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Kategorie: Spanien

Die Rückkehr

21.11.17

Ich sitze im Auto im Parkhaus vom Flughafen Malaga. Hab möglichst alles verdunkelt um das Neonlicht zumindest etwas fernzuhalten. Der Abgasgerucht macht mir leichte Kopfschmerzen. Glaube ich zumindest. Jetzt bin ich mittlerweile auch schon bestimmt drei Stunden hier. In weiteren zwei Stunden kommen Josephine und Momo an. Warum bin ich nur schon so früh hier? Hach ich weiß es ja. Meine Kontrollbedürftigkeit. Und meine Sicherheitsbedürftigkeit nicht im dunkeln hier her zu fahren. War so schon stressig genug ohne Navi und so. Auf einmal steh ich also im Parkhaus und zahle ein Haufen Geld fürs hier Stehen. Die Reise könnte auch billiger sein. Sogar im Parkhaus gibt es WLAN. Ich habe das Gefühl, dass alle Länder besser mit Internet ausgestattet sind als Deutschland. Vielleicht schlafen wir heute Nacht im Parkhaus. Mal gucken. Auch mal gucken was als nächstes passiert. Ach ja: Heute hab ich eine Tramperin ein Stückchen mitgenommen. Sie lebt in einer Community in der N#he von Orgiva. Hab sie bis dahin gefahren und den Ort sehen dürfen- Leider war dann die Situation etwas komisch und ich bin lieber wieder gefahren. Schienen aber angenehme Menschen zu sein.

Dinge organisieren und Sachen machen bedeckt den Gedankennebel der tieferen Fragen. Oder meditieren natürlich. Habe nun rausgefunden, dass ich doch aufrecht im Bus sitzen kann, wenn die Matratze zusammengerollt ist.

23.11.17

Josephine und Momo sind wieder mit an Board. Gestern hatten wir einen ruhigen Tag am Strand. Nach teurem FlughafenParkhaus, in dem wir dann doch nicht übernachtet haben, war der Parkplatz am Strand kostenlos. Zwar hatten wir Sand direkt unter den Rädern, idyllisch war es aber nicht. Recht viel Müll und Industrie drumherum.

Mein Kopf ist überfüllt mit Dingen. Ganz viel passiert gerade wieder. Neben uns Parkt ein Auto, dessen Motor die ganze Zeit läuft, hör doch auf damit! Dauernd dieses Denken. Unsere Reise wird vermutlich bald schon enden. Ich hab den Start initiiert, Josephine initiiert das Ende. Hab aber gerade gar nichts gegen. Die Wärme ist schön, aber vielleicht drücke ich mich auch nur darum, mich mal wirklich mit der Kälte auseinander zu setzen.

Ich bin auf der Suche, auf der Suche. Die Welt ist voll von Dingen, die niemand braucht. Tourismus, Müll, Straßen. Wir sind ein Auto davon. Heimat gibt es vielleicht überall, ich hab sie aber nicht. Ich fühle mich heimatlos. Im ZEGG hatte ich mich das erste mal richtig zu hause gefühlt. Wir sind hier her und dachten, dass es ganz einfach wird irgendwo gegen Kost und Logie zu arbeiten. Daraus ist nichts geworden. Irgendwie … ach ich fühle mich müde. Ich möchte einen Ort zum ankommen. Das ist auch der Grund warum ich losgefahren bin. Ich möchte irgendwo sein, ankommen. Einen Ort haben zum ausruhen, zum sein. Jetzt sind wir dauernd im Bus und unterwegs, mag ich in diesem Moment nicht mehr. Alles ändert sich aber ständig.

Noch einmal Landschaft aus Spanien
Noch einmal Landschaft aus Spanien

24.11.17

So viel hin und her im Kopf, so viele Gedanken. Also fahren wir morgen los. Es gibt Gründe fürs Bleiben und Gründe fürs Fahren. Entscheidend ist wohl einfach, dass der Raum zu eng ist für drei Leute. Wir Erwachsene brauchen Platz und Zeit für uns. Momo braucht andere Kinder. Es hat einen Monat lang erstaunlich gut funktioniert, aber nun ja. Schon vorbei. Recht überraschend? Vielleicht. Ich bin müde und möchte nicht ausführlicher schreiben, vielleicht morgen wieder.

29.11.17

Die Entscheidung liegt bereits ein paar Tage zurück. Ich bin bei meinem Vater in der schönen Dachgeschosswohnung in Widdern, Deutschland. Wir haben uns dazu entschlossen zurück zu fahren. Manchmal war mir nicht ganz klar warum, bzw. konnte ich es einfach nur nicht in Worte fassen, da mir so viele Gedanken im Kopf rumgeisterten. Nun kann ich es besser in Worte bringen. Josephine, die ich ab sofort öfter auch Phine nennen werde, hat die Idee migebracht un ich bin aufgesprungen. So ein Bus bietet einfach nicht genug Raum für uns. Ach, das hab ich im letzten Post auch schon kurz erwähnt, lese ich gerade.

