Angekommen in Huashanbei werden wir direkt von einer alten Frau überfallen, die uns Handschuhe verkaufen will, erst später verstehen wir warum es hier überall diese Handschuhe gibt. Anschließend kommt direkt ein Taxifahrer zu uns. Beide können wir nur mit Mühe abwimmeln. Wir möchten uns selber unseren Fahrer aussuchen. Wir stehen vor unserem Hotel. Direkt vor dem Eingang ist eine kleine Kohleverbrennungsanlage. Die Luft ist deutlich schlechter als beim Shaolin Tempel. Das Gebäude ist etwas runtergekommen. Als wir unser Zimmer betreten, ist es allerdings ganz okay. Das Personal ist sehr angenehm und wir verständigen uns mit dem Nötigsten.
Wir machen uns auf die Suche nach einem Supermarkt um uns Proviant die die nächsten Wanderungstage zu beschaffen. Der Smog hat sich etwas gelichtet. Nun sehen wir sogar etwas vom Berg. Schon wieder kommt eine Frau an und will uns Handschuhe verkaufen. Diese ist die wohl hartnäckigste Verkäuferin, die ich bisher jemals gesehen habe. Sie ist uns ca. einen Kilometer lang hinterher gelaufen während sie versuche uns zum Kauf zu überreden. Auf dem Rückweg vom doch recht weit entfernten Supermarkt gehen wir in ein Restaurant und essen höchst schmackhaftes chinesisches Essen. Unsere nun kleinere Gruppe von nur noch Christian, Julien und mir ist immer noch angenehm. Huashanbei wirkt ähnlich unspektakulär wie Dengfeng und Changyuan, die einzigen Städte die ich bisher wirklich gesehen habe. Hier scheint sehr viel vom Tourismus zu leben.
Ich hatte den ganzen Tag keine Lust Fotos und Videos zu machen. Das hätte nur noch mehr Energie gekostet. Da mein Chinesisch noch am besten uns ist, übernehme ich immer die Kommunikation. Raus aus der Komfortzone. Auch das trägt zu meiner Müdigkeit bei, aber ich lerne viel. Das Reisen ist immer sehr anstrengend für mich. Anstrengender als Training. Ich fühle mich wohlig fertig und freue mich aufs Bett.

Liebesschlösser Altar
Liebesschlösser Altar

16.09.16
Nach drei Stunden berg auf wandern, machen wir eine Pause. Wir sind auf dem ersten Gipfel angekommen. Einen gut schnellen Gang hatten drauf. Belohnt werden wir mit einer wunderbaren, relativ klaren Aussicht und leider einer Horde Chinesen. Da hätte ich lieber einen weniger spektakulären Ort, der ruhiger ist. Ein bisschen habe ich mich allerdings schon an die Menschenfluten gewöhnt. Manchmal kann ich sie ausblenden. Hier lassen uns die Menschen aber glücklicherweise mehr in Ruhe als beim Shaolin Tempel. Noch kein einziges Foto wollten sie bisher mit uns machen. Vielleicht liegt es auch daran, dass hier eher Leute mit Geld sind, da man Eintritt für den Berg zahlen muss. Und wenn man mit der Seilbahn fährt ist es noch mal teurer.
Endlich hat doch noch jemand ein Foto mit mir gemacht. Das war dann sogar Motivation für mich, auch meine Kamera auszupacken. Auf dem Rückweg zu fotografieren war angenehm. Da hab ich alles schon ein mal ohne den den Fotografierdruck entspannt wirken lassen können. Und kann mich nun leichter den Fotos widmen. Am Fuß des Bergs sprachen uns zwei Mädels an, die uns dann noch eine Weile gefolgt sind. Das war meine bisher längste Unterhaltung auf Chinesisch. Ein bisschen Hilfe einzelner englischer Worte haben wir doch noch gehabt.
Zurück im Hotel. Julien und ich sind ohne Christian zurück. Er wollte noch etwas weiter wandern. Morgen ist ein weiterer Tag and wir den Rest erkunden möchten. Der Rückweg war deutlich angenehmer und schneller. Nach nun neun Stunden unterwegs sein, bin ich wieder gut erschöpft. Licht aus.

17.09.16
Gestern Abend sind Willen und Ream zu uns gestoßen. Als nun größere Gruppe gönnen wir uns heute den Luxus der Seilbahn und laufen dann von Gipfel zu Gipfel, was wir gestern nicht mehr gemacht haben. Es sind ein bisschen weniger Menschen als den Tag zuvor. Abends gehen wir noch mal in das gleiche, uns so begeisternde, Restaurant von Donnerstag.

Minitempel auf Huashan
Minitempel auf Huashan

18.09.16
Home sweet home. So fühlt es sich an wieder in der Schule anzukommen. Das kleine aufregende Abenteuer ist vorbei und ich befinde mich wieder in der sicheren Zone. Ich fühle mich mittlerweile sicherer in der Kommunikation auf Chinesisch und habe das Gefühl mich nun besser durchschlagen zu können. In den letzten Tagen konnte ich meine Sprachkenntnisse oft unter Beweis stellen. Auf der Rückfahrt von Huashanbei zum Shaolin Tempel haben wir von Luoyang aus ein „Taxi“ genommen. Ein Typ hat uns angesprochen und gefragt, ob er uns fahren kann. Es war sogar günstiger als die von unserem Meister hinzu organisierte Fahrt. Nur 300 Kuai, ca. 40 € für eine mehr als eine Stunde Autofahrt für 5 Personen.
Es gibt in China ein paar Gerüche, die ich bisher noch nirgendwo sonst gerochen habe. Allerdings sind sie nicht gerade positiv. Meist sind sie mit Müll und Fäkalien verbunden.

