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Maxim für alle Posts

Das Kung Fu Training geht weiter.

29.05.16
Nach dem Frühstück, was sich heute nur auf Gurke und Möhre beschränkt hat, hatte ich ein ausführliches Gespräch mit Chris über Fasten. Er selbst hat schon ein mal 40 Tage gefastet. Unsere Unterhaltung war sehr inspirierend, informativ und motivierend. Ich merke, dass ein Fasten meinen Geist wieder gut fokussieren würde.

30.05.16
Heute hab ich mich richtig gefreut wieder den Berg zu laufen
Statt Training heute morgen war nun Grading. Das ist Ende jeden Monats. Jeder führt so viele Formen wie er möchte auf, die er kann. Neue Schüler meist eine. Und z. B. Sachos, der nun seit fast zwei Jahren hier ist, hat ca. 10 Formen vorgeführt. Ich habe zwei Formen demonstriert. Wu Bu Chuan, das ist die erste Shaloin Form und Siu Nim Tao, die erste Wing Chun Form, die ich noch in Leipzig bei Daniel gelernt habe. Falls ihr in Leipzig seid und eine Wing Tsun Schule mit tollem Lehrer sucht, könnt ihr euch hier umschauen: EWTO Schule Leipzig
Die Wu Bu Chuan Vorführung war so mittelmäßig, ich war nicht ganz zufrieden mit mir. Yong Chun / Wing Chun / Wing Tsun dafür besser. Einige haben mir danach gesagt, dass es sehr gut aussah. Ich versuche mich vom Lob nicht zu sehr schmeicheln zu lassen und es mein Training nicht negativ beeinflussen zu lassen. Als Belohnung habe ich mir dennoch ein Eis geholt.
Nachmittags Sanda und Sparring. War ganz gut anstrengend. Nichts spektakuläres passiert. Ach ja, ich hab mir bei einem Tritt ganz gut am Schienbein weh getan.

Ein chinesisches Bild im Speisesaal
Ein chinesisches Bild im Speisesaal

31.05.16
Heute ist mein Qi wieder schwächer. Alls fällt mir etwas schwerer. Der Berg ist langsamer. Des Training anstrengender. Mein Schienbein ist leicht angeschwollen. Auch beim Schlafen hab ich es hin und wieder gemerkt. Jetzt gibt es erst mal wieder Mittagsessen und -pause. Danach sieht die Welt vielleicht schon wieder anders aus.
Ja tatsächlich. Nach knapp zwei Stunden Schlaf fühl mich mich viel besser. Sanda Training mit Monkey Alex zusammen. Es war ein sehr intensives Training. Alex hat viel Energie und einen starken Willen. Das ist motivierend und inspirierend. So viel wie bei dem Training habe ich vielleicht bisher noch nicht geschwitzt. Danach durfte ich endlich die ersten Schritte Tai Chi lernen.

01.06.16
Ich werde etwas nachlässig mit dem Tagebuchschreiben. Jetzt ist schon Abend und erst meine ersten Zeilen. Zwei neue Schüler sind heute gekommen. Ein Engländer und ein Amerikaner. Beide scheinen sehr sympathisch zu sein. Ich habe weiter die Stabform gelernt. Sam hat mir einen „Durian Pie“ gegeben. Durian ist eine Frucht die wohl extrem stinkt aber sehr lecker schmecken soll. Ich kenne sie nicht. Der „Durian Pie“ war ein abgepacktes Produkt und von der Frucht waren bestimmt nur Spurenelemente enthalten. Also kein Gestank.

Aussicht Kung Fu Schule Dorf
Aussicht Kung Fu Schule Dorf

02.06.16
Gerade ist glaube ich wieder ein kleines Down. Aber so schwach, dass es nicht mal groß auffällt. Heute morgen gab’s nur wenig Training, dafür mehr als eine Stunde Meeting. Vermutlich auch weil es regnet. Vielleicht sollte ich das Tagebuchschreiben temporär einstellen. Mir scheint sich einiges Unwichtiges zu wiederholen.