Uns hat es also auf schnellstem Weg zurück getrieben. Am ersten Rückfahrtag haben wir es bereits bis nach Frankreich geschafft. 1000 km in einem Tag mit Kind im Auto. Momo ist die geborene Autofahrerin. Nicht einmal beschwert sie sich. Super Momo! Oder Supermomo!. In Frankreich ist die Welt eine ganz andere. Es grünt, viele Bäume, Laubbäume, Regen, Leben. Nicht mehr nur karge Landschaften mit vereinzelten Olivebäumen. Auch die Dörfchen sind wieder so süß und hübsch. Wir fühlen uns schon viel mehr zu hause. Die Sprache ist zwar noch fremd, aber die Franzosen sind gefühlt bereits viel deutscher als es noch die Spanier waren. Es gibt auf einmal keine Toiletten mehr. In Spanien gab es überall Klos. Kostenlos, selbstverständlich.

Zweiter Tag der Rückreise endet ungefähr bei Dijon, mitten in der Pampa. Grün ruhige, dunkle Nacht. Kurz müssen wir uns daran aklimatisieren und unsere Ängste akzeptieren und ziehen lassen. Dann schlafen wir ein. Ich zumindest. Die Nacht ist besonders kalt, aber wir wärmen uns aneinander.

Schlussendlich der letzte Autofahrtag für eine ganze Weile. Die deutsche Grenze. Da ist sie. Es regnet. Es ist kalt. Es ist gut. Es fühlt sich richtig an.

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Es geht weiter. Wir bleiben.

06.11.17

Boden unter meinen Füßen. Erde. Ein Garten bei Orgiva. Die auf dem Campingplatz neu gewonnen Freunde haben uns Unterkunft für eine Nacht gewährt. Bzw. andere Leute, denen das Grundstück gehört. Hier haben wir Ruhe, Sicherheit, einen wundervollen Garten, eine Komposttoilette und drei kleine Hunde. Yvonne lebt mit Ihrem Sohn Nils in einem alten Bus, der mittlerweile nur noch Wohnraum ist und nicht so aussieht als ob er noch fahrtüchtig sei. Morgen fahren wir eigentlich zu unserem workaway-Platz Nähe Malaga, doch wir haben noch keine genaue Adresse geschickt bekommen. Im Moment passiert alles recht spontan. Und da wir immer eine Unterkunft haben, passt es auch alles meist perfekt. Falls wir also morgen nicht wissen wo wir hinfahren sollen, bleiben wir vielleicht noch ein bisschen hier und bauen ein Dach. Etwas Arbeit als Gegenleistung zum Stellplatz und eventuell Verpflegung. Heute war ich mal allein in der Stadt einkaufen und hab eben etwas Zeit zum meditieren finden können. Wundervoll, meditieren ist die letzten Wochen sehr zu kurz gekommen. Danke liebe Umgebung, liebe Menschen. Das Leben geht weiter.

07.11.17

Ein Nichtstutag. Sonne, Garten, rumliegen. Wir sind nicht in ie Nähe von Malaga gefahren. Die melden sich gerade nicht mehr. Komisch. Zum Glück dürfen wir hier kostenlos noch einige Tage stehen und vielleicht helfen wir unseren Gastgebern mit ein paar Garten oder Ausbauarbeiten für etwas zu Essen als Gegenleistung.

WLAN gibt’s hierauf dem Grundstück nur an wenigen Orten. Zum Glück ist die Hängematte einer davon.

Alpujarra Berge Orgiva
Alpujarra Berge Orgiva

10.11.17

Ganz schön lange habe nichts geschrieben. Der Morgen beginnt. Ich bin noch unter warmen Decke eingekuschelt. Die Nächte sind kalt. Tagsüber ist es sommerlich. Gestern hatten wir die bisher spannennste Autofahrt. Wir sind gerade immernoch bei Yvonne, Nils, Pixie und Richie und hatten uns gestern einen Ort in den Bergen, nicht weit enfernt von hier angeschaut. Dort lebt eine Aussteigerfamilie, ganz abgeschottet mit eigenem Wasser, Strom und Pflanzen. Als wir ankamen waren wir noch etwas mitgenommen von der Fahrrt nach oben. Wir mussten steile, huckelige Serpentinen hochkrakseln, auf denen die meiste Zeit nur ein Auto fahren konnte. An wenigen Stellen war der Weg etwas breiter, dass gerade so zwei Autos aneinander vorbei konnten. Zum Glück war die Strecke so gut wie nicht befahren. Der Bodenbelag war meist nur Erde mit Geröll. Für Unseren Bus zwar machbar, aber gefreut hat er sich glaube ich nicht. Naja, dann sind wir jedenfalls doch angekommen und saßen da noch etwas mitgenommen. Jasper und seine Tochzer begrüßten uns sehr herzlich und nach einer guten Weile mit ihnen, der Stille der Natur und der wundervollen Aussicht, fühlten wir uns richtig wohl. Wir fanden es so schön, dass wir gerne ein, zwei Wochen dort bleiben würden. Nachmittags waren wir aber noch verabredet und mussten auf jeden Fall noch mal diesen Weg runterfahren. Als wir dann aufbrachen und wieder die Serpteninen runter fahren vergeht uns direkt wieder die Lust dort zu bleiben …

Nun sind wir also noch in Orgiva und werden wohl knapp zwei weitere Wochen hier bleiben. Nächsten Mittwoch bringe ich Josephine und Momo zum Flughafen nach Madrid und wenn die beiden am darauffolgenden Dienstag wiederkommen, fahren wir nach Coin, Nähe Malaga. So zumindest der jetzige Plan, das kann sich ja auch noch mal ändern.