19.08.16
Wir haben zwei neue Shifus, zumindest temporär. Vielleicht bleiben sie nur eine Woche. Es sind Freunde unseres Shifus. Shifu Wu und Shifu Liu. Sie machen einen angenehmen Eindruck. Ich glaube Shifu Wu ist etwas strenger.

China Luoyang
China Luoyang

20.09.16
Heute fühle ich mich etwas faul und freue mich darüber nur entspanntes Training zu machen. Gerade machen wir fast nur Formen, da diese Woche die zwei Meister da sind und wir die Gelegenheit nutzen sollen etwas von ihnen zu lernen. Der eine Meister raucht, der andere ist dick und recht „chinesisch“, hab ich zumindest das Gefühl. Damit meine ich, er ist nicht so offen und westlich, spuckt auf den Boden und mag Disziplin.

21.09.16
Ich habe den einen neuen Meister wohl etwas falsch eingeschätzt, er scheint wohl doch recht angenehm und nicht zu streng zu sein. Trotzdem spuckt er dauernd auf den Boden.
Mir wurde mitgeteilt, dass es doch so etwas wie Erdnussbutter in Dengfeng zu finden gibt. Dem werde ich nachgehen!
Ich habe mich nun dafür entschieden doch nicht mit Christian nach Beijing zu fahren. Die kleine Reise letztes Wochenende war erstmal wieder genug Stress, Geld, schlechte Luft und Zugfahrt für die nächsten Wochen. Bis Hongkong und dann Thailand ist es auch nicht mehr lange hin. Ich freue mich schon sehr drauf.

22.09.16
Okay der eine Shifu ist doch etwas komisch. Morgen sind die beiden den letzten Tag da. Nun sind es nur noch fünf Wochen die ich hier sein werde. Die Zeit vergeht im Fluge. Obwohl ich so fit wie noch nie in meinem Leben bisher bin, bin ich nicht so fit wie ich erwartet hätte nach dieser Zeit zu sein. Ich fühle mich oft ein wenig unmotiviert und matsch und nicht voller explosiver Energie. Christian wird Montag gehen. Damit fällt mein Hauptgesprächspartner weg. Ich werde ihn bestimmt später mal besuchen.
Seit nun zwei Wochen habe ich nichts vor ca. 12 Uhr gegessen. Das läuft ausgesprochen gut. Ich fühle mich morgens nicht hungrig und habe viel Energie. Ich habe das Gefühl das intermittierende Fasten wird mich noch eine lange Zeit begleiten. Es fühlt sich gesund an.

China Huashan
China Huashan

23.09.16
Diesen morgen sind wir in den Shaolin Tempel gegangen. Die Afrikaner hatten dort heute ihre Abschlussfortführung. Erst wollten sie uns nicht kostenlos in den Tempel lassen, obwohl wir unsere Kluften getragen haben, anschlie0end gab es weitere Verwirrung, wo, wie und wann es stattfinden wird. Nach längerem hin und her und vielem Warten, gab es dann doch noch eine recht ausführliche Zeremonie mit vielen Shaolinmeistern und -oberhäuptern. Das Warten lohnte sich. Die Vorführung war beeindruckend. Am Ende performten dann noch chinesische Kungfuler – ich bekam Gänsehaut. Es war die vielleicht bisher beste Kung Fu Performance, die ich je gesehen habe.

26.09.16
Ist das Wochenende Spektakuläres vorgefallen? Anscheinend hat nichts es in mein Tagebuch geschafft. Heute ist Christian abgereist. Es war eine schöne Zeit mit ihm. Er war der mit Abstand beste Schüler in Sinne seiner Performance. Shifu hat ihm zum Abschied sogar ein Schwert geschenkt. Ich freue mich für ihn.
Es ist ein regnerischer Tag und nach unseren morgendlichen Kicks, die heute seit langem mal wieder sehr viele waren, war es das auch schon mit Training. Es gab eine Besprechung und nachmittags eine lange Meditation mit anschließendem Qigong. Das tat sehr gut. Könnte meinetwegen öfter sein.
Heute Abend habe ich mich für kurze Zeit verliebt gefühlt. Es war ein mir aufregendes bekanntes Gefühl, das allerdings nicht wirklich an eine Person gerichtet war, sondern mehr ins Nichts hinein.
Ich habe mich gestern und heute sehr angenehm mit Cosmin unterhalten. Es tut gut jemanden hier zu haben, mit dem ich mich über spirituelle Themen austauschen kann und alles erzählen kann, ohne komisch angeschaut zu werden. Nun wird er erstmal wieder eine Woche schweigen. Er möchte mit den anderen nicht kommunizieren und führt deshalb den Stillemodus für sich ein.