03.06.16
Ich kann von vielen Leuten hier etwas lernen. Genau genommen kann ich von jedem etwas lernen. Und vor allem von unseren Shifus kann ich einiges lernen. Chris ist mental faszinierend, er kommt erst September wieder. Alex ist mit seiner Energie sehr beeindruckend.
Heute weiter Stab gelernt. Es fühlt sich langsam an einigen Stellen flüssiger an. Jeden Tag lernt mein Körper die Bewegungen besser. Auch im Schlaf passiert so einiges.
Ich esse immer noch gerne Eis. Nach fast jedem Mittagessen. Heute Nachmittag wieder Bergausdauertraining. Ich bin drei mal hoch und runter ohne wirkliche Pause. Das hat Spaß gemacht. Nächste Woche dann vier mal?

04.05.16
Heute passiert wieder mal nicht viel. Ich bleibe in der Schule und mache möglichst nichts.
Ich schreibe immer mehr nur das was ich auch veröffentlichen will. Verändert mich das auch als Person und in meinen Gedanken. Dass ich selektiere und die eigentlichen wichtigen Dinge unterdrücke? Oder ist es nur die Tätigkeit des Schreibens die sich verändert, von Tagebuch schreiben zu Blog schreiben? Schreibe ich bestimmte Dinge nicht, weil ich ungefähr weiß, wer alles den Blog ließt? Ist es gut zu filtern oder sollte ich möglichst auch beim Veröffentlichen nicht filtern? Zumindest sind es mal wieder ein paar spannendere Zeilen, als nur der alltägliche, verhältnismäßig belanglose Trainingskram.
Heute wieder zu viel zu Mittag gegessen. Das mit dem Essen beschäftigt mich im Moment ganz schön. Mir fällt es wirklich schwer, mich zu disziplinieren, nicht zu viel zu essen und das Eis nach der Mahlzeit auszulassen.

Zum Abschluss hier noch ein Interview unseres Meisters aus der Kung Fu Schule (auf den Titel des Artikels klicken um es ansehen zu können (warum auch immer)):

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Kung Fu Schule Rundgang

Heute ein Beitrag über die Unterbringung hier. Wie das Gebäude und mein Zimmer so aussieht. Hier der Link zu der Webseite der Schule: Songshan Shaolin Traditional Wushu Acadamy Natürlich hier auch wieder Tagebuch zum lesen:

22.05.16
Heute war ein guter Sonntag. Ein wenig meditiert. Nicht gefrühstückt. Ein gutes Maß an essen gefunden, dass ich nicht durch die Verdauung ermüdet werde. Es ist der erste Wochenendtag an dem ich trainiert habe. Ein wenig Stab geübt und Jojo hat mich motiviert gemeinsam mit ihm Fitnesstraining zu machen. Das tat gut. Ich habe das Gefühl fitter zu werden. Monkey Alex meinte, er habe erst richtig gemerkt wie fit er nach seinen ersten zehn Monaten hier geworden ist, als er wieder in seiner Heimat zurück war. Vielleicht habe ich auch noch nicht realisiert, was ich in den ersten fast drei Wochen schon alles verändert habe.

Wäsche auf der Leine China
Wäsche auf der Leine

23.05.16
Heute wieder einigermaßen motiviert aufgestanden um auf den Berg zu laufen. Es regnet. Also doch kein Berg, sondern meditieren. Auch okay.
Heute weiter Wing Chun trainiert. Ein bisschen den Wooden Dummy verprügelt. Vielleicht heute Nachmittag Stab.
Nach dem Mittag habe ich die ganze Pause geschlafen. Viel Ruhe ist gut und wichtig.
Doch wieder kein Stab. Vermutlich muss ich aktiver danach Fragen die Stabform weiter zu lernen. Sanda Training. Das heißt sowas wie chinesisches Boxen. Mag ich nur mäßig. Sanda ist auf einem Regelwerk ausgelegt und daher beschränkter. Es ist ein Kampfsport und keine Kampfkunst.

Roller in Dengfeng China
Roller in Dengfeng

24.05.16
So. heute aber wieder Berg. Meine Fußgelenke, bzw. die Sehnen daran tun sehr weh. Nach dem Berg war es eher schlechter. Ich nutze jede Gelegenheit für einen kurzen Schlaf. Jetzt Powerstretching. Freu mich drauf.
Ich dusche relativ wenig hier. Ca. alle zwei bis drei Tage. Fühl mich trotz des vielen Trainings nicht übermäßig dreckig. Ich denke das viele draußen sein mit Sonne und Wind reinigt auch sehr gut. Heute ist Jonathan gegangen, der zeitgleich mit mir hier angefangen hat. Bald ist schon ein Monat rum. Gerade vergeht die Zeit recht schnell, da ich auch seit ungefähr einer Woche keine Zweifel mehr gehabt habe. Dennoch freue ich mich etwas aufs Wochenende um meinem Körper etwas mehr Ruhe geben zu können. Dieses Wochenende will ich nicht nach Dengfeng.