Momo und Ich im Garten
Momo und Ich im Garten

11.11.17

Der Tag beginnt, langsam wird es warm. Gleich wird mich Richie zum arbeiten abholen. Die letzen zwei Tage haben Wir Canya abgeschnitten und sortiert. Das ist so eine Mischung aus Zuckerrohr und Bambus. Eine simple Aufgabe und es gibt noch ganz schön viel Canya abzuschneiden, aber es tut gut ein wenig im Garten mit dem Körper zu arbeiten. Richie ist ein dauerbekiffter Südafrikaner, der gerne seine Haustiere beleidigt. Find ich eine gute Selbsttherapie. Die Tiere verstehen „Motherfucker“ zum Glück nicht.

13.11.17

So viel Lust auf schreiben hab ich gerade gar nicht. Trotzdem mach ich’s mal wieder. Fotos und Videos hab‘ ich die letzten Tage auch fast nicht gemacht. Immer noch sind wir bei Pixie und Richie. Heute hab‘ ich noch mal gearbeitet. Jetzt ist all das Canya abgeschnitten. Gestern haben wir mit Yvonne und Nils einen Ausflug auf die Berge gemacht. Erst waren wir bei so einem tibetischen Dingens. Schöne Aussicht, schön schön. Danach waren wir in einer Schokoladenfabrik. Man konnte ganz viele Sorten Schokolade probieren und dann haben wir uns noch mehr Schokolade gekauft. Njam, njam.

Meine Mana meinte die Tage am Telefon, ich klinge hart. Vielleicht fühle ich mich auch so. Ich weiß gerade nicht wie unsere Reise weiter gehen wird. Irgendwie antworten uns ganz viele Leute nicht und unsere Wunschziele ploppen nicht so einfach auf wie erwartet.

14.11.17

Wieder ein Tag am Meer. Wunderschönes Nichtstun, an den Felsen klettern und im Wasser abkühlen. Schwarzer Sand. Könnte von Lava abstammen.

15.11.17

Der wohl erst mal letzte Tag hier mit Yvonne, Nils, Richie und Pixie. Heute fahren wir zum Flughafen Madrid und ab morgen werde ich erst mal fünf Tage alleine sein. Darauf freue ich mich gerade.

Die Drei kleinen Hunde von Pixie und Richie hatten Flöhe. Angeblich jetzt nicht mehr. Mich jucken seit gestern die Beine. Jetzt bin ich leicht paranoid. Hoffentlich haben wir jetzt keine Flöhe im bus.

Abends in Madrid angekommen. Eine lange Fahrt. Gerade fühle ich mich leicht gestresst. Jetzt kommt eine kurze Nacht und morgen früh fahre ich alleine ohne Navi nach Orgiva. Hab g´mir gerade noch den Weg eingeprägt. Eigentlich ist es nur gerade aus. Bis gleich.

 

Ich in der Sonne
Ich in der Sonne

17.11.17

Ich bin alleine auf dem Campingplatz in Orgiva. Wieder. Gestern bin ich eine lange Strecke alleine von Madrid hierher gefahren. Ich esse gerade viel Obst, alleine. Ich sitze alleine am Rechner. Ich mache alleine nicht viel. Und ich habe heute Nacht ein ganzes Bett für mich alleine gehabt. Ich kann alleine meinen Tag bestimmen. Bestimmen wann und wie ich essen will. Ich muss mich nach niemand anderem richten. Das genieße ich.

18.11.17

Es ist kalt. Heute Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Ich strudele hin und her. Denke, dass ich rausfinden will wo ich sein möchte. Möchte einen Rückzugsort finden. Die Menschheit hat schon alles besiedelt.

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Orgiva, die erste

02.11.17.

Ich muss grad recht dringend aufs Klo. Muss aber auch noch kurz warten, dass Momo und Josephine vorbei kommen und auf unser Hab und Gut aufpassen. Wir haben uns für eine weitere Nacht auf dem Campingplatz entschieden und ich liege das Laptop aufladend auf dem Kieselsteinboden. Das Kabel ist nicht lang genug für bis ins Auto.

Bis auf zum Supermarkt zu fahren, hatten wir heute einen fahrfreien Tag. Dafür hatten wir besonders viel Meer und Strand. Anscheinend ist es den Einheimischen schon zu kalt und die Touriesaison ist vorbei, jedenfalls hatten wir den Strand ganz für uns alleine. Meerwasserdusche finde ich viel angenehmer als in so ein Campingplatzbad zu gehen.

Als wir im Supermarkt einkaufen waren, wurde ich kurz sehr traurig, als all unser Gemüse in Plastik eingepackt wurde. Es war viel Gemüse und viel Plastik. Ging leider irgendwie nicht anders. Spanier gehen nicht so gut mit ihrer Umwelt um. Schon nachdem wir von Frankreich aus über die Grenze gefahren sind, haben wir schnell viel mehr Müll am Straßenrand gesehen. Auch Graffitis sind mir aufgefallen, die in Frankreich scheinbar nicht vorhanden waren.

Es ist Sommer.