Touritempel auf Huashan
Touritempel auf Huashan

29.09.16
Heute ist wieder ein „Recyclingtag“ im Dorf. Nach dem Aufwärmrunden des Powertrainings frage ich Shifu ob ich alleine ins Grüne gehen kann und für mich trainieren. Dort war dann auch die Luft besser. Vermutlich habe ich mich nicht so sehr gepusht, wie wenn ich in der Gruppe geblieben wäre, aber es war auch gut.

30.09.16
Nur noch vier Wochen. Rasant verschwindet sie im Vergangenen. Die Zeit.
Heute hatte ich mein wohl letztes Grading hinter mir. Ich fühle mich immer wohler mit meinen bisher erlernten Formen, doch ist noch unendlich viel Luft nach oben offen um mich zu verbessern. Ich habe erstaunlich viel Lob für mein Taiji gekriegt. Ich muss es wohl mal filmen.

01.10.16
Ein Wochenendtag. Ich esse seit gut einer Woche wieder Zucker. Es ist eine schlimme Sucht. Dafür gibt’s dann Samstag und Sonntag nur Abendessen. So kann mein Körper ein bisschen entgiften und regenerieren.

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China, oh China.

Hallo deutschsprachige Welt und Googletranslaterwelt. Für jeden Tag veröffentliche ich mindestens eine Zeile Text. Immer öfter kommt es mir so vor, dass sich Dinge wiederholen und sich Unwichtiges einschleicht. Vielleicht werde ich in kommenden Beiträgen das Format ändern und eine Zusammenfassung für einen Zeitraum schreiben. Wer mag, kann mir dazu gerne Feedback geben.
Hier noch ein mal wie gehabt.

24.07.16
Noch den ganzen Tag scheint mein Verdauungstakt zu kämpfen zu haben. Das einzige worauf ich wirklich Lust habe ist Obst. Das ist gerade das Gute an der Krankheit. Meine Esslust ist fast nicht vorhanden und ich esse fast nur das nötigste. Den Tag verbringe ich wieder größtenteils im Bett. Nachdem ich gestern Hardcore Henry gesehen habe, den ich höchst unterhaltsam fand, schaue ich mir heute Hateful Eight an. Gefällt mir sehr gut.

25.07.16
Heute hat Shifu gemeint, dass die Zeremonie am Freitag anscheinend einigen nicht gefallen hat und er das nächstes Jahr nicht mehr machen wird. Er wollte uns Gutes tun und hat unterschätzt wie unterschiedlich Kulturen in der Hinsicht sein können.

26.07.16
Sommernächte können schlaflos sein. So die letzte und vielleicht auch diese. In der letzten musste ich mehrmals auf’s Klo rennen. Heute sind viele Störgeräusche mit denen mein Geist nicht zurecht kommen mag. Mücken kann ich mittlerweile recht problemlos töten. Ob das gut ist … Kopfhörer und gut Musik lassen mich die Umwelt ausblenden.

WangZhiGou Kung Fu Dorf Shaolin Tempel
WangZhiGou Kung Fu Dorf

27.07.16
Heute habe ich wieder keine Lust auf Sparring und übe stattdessen Formen. Ich bringe Mohammed, einem neuen Schüler aus dem Oman, ein wenig Tai Ji bei. Ich stelle wieder fest, dass mir Leuten etwas beibringen viel Spaß macht. Es sind wieder zwei neue Schüler angekommen. Einer davon wird ein Jahr hier bleiben. Davon gibt es immer nur sehr wenige. Er ist erst 17. Das finde ich leicht beeindruckend.

28.07.16
Powertrainingtag. Es gab schon schlimmere. Ich hab immer noch am meisten Probleme mit den Liegestützübungen. Ich habe das Gefühl, dass ein langes Fasten mir mit dem dabei helfen kann. Mein Nacken ist immer so verspannt. Weiter machen. Heute ist Peter wiedergekommen, ich mag ihn. Gerade schaue ich die Serie Death Note. Die erste Animeserie die mich fesselt.

29.07.16
Wow, es ist schon wieder eine Woche um. Diesmal ist es nicht nur eine Woche, sondern es sind die ersten drei Monate, die ich nun hier bin. Wenn die Zeit weiterhin so schnell vergeht, ist es schon bald Ende Oktober und ich werde nach Thailand gehen.
Ich habe mal wieder angenehmen Muskelkater. Im unteren Rücken. Das ist super, dort brauche ich dringend mehr Muskulatur.

30.07.16
Manchmal mag ich Menschen. Manchmal mag ich sie nicht. Meistens mag ich sie nicht, wenn sie reden. Wenn sie schweigen, sind sie mir sympathischer. Ich interagiere gerne mit ihnen. Sich gegenseitig anschauen, berühren und gemeinsam bewegen ist spannend. Auch eine gute Unterhaltung mag nicht schaden, doch die sind rar. Deshalb meide ich oft Menschengruppen. Sollte ich das veröffentlichen?