25.05.16
Heute wieder kein Berg. Ich möchte meine Füße etwas schonen. Diese Woche scheint die Woche des besonderen Essens zu sein. Gestern gab es Dumplings, gefüllte Teigtaschen. Die scheinen hier ein Highlight zu sein. Und heute zum Frühstück gab es besonderes leckeres Brot.
Heute gab’s Sparring gegen Shifu. Er hat jeden einmal gesparrt. Das hat bestimmt eine Stunde insgesamt gedauert. Nicht nur seine Ausdauer war beeindruckend, auch seine Geschwindigkeit und seine Fähigkeiten. Ich hatte ganz schön Respekt ihn zu Schlagen. Meist habe ich nicht auf seinen Kopf gezielt.

Fußbodenverzierung Shaolin Tempel China
Fußbodenverzierung Shaolin Tempel

26.05.16
Heute habe ich die Stufen vom Dharmaberg gezählt. Mit ein paar mal leicht verzählen sind es 1100 Stufen. Bald werde ich jede einzelne kennen. Ein paar Lieblings- und Unlieblingsstufen habe ich schon.
Morgen ist das erste Grading. Das heißt Formen vorführen, die wir bis jetzt gelernt haben. Dafür haben wir heute schon etwas trainiert und so etwas wie eine Generalprobe vorgeführt.
Soeben habe ich mich von Zack verabschiedet. Ich verbringe den Großteil des Tages mit den Leuten hier und ein paar wachsen mit langsam ans Herz. Zack war einer davon und verlässt uns nun. Wer weiß ob ich später jemandem aus der Schule jemals wieder über den Weg laufen werde.
Heute ist mir stark aufgefallen wie viel flexibler ich mittlerweile schon geworden bin. Mal schauen ob ich in einem Jahr Spagat schaffe. Powertraining war heute wieder intensiver als die letzten zwei Wochen. Dafür habe ich es aber sehr gut überstanden.
Ich denke nicht viel an Deutschland und auch insgesamt nicht an viele Dinge außerhalb des Trainings. Dazu habe ich gar keine Zeit.
Gerade gab es das zweite mal heute Feuerwerk. Das erste mal war am helllichten (drei L, wow, hab das Wort noch nie geschrieben) Tag. Und es war nicht bunt, sondern hat einfach nur laut geknallt. Warum weiß ich nicht.

27.05.16
Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und wach top fit. Ich beschloss zu meditieren. Es war eine sehr gute Meditation. Das erste mal seit langem, dass es total still war. Draußen regnete es. Dann legte ich mich wieder hin und schlief ein zweites mal. Meine Träume waren wieder sehr lebendig. Ich versuche immer auf dem Rücken einzuschlafen, doch es gelingt mir nicht. Der Schmerz und das Unwohlfühlen in meinen Beinen wird irgendwann so intensiv, dass ich mich auf die Seite drehe um zu schlafen.
Es regnet immer noch und wohl auch noch den ganzen Tag. Also wieder ein mal kein Berg.
Ich möchte in vielleicht einem Monat, wenn ich mich gut gestärkt fühle, fasten. Ich habe schon mit Andi, der Organisatorin, gesprochen. Hier in der Schule ist es auch möglich dies zu machen. Während der Zeit wird geschwiegen und nur Tee, oder Wasser getrunken. Hier in China nennen sie es Bi Gu. Angeblich kann ich mir aussuchen wie lange. Mindestens 10 Tage möchte ich es machen. Ich denke es wird mir und meinem Körper gut tun. Vier Tage lang hatte ich es in Deutschland schon ausprobiert.
Grading ist dank regen ausgefallen und wird auf Montag verschoben.
Gerade ist mir in den Sinn gekommen, dass ich denke es eine gar nicht so schlechte Sache ist, dass hier in der Schule nur Ausländer sind. Mein Hauptziel hier her zu kommen ist schließlich mich um mich zu kümmern. Wenn ich von Anfang an auch noch mehr mit der Kommunikation zu kämpfen hätte, könnte ich mich nicht so gut auf das Wichtige konzentrieren.
Es regnet immer noch. Heute Nachmittag haben wir die harte Aufgabe gekriegt einen Film zu schauen. Ich habe trotzdem zumindest ein bisschen trainiert. Jojo hat mir ein paar weitere Schritte der Stabform beigebracht.