Sommer am Mittelmeer
Sommer am Mittelmeer

04.11.17

Gestern Abend sind wir nach noch mal langer Autofahrt durch die Hitze in Orgiva angekommen. Wir sind an der Ostküste und anschließend ins Landesinnere Richtung Granada gefahren. Auf dem Weg durften wir eigenartige Entdeckungen machen. Mit Müll gesäumte Straßen durch Plantagenanlagen mit vielen Mandarinen und Orangen. Geld verdienen um zu überleben ohne Achtsamkeit auf die Umgebung. Lebensfeindlich wirkt das. Geisterstädte am Meer. Riesige Hotelanlagen, die menschenleer waren. Überall hängen Schilder mit „zu verkaufen“ dran. Eigenartige Welten. Bisher überzeugt mich Spanien noch nicht so. Bis auf das tolle Wetter.

Geisterstadt
Geisterstadt

Wir sind wieder auf einem Campingplatz. Dieser ist aber viel angenehmer und weniger touristisch. Nach dem rückwärts gegen den Baum fahren, es war dunkel, hat unser treues Gefährt einen schönen Stellplatz unter einem großen Olivenbaum gefunden.

Gerade sind wir auf dem Sprung, haben drei Folgen Tom Jerry geguckt und werden jetzt die Stadt erkunden gehen. Außerdem gehen wir auf die Suche nach einem Eis für Momo. Es ist ein etwas regnerischer Tag, doch in diesem Moment kommt die Sonne kurz durch die Wolken.

Abend. Josephine ließt Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt während ich noch eine berufliche Mail abschicke und jetzt ein paar Zeilen schreibe. Heute hat Momo glaube ich einige gelernt, was loslassen und auf andere zugehen angeht, gelernt. Das war auch mit Leid verbunden. Raum halten.

Heute gabs Spaziergang durch Orgiva. Hier gibt’s viele Ausländer. Scheint aber ganz gut zu funktionieren die Kombination mit Einheimischen. Dann hab ich noch etwas am Rechner gearbeitet. Gar nicht so viel passiert heute. Wir bleiben noch zwei weitere ganze Tage in Orgiva. Dann fahren wir auf einen Bauernhof Nähe Malaga um dort für länger zu arbeiten.

Spaziergang durch Orgiva
Spaziergang durch Orgiva

05.11.17

Ein aufregender Tag. Wir sind wieder auf dem Campingplatz von dem wir heute Mittag losgefahren sind. Eigentlich hatten wir uns für zwei Nächte ein Airbnb Zimmer organisiert.

Der Tag hat schön angefangen. Momo hat hier einen gleichaltrigen Freund gefunden, Nils. Josephine eine Freundin, Nils Mutter, Yvonne. Ich hab Ruhe gefunden und seit langem mal wieder tagsüber kurze Momente mit Josephine alleine. Wundervoll.

Also fahren wir los, 12 Uhr ist Check-Out. Unser erster Stopp: Flohmarkt in der Kleinstadt Orgiva. Hier wimmelt es von Hippieausländern. Überall hört man Deutsch. Leider sind vieler der Menschen die Sorte alkoholtrinkender Raucher, die vielleicht ihr Glück irgendwo suchen und am liebsten anarchisch durch die Welt ziehen. Mit denen kann ich meist nicht viel anfangen. Trotzdem wars ganz schön dort und warm noch dazu. Also geht die Fahrt weiter.

Wir haben noch ein wenig Zeit bis zum Check-in in unseren Airbnb-Zimmer, also fahren wiwr auf den Berg und mache nichts. Nichts tun, ist gerade richtig super. Noch mal weiter geht’s. Wir geben die Adresse des Airbnb ein und kommen irgendwo an, wo wir nicht ankommen sollen. Nach längeren Warten finden wir hraus, dass wir ans andere Ende der Stadt müssen. Rückwärts umdrehen und wieder weiter fahren, doch BUMS! Wir landen mit der Hinterachse in einem Graben, Das Auto liegt auf. Was nun? Noch weiter Rückwärts fahren. Nach etwas Herzklopfen schaffen wir es wieder aus der Kuhle raus. Hoffentlich hat das Auto keine Schäden davon getragen. Vor lauter Schreck haben wir nicht mal ein Foto von der fast lustigen Situation gemacht.

Also nun geht’s wirklich weiter. Wir schlängeln uns durch Enge Straßen, auf denen uns zum Glück kein uto entgegen kommt. Endlich kommen wir an. Das Grundstück sieht nett aus, doch schnell wird uns sehr unwohl. Das Zimmer ist wie eine Zelle. Zwei Matratzen in einem kleinen, weißen, runtergekommenen Raum. Die Bilder im Internet haben eine ganz andere Atmosphäre vermittelt. Die Leute rauchen und machen den Eindruck etwas fertig und verdrogt zu sein. Momo will hier schlafen, warum auch immer. Josephine und ich entscheiden schnell, dass wir hier keine Nacht verbringen möchten. Ein Glück haben wir unseren Bus und können immer über all übernachten. Zurück zum Campingplatz, dort fühlen wir uns wohl. Noch einmal durch die Engen Gassen. Es war noch nicht Abenteuer genug, diesmal ist Straße gut befahren und wir müssen drei mal ein Ausweichmanöver vollziehen. Uff genug Stress für heute.

In der Abendsonne kochen, mit Josephine und Momo sein. Auf einmal fühle ich mich so besonders entspannt. Ein schöner Kontrast.

noch mal Sonnenuntergang
noch mal Sonnenuntergang
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Reisemodus, Meer und Camping

29.10.17

Es ist Abend. Momo hat beide ihre Füße in einem von Tims Hausschuhen stecken. Ich hab den Abwasch gemacht um kurz mich aus der Kommunikation ausklinken zu können.