Kung Fu Show Shaolin Tempel
Kung Fu Show

31.07.16
Ich gehe auf die Suche nach Bananenchips in den kleinen Läden hier im Dorf. Im zweiten Laden Suche ich recht lange, kann nichts finden und kaufe dann aus Höflichkeit etwas anderes kleines. Ich gebe der Verkäuferin 5 Kuai und weiß, dass es 4 Kuai kostet. Sie behält das Geld. Nach dem ich sie darauf hinweise, dass es 4 Kuai kostet, meint sie: nein, 5. Solche Situationen fallen mir schwer. Ich mag Leute nicht, die sich so verhalten. Ich werde dort nicht mehr einkaufen. Auch wenn 1 Kuai nicht mal 20 Cent sind. Das gehört sich nicht.
Heute sind wir in einer kleinen Gruppe zu einer Kung Fu Show gegangen. Die Show ging vielleicht 20 Minuten. Keine drei Euro hat es gekostet, das war der Grund warum ich mitgegangen bin. Sehr begeistert war ich nicht. Ich schien das alles schon mal gesehen zu haben. Die Performance war größtenteils gut, aber das gewisse Etwas hat gefehlt. Die Show ist vier mal täglich und dementsprechend begeistert sahen die Performenden auch aus. Als die Show fertig war, wurden wir durch einen Gang der von dutzenden Merchandisingständen gesäumt war, geschleust. Wieder ein mal typisch China.

01.08.16
Ich mag das essen hier langsam nicht mehr so sehr. Nach drei Monaten oft das gleiche, wünsche ich mir mehr Abwechslung und mehr das, worauf ich gerade Lust habe. Immer öfter kommt mir das Essen zu fettig und zu salzig vor.
Heute ist wieder ein guter Tag. Gegen Ende des zweiten Trainings fühle ich mich plötzlich federleicht. Mein ganzer Körper scheint kaum noch etwas zu wiegen. Heute Abend bin ich super motiviert und möchte gerne viel neues lernen. Ein Hoch.
Ich habe mich nun für einen Vipassanakurs im November in Thailand angemeldet. Darauf freue ich mich.

02.08.16
Meine Hüften tun bei vielen Bewegungen weh. Sie müssen sich nun an viel mehr Flexibilität gewöhnen. Ich möchte gerne meine Tai Ji Formen verbessern und besonders niedrige Beinstellungen machen können. Und den hohen Tritt in der Luft halten können. Training, Training. Nachts kann ich im Moment schlecht schlafen. Hitze Geräusche und Moskitos erschweren das Leben. Also schlafe ich nach Frühstück und Mittagessen.

Merchandise Shaolin Tempel
Merchandise Shaolin Tempel

03.08.16
Jetzt ist Libellensaison. Seit gestern schwirren sie in Scharen durch die Luft.

04.08.16
Eigentlich immer scheue ich mich vor dem Powertraining. Wenn es dann aber vorbei ist fühle ich mich stets super. So wie auch gerade. Ich bin wieder hochmotiviert und denke, dass ich nach Thailand direkt wieder hier her gehe und das zweite halbe Jahr zu Ende bringen möchte.
Seit gestern ist eine Zehnergruppe Spanier hier. Zum Glück bleiben sie nur 10 Tage, denn wir sind insgesamt zu viele Schüler. Darunter leidet dann etwas die Qualität des Unterrichts.

05.08.16
Als mein Duschgel sich dem Ende neigt habe ich hier in China neues gekauft. Das hat mir nicht gefallen und habe aufgehört es zu benutzen. Nun habe ich mich seit über einem Monat nur noch mit Wasser gewaschen. Ich fühle mich sauber.

06.08.16
Dengfeng – die Stadt des Kung Fu. Heute ist es auch die Stadt des Geldausgebens. Meine letzten 200 Kuai habe ich heute für ein wenig Wohlfühlen genutzt. Obst und Co. Im Supermarkt, anschließend meine erste Massage hier. Eine Stunde 60 Kuai, ca. 8 €. Kuai ist übrigens umgangssprachlich. Die eigentliche Währung heißt Renminbi bzw. Yuan. Zum Schluss noch eine große Portion Dumplings und mit dem Taxi zurück.
Mein vermeintlicher Kreditkarten PIN Code war doch keiner. Jetzt muss ich mir erst einen besorgen, damit ich Geld abheben kann. Bargeld wechseln war beim letzten mal so umständlich, dass ich es wenn möglich vermeiden möchte.

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7 Tage Wasserfasten

Dies mal gibt es ein Video in Englisch, da ich denke, das Thema Wasserfasten könnte einige interessieren. Folgend könnt ihr ausführlich meine täglichen Erlebnisse während des Prozesses lesen. Auf Deutsch 🙂

21.06.15
Tag eins des Bi Gu Fasten. Der Tagesablauf wurde auf Sommertemperaturen umgestellt. Das erste Training ist jetzt schon 5 Uhr morgens. Für mich erst mal nur für die Aufstehzeit relevant. Lange habe ich keinen Stift mehr in die Hand genommen um mehr als ein paar wenige Zeilen zu schreiben. Ohne Computer kann man auch nicht so leicht Fehler und Ausdruck korrigieren. All das Handgeschriebene werde ich dann noch einmal abtippen, das was ihr nun lest.
Nachdem mein Darm zum Großteil leer ist, wiege ich nun an Tag eins 72 kg. Ich denke mit dem wenig essen die letzen 2 ½ Tage bin ich ganz gut vorbereitet. Ich denke im Moment sehr viel. Es ist heiß. Gerade lag ich eine gute Stunde in der Sonne. Ich vegetiere vor mich hin, fühle mich leicht schwächlich.
Später am Tag. Ich wache auf und habe das starke Bedürfnis mir die Zähne zu putzen. Meine Zunge ist weiß. Über eine Stunde lang Atemübungen gemacht. Mein Körper kribbelt. Es fühlt sich gut an. Ich fühle mich. Immer sieben Sekunden einatmen, neun Sekunden ausatmen. Während des Schreibens fällt es mir schwer zu zählen. Es wird dunkel.