Kabelverlauf in Dengfeng China
Kabelverlauf in Dengfeng

28.05.16
Nach dem gestrigen Nachtsaufwacherlebnis, habe ich heute Nacht seit langem mal wieder einen Versuch mit dem segmentierten Schlaf probiert. Es war okay, aber kein besonderes Erlebnis. Ich werde es direkt noch noch mal machen. Zu dem Thema hatte ich auch vor einiger Zeit ein Video gepostet. Wen es interessiert, kann es sich hier anschauen: Segmentierter Schlaf
Anya ist wieder da. Sie war die erste Woche die ich hier war noch da und ist dann verreist. Mehr weiblicher Input bei dem Männerüberfluss in der Schule gefällt mir.
Die fast einzige Musik die ich dauernd höre ist Glen Porter. Auch zum Meditieren ist sie mir manchmal hilfreich, wenn es um mich rum recht lärmreich ist. Sie bringt mich in einen guten Flow.
Momentan sind drei Teenager aus Vancouver und zwei Kinder aus Singapur mit ihrer Mutter und deren 5 Monate altem Bruder da. Besonders beeindruckend finde ich den sieben Jahre alten Carl. Ein total selbstloses lebendig freudiges Kind mit endloser Energie. In einer Trainingspause saßen wir auf den Treppenstufen und er teilte seine Süßigkeiten mit allen. Ihn schien es sehr wichtig zu sein, dass alle die etwas haben möchten auch etwas bekommen. Das hat mich schwer beeindruckt.
Ich hab viel zu viel zu Mittag gegessen. Ich war eigentlich schon satt und Ayi/Tante hat mir noch die Reste auf meine Platte geschaufelt, welche noch mal fast eine ganz Portion waren. Ich möchte in Zukunft mehr auf die Menge an Essen achten.

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Shaolin Tempel & weiteres chinesisches Leben

14.05.16
Zack wird wohl schon einen Monat früher abreisen. Andi meinte, dass das Leben hier nicht was für jeden sei. Ich mag Zack. Und ich habe dann schnell Zweifel gehegt ob das Leben für mich geeignet ist. Wieder ein kleiner Demotivationsschub und aufkommende Zweifel.
Mein Gehirn fühlt sich schwach an. Ich esse heute schon das zweite Stück Schokolade. Hier kann man auch neue kaufen. Ich möchte heute noch meditieren. Aber den ganzen Tag ist schon so viel lärm hier im Haus.
Jetzt nach einer Woche habe ich keinen Durchfall mehr.

15.05.16
Heute habe ich relativ viel meditiert, bzw. es viel versucht. Hier gibt es nie richtige Ruhe. Also habe ich auch mit Musik meditiert. Mein Kopf bleibt nicht still. Vielleicht hat es auch immer noch etwas mit dem Ankommen und der Veränderung zu tun, aber es ist etwas anstrengend meinen Geist nicht so zum Schweigen zu kriegen, wie ich es gewohnt bin. Jetzt bin ich vollgefressen. Mein Plan war besonders viel zu essen um dadurch meinen Kopf auszuschalten und früh schlafen zu gehen. Nun habe ich nur noch eine halbe Tafel Schokolade übrig. Ich Suchti. Ich bin hier um meinen Geist zu heilen und gerade fühlt sich das gar nicht danach an. Naja, auch das schwankt immer wieder. Morgen gibt’s wieder Sport en masse.