Tagsüber hab ich etwas Zeit am Computer verbrach und anschließend sind wir auf ein recht volles und lautes Straßenfest. Für Veganer gab es bis auf Pommes nichts zu essen. Viel Käse, viel Fleisch und etwas Baguette. Es ist manchmal anstrengend mich davon abzugrenzen. Vor allem wenn mir nahestehende Personen wie Josephine Dinge vor meinen Augen essen. Also habe ich einen Krümel Käse gegessen und zwei Schluck Cidre getrunken um mich danach schlecht zu fühlen. Auch das Gefühl ging schnell vorbei als ich mich kurz allein hingesetzt habe und Momo beim Riesentrompolinspringen, strahlen sah.

Willkommen in Spanien
Willkommen in Spanien

31.10.17

Momo ist noch am einschlafen. Ich tippe ein wenig. Wir stehen auf einem Parkplatz vor einer Felswand mit Wohnungshöhlen drin. Draußen ist noch viel Leben anderer „Camper“.

Gestern bin ich nicht zum schrieben gekommen. Gestern war ein langer Tag:

Wir sind morgens in Frankreich am Fuße der Pyrenäen losgefahren. Geplant war in eine Grotte zu gehen. Daraus ist dann spontan doch nicht gewordene und da wir eine falsche Abzweigung genommen haben, sind wir die schönste Autostrecke meines Lebens gefahren. Durch Zauberwälder in denen Feen und Zwerge wohnen, bis auf dem Gipfel mit eisig, nebliger Aussicht ins Tal. Auf der spanischen Seite begrüßte uns die Sonne durch den aufbrechenden Himmel. Wir sind schon fast da, aber noch ist es recht frisch. Wir suchen uns einen Parkplatz zum übernachten aus, doch als wir ankommen sind wir nicht so glücklich mit dem Ort. Polizei steht da und irgendwie wirkt die Gegend wie eine Mischung aus verlassen und doch nicht. Also noch mal spontane Planänderung: Schnell kochen und eine extra Strecke in der Dunkelheit bis zum Meer. Es macht Spaß mal im Dunkeln zu fahren. Momo schläft. Wir kommen auf einem Parkplatz mit Wohnmobilen spät Abends an. Viel von der Gegend durch die wir gefahren sind, haben wir nicht mitgekriegt, alles war schwarz.

Pause in den Pyrenäen
Pause in den Pyrenäen

Heute morgen wachen wir auf, öffnen die Gardinen und blicken aufs Meer. Wow. Eine schöne Morgenüberraschung. Nach dem Frühstück beschließen wir einen ruhigen Tag zu machen und vielleicht garnicht wirklich wo anders hinzufahren. Wir packen unsere Sachen und wollen nur schnell zum Strand. Nach einer kurzen Fahrt und sehr billigem Tanken finden wir einen relativ leeren Sandstrand in einer Kleinstadt. Atlantik, baden, Salzwasser. Wunderschönes Gefühl. Es ist mild. In der Sonne sehr angenehm. Noch einmal umparken, da wir im Parkverbot stehen. Das hab ich kurz mit Momo allein gemacht. Ab und zu haben wir gemeinsame Momente. Darüber freue ich mich sehr. Ich mag, dass wir uns näher kommen und mir Momo mehr und mehr vertraut.

Dann noch mal Planänderung: Weiterfahrt Richtung Süden. Wir wollen mehr Wärme und einen Ort finden an dem wir mal ein paar Tage bleiben können. Wir fahren durch karge Landschaft mit viel Industrie. So hab ich mir die spanische Welt vorgestellt. Und nun sind wir auf diesem Parkplatz mit den Felswohnungen. Da bin ich rumgeklettert. Das war neben dem Baden im Ozean mein Schönstes heute. Aus die Maus.

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01.11.17

Ich bin in einem Modus der funktioniert. Der Reisemodus. Schön schön. Gerade sitzen wir auf einem Campingplatz. Wir haben uns mal für „Luxus“ mit Strom und Internet entschieden. Es ist Feiertag in Spanien. Das durften wir feststellen, als wir vorm verschlossenen Supermarkt standen.

Unsere Autoroute führte uns heute durch kargste Landschaften mit noch mehr Industrie. Eine kurze Pause am Straßenrand. Josephine hatte einen Feigenbaum entdeckt. Leider keine Feigen dran, dafür ein Mensch mit Gewehr, der das Feld bewacht. Lieber weg hier und einen anderen Pinkelort suchen. Unser Campingplatz liegt zwischen einem See und dem Mittelmeer und dazu gibt’s hier ein Schwimmbad mit Rutsche. Wir entscheiden uns fürs Salzwasser. Reisen mit Frau und Kind funktioniert richtig gut. Momo ist super entspannt und macht fast alles mit. Josephine sowieso. Vielleicht steuern wir morgen oder übermorgen einen Ort an, an dem wir mal eine Weile bleiben können.

Aussicht aus dem Auto
Aussicht aus dem Auto
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Die ersten Nächte im Bus

24.10.17

Gleich 12 Uhr und Schlafenszeit in Homburg. Wir sind bei Jakob und Hanin. Dürfen ein wundervolles Zuhause mit Rundumversorgung genießen. Schon die letzten Tage bei meinen Eltern gab es Essen, Unterkunft und noch viel mehr. Hier ist es nicht anders.