22.06.16
schwach bin ich ähnlich wie gestern. Ein weiteres guttuendes Sonnenbad. Es erscheinen gar keine roten Linien, wenn ich ein Wort auf Papier falsch schreibe. Ungewohnt. Dass ich schon öfter mal einen Tag lang und ein mal vier Tage lang gefastet habe, scheint mir zu helfen. Bisher habe ich kaum Verlangen nach Essen und wenn, dann vergeht es nach wenigen Sekunden. Über meinem Fenster ist seit heute so etwas wie eine Baustelle. Hoffentlich nicht all zu lange.
Manche Buchstaben schreibe ich schön, andere sind sehr krakelig. Mein Körper macht Dinge. Ich beginne den veränderten Heilungsprozess zu spüren. Wenn ich aufstehe wird mir kurz schummerig. Wenn ich liege geht es mir gut, oft auch wenn ich sitze.
Ich kann nicht einschlafen. So viel Lärm um mich herum. Hitze. Eine schlaflose Sommernacht mit Moskitos. Ich fühle mich fit. Meinen Kopf kriege ich mal wieder nicht beruhigt. Ich dachte, darin bin ich mittlerweile ganz gut. Anscheinend klappt es doch nicht immer. Schreiben macht Spaß. Den ganzen Tag mache ich fast nichts außer rumliegen, sitzen, fühlen, beobachten, sonnen und ein wenig Tai Chi und Qi Gong. Das Summen der Mücken ist anstrengend. Langsam wird die Welt um mich herum ruhiger. Immer mehr bin ich hellwach. Ich habe keinen Computer der mich ablenken kann. Im Moment wünsche ich mir ein wenig Input. Bilde ich mir das Summen manchmal nur ein?
Gerade geht mir China etwas auf die Nerven. Auch das wird sich wieder ändern. Ich denke öfter über den Plan nach, im Winter nach Thailand zu gehen und vielleicht auf einer Farm zu arbeiten. Mittlerweile ist es 1 Uhr. Ich bin auf Mückenjagd. Das erste mal seit Jahren, dass ich ein Tier töten möchte.

Aussicht hinter der Kung Fu Schule
Aussicht hinter der Kung Fu Schule

23.06.16
Die hoffentlich unangenehmste Nacht ist überstanden. Vielleicht zwei Stunden Schlaf wurden es. Dafür habe ich erstaunlich viel Energie. Lineup 5 Uhr. Gefühlte Temperatur 30°C bei 90% Luftfeuchte. Ich gehe eine Runde spazieren. Anschließend etwas Tai Chi und Siu Nim Tao. Ich kann immer noch nicht schlafen, also schreibe ich diese Zeilen. Vorhin bin ich ein mal zu schnell aufgestanden. Mir wurde fünf Sekunden lang schwarz vor Augen. Ein lustiges Erlebnis. Ich mag die Mittagspausen, in denen ist es sehr ruhig. Die meisten schlafen. Ich lauschen dem plätschernden Regen und fühle vor mich hin. Kopf und Körper werden leichter.
Die Baustelle macht heute nichts. Mein Urin ist erstaunlich hell. Dafür ist meine Zunge weiß. Ich hätte gedacht in den ersten Fastentagen mehr Dreck auszuscheiden.
Ich lerne zu atmen. Das ist eine große Erkenntnis für mich. Mein Leben lang wusste ich nicht richtig zu atmen. Jetzt lerne ich es langsam, Stück für Stück. Kopfstand tut gut und macht wach.

24.06.16
Nach ca. drei Stunden Schlaf bin ich wieder hellwach. Es ist 2:45. In gut zwei Stunden ist Lineup. Nach dem Aufwachen ist mein Urin orange. Gut so, denke ich. Ich habe viel Energie. Ich möchte laufen gehen. Es fühlt sich an als ob noch ein mini Rest Kacke in mir ist, der nicht raus möchte.
Ich wiege noch 70 kg.
Ich bin nach dem Lineup drei Runden gelaufen. Ziemlich schnell sogar. Das tat gut. Danach noch Tai Chi und Qi Gong, so konnte ich auch noch eine Stunde schlafen.
Heute habe ich kurz mein Schweigen gebrochen. Ich habe eine Kokosnuss von Anja gegen ein 1-Euro-Stück für das Fastenbrechen getauscht. Das Fasten an sich, das nicht essen, fällt mir leicht. Nur das Umfeld ist nich das Bestmöglichste. Viel Lärm. Alle Menschen reden. Gerade würde ich einfach gerne das Schweigen brechen. Es fühlt sich hier an dem Ort nicht angebracht an. Bei Vipassana schweigen alle und es ist ruhig, dort passt es gut. Hier sonder ich mich damit ein wenig unnötig von den anderen ab. Vielleicht habe ich auch nur ein Verlangen nach Input.