Ich Maxim
Ich

16.05.16
Heute war das auf den Berg Laufen viel leichter. Ohne eine Pause habe ich es ausgehalten und als ich wieder da war ging es mir noch gut. Ich habe ca. 58 Minuten gebraucht.
Nach dem Standardanfang des Morgentrainings mit Laufen, Stretching und Tritten, habe ich dann angefangen meine erste Waffenform zu lernen. Ich wählte den Stab. Stab ist auch am realsten, da es genug stabähnliche Gegenstände im Alltag gibt. Schwertern oder so läuft man eher seltener über den Weg.
Nachmittagstraining war entspannt. Wir haben Sanda trainiert. Mit Kontakt ohne Schutz. Also recht soft. Es ist eins meiner liebsten Trainings, da man schön kämpfend spielen kann ohne sich wirklich weh zu tun. Heute ist mein fittester Tag und dann machen wir nicht mal viel Anstrengendes.
Die Polizei hat wohl hier in der Schule angerufen und nach mir gefragt. Vermutlich eine Routinekontrolle um zu schauen, ob ich auch wirklich an dem Ort bin, den ich beim Visa angegeben habe.

kleines Fahrzeug in China
kleines Fahrzeug in China

17.05.16
Heute war ich wieder viel müder. Mein Qi war deutlich schwächer als noch gestern. Vielleicht esse ich gerade etwas viel. Es ist aber auch besonders lecker. Training war okay. Ich weiß nicht ob es entspannteres Training ist oder ob ich mittlerweile schon mehr dran gewöhnt bin. Wenn die Tage so weiter verlaufen, überstehe ich zumindest die Wochen. Vermutlich wird es ja auch noch besser.
Ich muss für zwei Tage das Zimmer wechseln. Mein temporärer Raum gefällt mir nicht sonderlich gut. Vor allem das Bad. Es tropft und der Boden ist immer nass. Okay, dann also immer mit Schuhen aufs Klo. Zwei Tage kein Problem.
Meine Beine tun gerade nicht mehr weh. Dafür jetzt meine Fußgelenke. Meine Hüfte spür ich auch immer mal wieder. Nachmittagstraining war erst wieder Standard Sanda mit Kicks und Punches. Anschließend gab es auf Wasser schlagen. Man könnte es auch planschen nenne. Zwischendurch unterbrochen mit Liegestützübungen.
Um 17 Uhr gab es heute eine kleine Veranstaltung. Ein Kalligraphiemeister war da um etwas vorzuführen. Mit ihm auch einige andere Chinesen. Recht schnell entpuppte sich das ganze größtenteils als Werbeveranstaltung. Es gab kostenlose Gemüsechips und Popcorn. Es hat tatsächlich ausgesprochen gut geschmeckt. Viele Fotos wurden von uns gemacht, wie wir genüsslich vor uns her knabbern und der Kalligraph etwas zeichnet. Das Abendessen hat sich dann um eine Stunde verspätet.

Shaolin Tempel Turm
Shaolin Tempel Turm

18.05.16
Heute morgen bin ich nicht gut drauf. Ich bin nicht den Berg gelaufen, weil meine Fußgelenke und mein einer Zeh weh tun. Vielleicht hätte ich es dennoch geschafft wenn ich motivierter gewesen wäre. In meinem Kopf mahle ich mir Pläne aus wie lange ich noch bleibe und wann ich Andi frage, wieviel Geld ich erstattet bekomme, wenn ich früher gehe. Ich habe Lust auf Bauernhof und mehr Freiheit.
Ich beschwere mich auch nur, weil gerade mit mir selbst nich glücklich bin. Ich bin sehr müde. Schlafen tue ich genug.
Jetzt ist Abend und die Welt sieht schon wieder ganz anders aus. Müde bin ich zwar immer noch, aber ich bin gut drauf und wieder motivierter. Nachmittagstraining war Wing Chun. Habe angefangen Chi Sao (Sticky Hands) mit Josh zu üben.
Oft ist das Internet hier wie zu Modemzeiten, nur ohne das Wählgeräusch. Gerade geht es gar nicht. Also schon kurz vor 8 ins Bett.