Grenzen setzen ist ein großes Thema. Für mich und auf für Josephine und Momo. Morgen fahren wir über die deutsch-französische Grenze. An dieser Grenze zweifelt wohl kaum jemand. Die Zweisamkeitsstunden abends mit Josephine sind jeden Tag besonders. Jeden Tag gehe ich erwartungslos Momo ins Bett bringen und jeden Tag passieren danach unerwartete und intensive Begegnungen mit Josephine. So viel Leben, so viel Bewegung.

Marsch durch die französische Zauberwelt
Marsch durch die französische Zauberwelt

26.10.17

Wir stehen mit dem rot-goldenen Sonnenaufgang auf. Heute Nacht haben wir die erste Nacht im Bus verbracht. Die Reise hat begonnen. Gestern hatten wir einen ganzen Tag im Auto. Morgens früh um 9 sind wir in Homburg losgefahren und 18 Uhr sind wir hier in Larochemillay, mitten in der Pampa, angekommen. Es ist wundervoll grün und ruhig hier. Die Camping Saison ist schon so gut wie vorbei und wir sind anscheinend die einzigen Gäste hier. Für Momo gibt es ein riesiges Arsenal an Fahrrädern und Bobycars und Puppenwägen. Unser Auto darf unter einem Baum mit Aussicht auf Tal und Berge stehen. Der frühe morgen ist feucht frisch, doch die Sonne kündigt einen hoffentlich warmen Tag an.

Gestern hatte ich das erste mal meine Schwierigkeiten mit Momo. Es geht um Aufmerksamkeit bekommen und einnehmen und, dass Situationen in denen ich mal kurz mit Josephine sein möchte, sofort von Momo eingenommen werden. Das nächste mal, werde ich ihr meine Bedürfnisse klar formulieren.

Heute startet ein ruhigerer Tag ohne Autofahren.

Es ist bereits Nachmittag und ich sitze drinnen am Rechner. Hab‘ etwas für Youtube gemacht. Das Wetter ist wundervoll und ich genoss die Sonne recht ausgiebig. Ich brauche Zeit für mich. Ich fühle mich etwas verstoßen von Josephine. Nur so subtil. Ich bin im leichten Unsicherheitsmodus. Dennoch fühle ich mich stärker als gestern.

Nun ist es Abend. Nochmal etwas schreiben. Der Tag war immer wieder geprägt von Trauer und ähnlichen Gefühlen. Das erste mal habe ich auf einem Gaskocher gekocht und auf dem Dach des Buses gelegen. Es gab Eintopf mit von Josephine und Momo gesammelten Esskastanien. Bestimmt essen wir jetzt ganz oft Eintopf.

Mit Qi Gong und Sonne in den Tag
Mit Qi Gong und Sonne in den Tag

28.10.17

Es ist noch fast dunkel. Der Morgen beginnt an Stadtrand von irgendwo in Frankreich. Wir haben die erste Nacht wild gecampt. Scheint ganz gut zu funktionieren. Gestern haben wir eine Pause in Gannat gemacht und einen frei zur Verfügung stehenden Feigenbaum gefunden. Mhhh, lecker … Vielleicht pflücken wir gleich noch Äpfel.

Ein weiterer Loslassprozess war gestern bei mir Thema. Kontrolle loslassen. Vertrauen, dass andere alles auch gut machen werden. Bisher hatte ich immer einen eigenen Raum in dem ich schalten und walten durfte. Hatte einen Rückzugsort. Jetzt haben wir zu dritt einen Rückzugsort. Nun muss ich darauf Vertrauen, dass Josephines und meine Ordnung harmonieren und dass Momo nicht unnötig viel dreck erzeugt. In Realität funktioniert das super, nur meine Gedanken haben Angst vorm Abgeben der Dinge.

Apfelpflücken am Straßenrand
Apfelpflücken am Straßenrand

29.10.17

Morgens bei Tim und Catherine. Über eine Ecke kennt Josephine die beiden. Sie leben in Cambo les Bains an der Grenze zu Spanien. Direkt am Gebirge und Atlantik. Tagsüber ist es hier Sommer, nachts ist es kalt. Es wachsen Palmen und wir haben eine Frucht gepflückt, die ich vorher noch nie gesehen habe. Schmeckt ein bisschen wie Passionsfrucht. Unsere beiden Hosts sind sehr sympathisch. Wir können mal wieder eine warme Dusche in komfortablen Bad genießen und schlafen auf ihrem Parkplatz. Hier ist es recht wohlhabend. Heute werden wir die Gegend erkunden.

Gestern hatten wir wieder einen ganzen Tag Autofahrt. Wir haben einen Apfelbaum gefunden und mehrere Kilo Äpfel gepflückt. Oft vergesse ich Dinge, die ich hier reinschreiben will. Der ganze Tag ist immer voll. Ich freu mich auf einen Ort, an dem wir mal einige Tage bleiben können.