25.06.16
Heute Nach habe ich endlich mal fast durchgeschlafen. Mein Urin wird immer dunkler. Ich mag den Gedanken Gifte auszuscheiden. Nun kam doch noch der mini Rest Kacke raus. Noch 72 Stunden bis zu meinem ersten Bissen Obst. Es wird voraussichtlich eine Nashi werden. Jojo wird mir welche aus Dengfeng mitbringen. Danke dir Jojo.
Gestern Abend hatte ich seit Ewigkeiten wieder eine sehr intensive Meditation. Das Fasten kann den Geist ganz schön beruhigen. Ich wiege 69 kg.
Heute fühle ich mich bisher schwächer als gestern. Das kann sich bestimmt in den nächsten Stunden wieder ändern. Vielleicht stellt mein Körper gerade von Muskel- auf Fettverbrennung um. Das Wasser schmeckt mir gerade nicht.
Wow. Habe gerade ein paar Formen geübet und den Miniboxsack verprügelt. Ich habe mehr Energie als ich dachte, habe ein super Körpergefühl und bin unglaublich schnell.
Es ist 23:15, ich fühle mich mal wieder hellwach. Mein Körper ist leicht. Ich entspanne immer mehr. Stück für Stück lösen sich Knoten in mir. Ich habe das sicher Gefühl, dass ich meinen Körper sehr komplett mittels Fasten heilen kann. Meditationpraxis ist für das Fasten sehr hilfreich, aber bestimmt nicht für jeden notwendig. Vor allem gibt mir meine bisherige Erfahrung das Vertrauen und Verständnis, die Dinge die in meinem Körper passieren, zu akzeptieren und zu wissen, dass sie der Heilungsprozess sind.

26.06.16
Diese Nacht habe ich schlecht geschlafen. Immer weider bin ich aufgewacht und habe mich im Halbschlaf befunden. Mein Körper wollte wach sein und mein Geist schlafen und träumen. Es war ein eigenartiger Zustand zwischen Realität und Traumwelt. Irgendwo dazwischen fühlte ich mich gefangen.
Der Morgen beginnt anstrengend. Die Baustelle hat heute ihren Schlagbohrer rausgeholt. Drei Stunden in denen ich lernen kann starke Störungen zu akzeptieren und mich nicht davon beeinflussen zu lassen. Ich habe eine Mücke getötet, es fühlt sich gar nicht so gut an. Schon wieder fühle ich mich zu wach, auch wenn ich gerne schlafen würde. Vermutlich will ich auch nur schlafen um die Zeit zu überbrücken und schneller vergehen zu lassen, damit ich nicht mit den Geräuschen und dem Nichtstun konfrontiert werde. Im moment mag ich Tag deutlich mehr als Nacht. Morgen ist der letzte Fastentag. Ich freue mich auf meinen ersten Bissen Nashi.

Stilleben in China
Stilleben in China

27.06.16
Ich habe eine heilige Nacht hinter mir. Nur eine Stunde Schlaf sollte es werden, den Rest habe ich mit meditativer Bewegung verbracht. Alle möglichen Muskeln die ich sonstm eist vernachlässige habe ich in Bewegung versetzt und von ihren Verklemmungen befreit. Wer mich gesehen hätte, könnte gedacht haben, ich sei von Dämonen besessen. Belohnt wurde das ganze mit dem bisher befreitesten Körpergefühl, dass ich jemals hatte.
Es wurde doch noch eine weitere Stunde Schlaf vor dem ersten Lineup. Erstaunlich wie viel man in einer Stunde träumen kann. Es war sehr lebhaft. Ich sollte mir keine Illusionen machen, dass dieser super entspannte Zustand dauerhaft anhalten wird. Nach dem Schlaf sieht es schon wieder leicht verspannter aus. Ich habe nun wieder einiges über meinen Körper und Geist erfahren und habe nun ein bisschen mehr Ahnung auf welcher Weise ich mir gut tun kann.
Die Waage, mit der ich mich wiege, spinnt. Ich glaube ich bin jetzt bei 67 kg, sicher bin ich mir allerdings nicht.
Ich bin gespannt darauf wieder mit den Leuten zu kommunizieren. Außerdem interessiert mich was alles bei noch deutlich längerem Fasten passieren kann. Das werde ich dann vielleicht nächstes Jahr machen. Ich freue mich auf morgen ein bisschen wie als Kind auf Weihnachten. Allerdings gar nicht unbedingt wegen des Essens. Mehr freue ich mich wieder mit den anderen reden zu können und nicht der eine zu sein, der alle ignoriert. Das passt hier, finde ich, einfach nicht hin.
Der letzte Fastentag neigt sich dem Ende entgegen. Ich fühle mich lockerflockig leicht. Nun bin ich darauf gespannt, wie ich mich fühlen werde, wenn ich wieder Nahrungsenergie zu mir nehme. Mein Geist ist verhältnismäßig sehr ruhig. Ich bin ultimativ entspannt. Ob ich der Verantwortung der Entspannung gewachsen bin? Es erfordert ein hohes Maß an Wachheit und Klarheit.