Shaolin Tempel Verzierung
Shaolin Tempel Verzierung

19.05.16
Heute Nacht habe ich komisch geschlafen. Ich hatte abgefahrene Träume. Mit Traum im Traum im Traum. Ich hatte Angst ich könne nicht mehr aufwachen und bin für immer in Träumen gefangen. Bin dann aufgewacht, dachte es ist wieder alles gut und dann doch wieder festgestellt, dass ich nur Träume. Ich schien sämtlichen Sinn für die Realität verloren zu haben. Es war beängstigend und dennoch sehr spannend.
Der Tag war bisher gut. Ich bin wieder nicht den Berg gelaufen, das ich das Gefühl hatte ein wenig mehr Ruhe zu brauchen. Ich glaube für meine Stimmung war das eine gute Entscheidung. Vielleicht fühle ich mich morgen früh wieder fitter. Jetzt gibt’s erst mal Powertraining.
Powertraining war diesmal wieder aushaltbar.
Ich bin wieder zurück in meinem ersten Zimmer. Das gefällt mir sehr viel besser. Es ist sauberer, ich kann mit einem guten Gefühl aufs Klo gehen.

20.05.16
Ich mache einfach weiter. Mein Kopf ist immer wieder mal nicht so sehr fokussier, wie ich mir das vorgestellt habe. Mein Körper verändert sich weiter. Manchmal frage ich mich, ob all die Veränderung gut ist oder nicht. Weiter machen. So schnell kann ich das nicht beurteilen. Richtig zum entspannen komme ich nicht. Irgendetwas schmerzt immer oder macht sich anderweitig bemerkbar.
Diese Woche ist die Eiswoche. Heute nach dem Mittagessen habe ich drei Eis gegessen. Ein Eis kostet hier immer 1 Kuai. Also 7 Eis sind ca. ein Euro.
Kurzes Abendintermezzo im neuen Cafe/Bar/Restaurant hier im Dorf. Es hat erst vor drei Tagen eröffnet. Es gibt Pizza, Bier, Kaffe und einen kleinen süßen Freisitz. Auch ein paar wenige andere Ausländer von anderen Schulen sind dort. Es ist schön noch mal ein wenig anderen Input zu kriegen.

Kung Fu Dorf
Kung Fu Dorf

21.05.16
Heute morgen das erste mal in den Shaolin Tempel. Noch vor dem Touristenansturm über den Seiteneingang hinein. Es war angenehmer als ich es dachte. Die Architektur ist beeindruckend.. Ich will irgendwann noch mal alleine und ohne Kamera hingehen. Nach dem Frühstück mit Josh nach Dengfeng. Wieder bin ich ihm dankbar, dass ich mit ihm unterwegs bin. Noch fühle ich mich deutlich wohler im Beisein mit jemandem, der Chinesisch sprechen kann. Seit heute müssen wir uns in eine Liste eintragen, wenn wir am Wochenende die Schule verlassen und wann wir ca. wieder da sein werden. Einfach in China rumreisen, scheint nicht so einfach. Vermutlich werde ich dann bei meiner Abreise direkt wieder in den Flieger steigen. Ich habe ganz schön Respekt vor der Polizei und der Kultur hier. Manch mal bin ich mir unsicher, ob ich nicht etwas falsch machen könnte.
Beim Tagebuch schreiben sollte ich auch die Dinge, die ich nicht öffentlich posten möchte, nicht vernachlässigen zu dokumentieren.

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Kung Fu & Wanderungen in China

06.05.16
Heute war 6 Stunden Bergwanderung. Das heißt 6 Stunden lang Treppen steigen. Es war sehr schön. Mehr gibt es im Video zu sehen.
Es gab das erste Abendmeeting. Shifu Shi Yan Jun hat noch einmal betont, dass wir die Regeln befolgen sollen, vor allem die mit dem Gesetz in Verbindung stehen. Denn wenn wir als seine Schüler ungutes machen es auf ihn zurück fällt.
Mein Laptop steht unter Strom wenn ich es berühre, vermutlich wegen leicht anderer Spannung aus der Dose.

Shaolin Tempel Dächer
Shaolin Tempel Dächer

07.05.16
Hier kommt das erste Wochenende.
Den Tag habe ich mit Josh verbracht. Bin ihm sehr dankbar für all seine Hilfe. Er hat mich in Dengfeng rumgeführt und beim übersetzen geholfen. Mein erster Einkauf in China. Ich bin noch sehr überfordert mit der Sprache. Die Menschen sind fast alle freundlich. Was mir heute das erste mal wirklich aufgefallen ist, ist, dass alle total entspannt sind. Deutschland ist viel hektischer und gestresster. Zumindest hier auf dem ländlicheren Gebiet.
Das Internet geht immer noch nicht. Schon finde ich es ein wenig komisch, da ich meine Mails lesen will. Ich hoffe die Menschen vor meiner Zimmertür machen das gerade.
Ich fange an meine Beine mehr zu fühlen. Zumindest habe ich ab und zu das Gefühl besser mit dem Boden verbunden sein. Noch habe ich viel Muskelkater. Morgen noch mal ein Tag frei. Ein Meditationstag?