Kochen im Bus
Kochen im Bus
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Eine neue Reise startet

Viel ist passiert bei mir in letzter Zeit. Viel Veränderung. Nun gehe ich auf eine neue Reise Richtung Spanien. Diesmal nicht alleine, sondern mit Josephine und Momo. Hier könnt ihr Zeilen aus meinem Tagebuch lesen und an unserer Reise teilhaben, wenn ihr möchtet:

04.10.17

Ich bin nicht alleine währen ich diese Zeilen schreibe. Schön, zu lernen meine mir wichtigen Dinge zusammen mit Josephine auszuleben. Ich fühle mich akzeptiert und muss mich mit meinen Bedürfnissen nicht verstecken. Ich glaube, das Zusammenleben mit Josephine und Momo kann richtig gut funktionieren. Gestern habe ich Josephines Mama und Ihren Freund kennengelernt. Mhh, mehr fällt mir dazu gerade gar nicht ein. Ein paar Fakten zum festhalten meiner Geschichte.

Viel bewegender ist gerade noch der Abend des heutigen Tages für mich. Rebecca, Vincent und Ela sind hier. Samstag fliegen sie nach Thailand und brauchen noch eine Unterkunft für ihre letzten Tage nach Berlin. So viel zu tun dauernd. So viel zu lernen – mit den Menschen. Ich richte mich hier ein und lerne mich mit Josephine und Momo zuhause zu fühlen. Und auf einmal sind da noch drei Menschen in der Wohnung. Das triggert einiges bei mir. Ich fühle mich direkt nicht mehr so frei. Habe das Gefühl in meiner Freiheit beschnitten zu werden.

Na gut, jetzt will ich schon wieder nicht weiter schreiben und lieber Josephine nah sein.

09.10.17

Eine Woche haben Josephine und ich nun am Stück miteinander verbracht. Solange, so intensiv, mit so wenig Abstand zwischendurch habe ich noch mit keiner Frau bisher verbracht. Und dazu gibt’s auch noch ein Kind, Freunde und Familie. Viel viel. Schön und anstrengend. Wir kommen an tiefere Themen in uns, um uns. Gestern Abend und heute morgen war es hart und heilend. Wir hören uns zu, schauen uns weinend an und geben einander Raum zum sein, mit was auch immer gerade da ist. Zumindest versuchen wir es. Wir möchten miteinander lernen und nicht mehr nur alleine. Das mit sich alleine ausmachen haben wir beide schon gelernt, next step ist teilen lernen. Es klingt langsam ab, aber ich fühle mich noch etwas hart und abweisend.

Wir haben nun einen Kindersitz. Vorgestern Hat uns Andreas dabei geholfen das Bett ins Auto zu bauen. Ist richtig professionell geworden. Und auf dem Flohmarkt gab’s ne Parkscheibe für 5ß Cent.

Der Bus nach Spanien
Der Bus nach Spanien

11.10.17

Reisevorbereitungen neigen sich dem Ende entgegen. Fühle mich etwas distanziert von Josephine. Dinge passieren zwischen uns. Dinge dürfen da sein. Es geht weiter. Wir Leben und lieben. Momo öffnet sich mir gegenüber immer mehr. Das erfreut mich. Heute werden Josephine und ich einen Tag mit viel Zeit für uns haben. Es wird auf in die Stadt gehen und wir werden Kulturprogramm machen. Richtiges Erwachsenenzeug. Zwischendurch arbeite ich ein wenig. Am Wochenende geht’s dann zur Family. Bin gespannt noch mal ein paar Tage von Josephine weg zu sein. Ich möchte gerade etwas mehr Freiheit und mein eigenes machen. Das kommt etwas kurz in letzter Zeit. Und nun? Was tu ich jetzt? Ich bin alleine bei Josephine zu Hause und warte auf sie. Irgendwie hänge ich etwas in der Luft. Musik hilft mir vielleicht. Bis dann. *tanz*

16.10.17

Sitze bei Benni in Großen-Linden. 10 Minuten von meiner Familie entfernt wohnt er. Gerade habe ich zwei Tage Weidenhausen mit Cousin, Oma und Co hinter mir. Nur weniger Kilometer weiter, fühlt sich mein Leben wieder ganz anders an, fühlt sich viel freier an. Ich habe Benni erst diesen Sommer kennengelernt. Wir waren zusammen im ZEGG. Obwohl wir noch nicht viel Zeit miteinander verbracht haben, was heißt hier „obwohl“ … Wie auch immer – ich fühle mich total wohl und frei in seiner Gegenwart. Kann sehr ich sein. Er macht gerade einen Online-Selbsterfahrungskurs oder so und ich sitze an meinem Rechner, schaue mir Youtube-Videos an und schreibe diese Zeilen. „Van-Life Episode XX“ „50 € Euro-Paletten-Haus“ „Wild Living“. Spanien ich komme! Wir kommen! Ich hab Kopfschmerzen. Der Tag war schön. Wir waren in Marburg, sind kurz spazieren gegangen, haben ein Klavier abgeliefert und sind im Tegut einkaufen gegangen. Anschließend haben wir gekocht und uns mit Gemüsepfanne und Linsensuppending vollgefressen. Und dann noch mehr Süßes. In Bennis Beisein kann ich sogar meine Esssucht ausleben ohne mich groß schlecht zu fühlen. Ihm geht es mit dem Essen ähnlich wie mir. Sie mögen sich.