28.06.15
Das Fasten ist beendet. Die ersten Worte sind wieder gesprochen. Ich will zurück in meine stille Blase. Kommunizieren ist anstrengend und kompliziert. Sollte es nicht auch einfach gehen? Denken verbraucht viel Energie. Das sollte ich stark reduzieren.
Ich wiege nun irgendetwas zwischen 66,5 kg. Die Waage ist sehr ungenau. So wenig habe ich bestimmt seit über zehn Jahren nicht mehr gewogen. 5-6 kg in einer Woche abgenommen. Nun habe ich mein erstes bisschen Essen zu mir genommen. Eine Nashi. Das ist eine Mischung aus Apfel und Birne. Es war gut. Nach nur einem Obst fühle ich mich gut gefüllt. Weitere Unterhaltungen. Auf einer Tastatur zu schreiben fühlt sich auf ein mal etwas eigenartig an. Der Bezug zu den Worten ist anders. Ich muss nicht auf die Stelle schauen auf der ich schreibe. Jeder Buchstabe ist anonymer.
Zum Mittag gab es eine halbe Kokosnuss und noch eine Nashi.
Und schon bin ich wieder in der anderen Welt. Mehr Input, etwas weniger Fokus. Mehr Verlangen nach Kleinigkeiten. Noch nehme ich es gut wahr und lasse mich nicht überwältigen. Jetzt gilt es diese Ausdauer und Wachsamkeit zumindest ein wenig aufrecht zu erhalten.
Aus dem Fasten habe ich immer noch nicht gelernt wie sich Hunger anfühlt und wann mein Körper wirklich Essen braucht. Wieviel mir gut tut und wann es nur ein Verlangen ist. Viel zu lernen es gibt.
Nachmittag habe ich schon das erste mal wieder ein wenig trainiert. Nach dem Warmup das Stretching war super. So flexibel war ich noch nie ansatzweise. Ich kann nun mit meiner Fußsohle meinen Hinterkopf berühren und schaffe fas einen Spagat in beide Richtungen. Die Wunderheilung Fasten.Wing Chun mit Wu Shifu. Es hat mich an einem Punkt total an meine Grenzen gebracht. Meine Lunge hat ein eigenartiges Schmerzgefühl entwickelt. Meine Atmung wurde sehr tief. Etwas wurde in Gang gesetzt und befreit. Ich brauchte eine Pause. Danach ging es mir super. Es ist alles der Kopf. Wir müssen uns nur auf die Empfindungen einlassen und sie werden sich lösen. Wir sind konditioniert nicht zu fühlen und unsere Empfindungen zu unterdrücken. Dadurch erzeugen wir so viele Verspannungen und Komplexe. Diese kann man lösen.
Zu Abend gab es das erste gekochte Essen. Der erste bissen hat so übertrieben salzig geschmeckt. Ungesund salzig. Für die anderen war es normal. Ich glaube ich sollte darauf achten nicht zu viel Salz zu mir zu nehmen, befürchte aber, dass so lange ich hier bin, das nicht möglich sein wird.

29.06.16
Heute Nacht habe ich tief und fest geschlafen, ich war sehr müde. Morgens fühle ich mich ein wenig Kraftlos. Auch nach dem Frühstück schlafe ich noch ein mal. Ich erhöhe langsam meine Nahrungszufuhr. Dann das Zweite Morgentraining fühle ich mich immer noch ein wenig schlapp. Wir machen einen längeren Spaziergang zu den Dragon Pool, ein bisschen Wasser bei den Bergen, und trainieren dort Hard Qi Gong. Es ist ein schöner Ort.
Nach dem Mittagessen noch ein mal ausgiebig ruhen. Ich weiß noch nicht ob es an dem Verdauen oder daran liegt, dass ich wieder trainiere, dass ich so müde bin. Fit fühle ich mich nicht. Mein rechter fuß tut weh. Das macht er jetzt schon einige Wochen. Gerade spür ich es mehr. Ich bin mir nicht sicher ob es ein gutes Heilungszeichen ist oder nicht. Jeder Schritt schmerzt im Fußballen.
Vor drei Tagen hab ich teilweise noch die Stunden gezählz und alles hat sich oft so langsam hingezogen. Jetzt habe ich direkt wieder kaum genug Pause. Abends lege ich mich am besten gleich schlafen. Morgen früh ist Grading das zweite. Ich fühle mich nicht gut vorbereitet dank der Fastenpause. Egal. Grading ist mir nicht wichtig. Versuche ich mir zu glauben.