Autoaussicht Richtung Süden
Autoaussicht Richtung Süden

19.10.17

Morgen startet die Reise. Gerade ist das Auto noch in der Werkstatt. „Hoffentlich passt die Benzinpumpe, die ich bestellt habe.“ meinte der Werkstattmensch. Das hoffe ich auch. Ich bin wieder in Berlin bei Josephine und Momo. Es ist ein schönes Wiederankommen hier. Ich fühle mich gut entspannt, auch wenn die Federkernmatratze mir heute Nacht etwas zugesetzt hat. Momos Papa ist gerade hier, was mich mich etwas unfreier in der Wohnung fühlen lässt. (vielleicht muss hier auch nur ein „mich“ stehen) Ich warte gerade darauf, dass sie rausgehen und ich etwas Ruhe zum meditieren finden kann.

20.10.17

Wir reisen gleich ab. Ein kurzes Durchatmen zwischen Packen und Saubermachen. Die Wohnung von Josephine wird übergeben und dann holen wir Momo vom Kindergarten ab. Der Bus ist bepackt und sieht nun richtig lebendig aus. Auch der goldene Blume-des-Lebens-Aufkleber macht sich richtig gut auf dem blauen VW. Für Josephine und Momo beginnt die Reise heute. Für mich beginnt sie gefühlt erst Dienstag, da unsere ersten zwei Stationen meine Eltern sein werden. Trotzdem bin ich freudig gespannt auf unsere erste mittellange Autofahrt nach Leipzig.

Es ist Abend. Wir sind bei meiner Mama und haben große Mengen Backofengemüse gegessen. Momo ist meiner Mama gegenüber erstaunlich offen, dafür, dass sie tendenziell sehr introvertiert ist. Es fühlt sich alles sehr familiech an. „Familiär“ klingt weniger passend. Ich versuche viel darauf zu achten meinen eigenen Raum zu haben und zu wahren. Für die lange Reise wird das essenziell sein. Josephine sieht das auch so. Das ist super.

21.10.17

Momo und Josephine spielen gerade Friseur … ach nee, jetzt ist es Prinzessinenball. Mama, Frau und Kind auf engem Raum. Der Tag war sonnig und beinhaltete Spielplatz. Zum Glück habe ich nun fast keine To Dos mehr und kann mich auf das Jetzt mehr oder weniger einlassen. Mit Kind ist es auf jeden Fall alles anders. Ich werde mit mir konfrontiert. Darf loslassen lernen. Darf Grenzen setzen lernen. Darf lernen in dieser Dreierkonbination mich frei zu fühlen. Ein immer wiederkehrendes Thema.

Amuse-toi! Bon joué. Französisch Crashkurs vorm Schlafengehen. Naben dem Spanischlernen ein wenig mein verborgenes Französisch hervor zu locken, schadet auch nicht für die Durchreise nach Spanien. Vier Jahre hatte ich die Sprache mal in der Schule gelernt. Wenn ich mir jetzt wieder etwas anschaue, kommt mir vieles bekannt vor und ich kann auf Wissen aufbauen. Noch kurz meditieren und dann kuschel ich mich zu den bereits schlafenden Josephine und Momo ins Bett. Buenas Noches. Bonne nuit.

Spaziergang in Widdern
Spaziergang in Widdern

22.10.17

Next Stop Widdern. Es ist Abends. Habe kurz meditiert und nun ein paar wenige Minuten für mich alleine, bevor ich ins Bett gehe. Heute Nachmittag sind wir Reisegruppe bei meinem Papa angekommen. Es gab einige schöne Momente. Wir saßen im Wohnzimmer, Mit Edelgard, der Frau von meinem Papa, mein Opa kam auch noch dazu und mein Papa kochte in der Küche nebenan, die räumlich nicht wirklich vom Wohnzimmer getrennt ist. Die drei Frauen häkelten und schauten sich Youtube Tutorials an. Alle Generationen waren versammelt und machten ihr Ding an einem gemütlichen regnerischen Sonntag Nachmittag. Das fühlte sich heimelich an. Aber schnell werden auch wieder alte Muster getriggert. Es ist schön hier zu sein. Dass es nur zwei Nächte sein werden, ist aber auch gut. Die Wärme ruft – und jetzt das vorgewärmte Bett.

Gardinen bunt machen
Gardinen bunt machen

23.10.17

Frühstückstisch ohne Frühstück. Momo hat schon was gegessen. Ich möchte mein erstes (Obst-)Essen noch etwas herauszögern. Mein Papa schmiert sich gerade Brote. Edelgard ist schon aus dem Haus und auf Arbeit. Jetzt beginnt der Tag. Ich fühle mich etwas in der Luft hängend und genervt von Gerede, das mich nicht interessiert.

Bei einem kurzen Spaziergang durch das schöne alte Dörfchen, das offiziell die zweitkleinste Stadt Baden-Württembergs ist, sind wir Robin und Silke begegnet.

Wir haben gerade zu viert Gardinen für unser Auto bemalt. Ich darf wieder loslassen lernen und Momo drei von sechs Gardinen bemalen lassen. Es wird ein Kinderauto. Dazu darf ich lernen meinem Papa im Vortragsmodus zu beobachten. Ich nehme mich mal wieder zurück. So mach ich das ja gerne, wenn ich nicht weiß meine Wünsche klar auszuddrücken.

Gestern ist das Auto einmal wieder nicht ohne Gas angesprungen. Waren die 300 € für die Benzinpumpe unnötig? Die kommenden Tage werden es zeigen. Morgen fahren wir nach Hom burg zu Jakob. Einem langjärigen Freund von mir.

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