Haus in China Shaolin Tempel Dorf
Haus in China Shaolin Tempel Dorf

30.06.16
Heute Nacht habe ich super geschlafen. Ich konnte die ganze Zeit auf dem Rücken liegen und habe mich super entspannt gefühlt. Wundervoll. Meinem Rücken wird es immer besser gehen. Ich kann es gar nicht recht abwarten ein längeres Fasten zu machen. Bis dahin habe ich hier die perfekte Umgebung meine Muskeln aufzubauen. Gestern habe ich die Stabform fertiggelernt. Ich war ganz schön langsam. Egal. Heute dann das Grading. Ich habe Stab, Siu Nim Tao und Tai Chi 24 vorgeführt. Tai Chi haben wir alle gemeinsam in der Gruppe demonstriert. Ich möchte die Stab Form noch verbessern. Ich bin nich zufrieden mit meinem bisherigen Können. Vor allem die Positionen in den Formen bei den ich sehr Tief gehen muss fallen mir schwer. Dafür müssen meine Beine noch stärker werden.
Da mein rechter Fuß immer noch so eigenartig weh tut und wie es sich anfühlt auch noch eine Weile weh tun wird, habe ich heute Powertraining alleine auf dem Dach gemacht. Das ist das erste mal, dass ich komplett mein eigenes Ding beim Trainieren gemacht habe. Es war auch mal gut. Es war vielleicht nicht ganz so anstrengend, wie wenn ich es mit den anderen mitgemacht habe, dennoch habe ich mich gut genug selbst motivieren können intensiv zu trainieren.
Ich esse im Moment deutlich weniger als vor dem Fasten. Vor allem die Süßigkeiten nach der Mahlzeit sind weggefallen und danach habe ich auch keinerlei Verlangen im Moment. Ich möchte raffinierten Zucker nun vermeiden und stattdessen Früchte essen. Die tun mir gerade sehr gut. Ich kaue alles sehr langsam. Dadurch bekomme ich ein besseres Gefühl für meine Magenfülle und ich habe auch einen langen Prozess des Genießens ohne mich überessen zu müssen. Ich hoffe das kann ich möglichst lange aufrecht erhalten.
Während und nach des Essens hatte ich eine lange angenehme Unterhaltung mit Daniela. The girl next door. Ich mag sie.

01.07.16
Der erste Tag des neuen Monats beginnt ruhig. Alle gehen Bergsteigen. Mein Fuß ist noch am schmerzen, also bleibe ich in der Schule und mache ein paar Übungen für mich alleine. Jojo ist auch noch da. Es fühlt sich schon wie Wochenende an. Ich merke jetzt schneller, wenn ich zu viel esse. Allerdings merke ich auch, dass ich ein Verlangen nach essen nicht 100% unter Kontrolle habe. Ich habe das Gefühl, dass das Essen was hier hier kriegen, nicht ganz meinen neuen, bzw. meinen eigentlichen Bedürfnissen entspricht. Es ist lecker und die Qualität stimmt denke ich auch,, aber momentan ist mir nach viel frischem Gemüse und Obst. Also kaufe ich mir nach dem Mittagessen noch ein wenig Obst, da meine Nashis nun aufgegessen sind. Das Obst ist hier im Dorf sehr teuer und ich mistraue ihm sehr. Nach dem Pfirsichessen, obwohl ich ihn geschält habe, habe ich einen pelzigen Film im Mund. Die meisten Früchte bisher haben leicht eigenartig geschmeckt. Da muss ich jetzt wohl so lange ich hier bin durch. Heute Nachmittag war wieder etwas Freestyle Training. Ich habe u.a. ein bisschen trainiert so tiefe Beinposen wie möglich zu machen und hab es so gut hingekriegt wie noch nie.

02.07.16
Tanyin hatte gestern Geburtstag. Also gab’s zum Frühstück eine Torte. Ich konnte nicht nein sagen und habe ein ganz kleines Stück gegessen. Sofort habe ich mehr Verlangen nach Zucker. Davor hatte ich nur das Bedürfnis Obst zu essen, jetzt sind es wieder Süßigkeiten. So schnell geht es wieder. Mal schauen was die nächsten Tage mit sich bringen.
Dafür habe ich direkt mal wieder das Abendessen ausfallen lassen. Berichte ich hier mehr über Essen als über das Kung Fu Training? Scheint mir gerade sehr wichtig zu sein. Kein bisschen trainiert habe ich.

Zu Schluss noch ein paar Verweise die auch in der Videobeschreibung enthalten sind.
Website der Kung Fu Schule
Songshan Shaolin Temple Traditional Wushu Acadamy
Mein früherer Wasserfastenversuch
4 Tage Wasserfasten
Hilfreiche Informationen zum Thema Wasserfasten
Loren Lockman Youtube Videos

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vegan vegan

Auch ich probiere es aus wie es ist sich gänzlich ohne tierische Produkte zu ernähren. Man könnte es auch als vegane Ernährung bezeichnen. Auch wenn ich mich mit dem Wort „vegan“ ein wenig schwer tue. Kein Käse und keine Sahne, ich dachte mir würde es schwerer fallen. Nun esse ich es einfach nicht mehr. Vermissen tue ich nichts. Vielleicht ist es nicht für jeden etwas und eventuell ist es garnicht verkehrt ein wenig Tier zu essen. Doch der gemeine Massenkonsum an Fleisch- und Milchprodukten, kann laut meinem Kopf nicht gut sein, vor allem nicht gut für unsere Umwelt, die darunter leidet. Und deswegen kann es bestimmt nicht schaden einen Ausgleich dazu zu schaffen.
Macht euch eure eigene Meinung. Probiert es vielleicht mal aus.

Die Doku mag ich: cowspiracy
Auch in voller länge und auf Deutsch auf Vimeo  zu finden.

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