Kung Fu Kids Dengfeng China
Kung Fu Kids

08.05.16
Kein Meditationstag. Nach dem Frühstück hab ich mit Cosmin chinesisches Schach gespielt. Er scheint wohl der beste Schachspieler unter den Schülern zu sein. Auch so ein Nerd wie ich. Nach dem Mittag dann den Videoblog gemacht. Auch wenn es etwas am Rechner ist, macht es mir Spaß.
Wenn ich in meinem Zimmer bin, was ich meist in den Pausen bin, lausche ich zwangsläufig den chinesischen Hotelbesuchern, die es hier auch gibt. Bisher finde ich es eine beruhigende Hintergrundkulisse. Vielleicht hilft es meinem Unterbewusstsein meine Sprachkenntnis zu verbessern. Der Klang der Sprache gefällt mir.

Kiosk im Dorf bei Dengfeng
Kiosk im Dorf

09.05.16
Seit dem Essen Samstag in Dengfeng habe ich Durchfall. Meine Beine tun immer noch weh. Mal schauen wie lange es noch dauert bis mein Körper sich an alles gewöhnt. Heute beim Morgentraining hatte ich kurze Aversionen gegen das Training. Mir war es etwas viel. Dann schnell wieder den Kopf umschalten.
In der Mittagspause habe ich mein drittes Spiel im chinesischen Sachen gegen Cosmin gespielt und gewonnen. Auch ein kleines Erfolgserlebnis. Immerhin ist er wohl der beste Spieler unter den Schülern.

Nachmittagstraining war super. Erst wieder viel Beintraining. Dann etwas Siu Nim Tao, die erste Form von Wing Chun. und anschließend Qi Übung mit Sandpolster. Danach habe ich mich sehr gut gefühlt. Am Ende Der Qiübung habe ich sehr viel sehr tief geatmet und es gab wieder den Gutfühleffekt mit der Leichtigkeit. Die Anstrengung wird belohnt. Nach dem Training fühlt sich mein Körper gestärkt und entspannter an.
Jetzt hör ich zum ersten mal Musik. Wohlig hört sie sich an. Morgen gibt es das erste mal Powerstretching. Das wird bestimmt schmerzhaft und gut. Ich bin gespannt.

10.05.16
Der erste morgen an dem ich auf den Berg gelaufen bin. Wieder fast nur Treppen. Mit rennen ist noch nicht viel. Es ist sehr neblig. Als ich oben ankomme werde ich mit einer Aussicht ins neblige Tal belohnt. Powerstretching war super. Das entspannendste Training bisher. Zwar auch schmerzhaft, aber nicht so auspowernd. Heute habe ich viel Hunger. Mein Körper scheint es zu brauchen. Es ist auch das erste mal seit langem, dass ich Hunger und nicht nur Appetit verspüre. Meine vegane Ernährung kann ich hier nicht aufrecht erhalten. Ich komme nicht drum rum Dinge mit Ei zu essen. Milch und Käse gibt es hier nicht.
Zwischendurch habe ich immer wieder kurze Anflüge von Unschaffbarkeit und des Aufgebenwollens, doch denen versuche ich keine Aufmerksamkeit zu schenken und schnell sind sie wieder verflogen.

Nachmittagstraining war hart. Habe ca. 2000 Fauststöße auf ein Polster gemacht. Meine Knöchel haben sich auch gefreut. Es war gleichzeitig eine gute Qi Übung. Danach dann noch die heftigsten Liegestützübungen jemals. Mein Körper konnte nicht ansatzweise mithalten. Shifu Wu bringt alle gut an ihre Grenzen. Das war der erste Tag mit mehr Arm- und Oberkörpertraining. Ich muss mehr meditieren. Das wird mir sehr beim Training helfen.

Kloster auf Berg
Kloster auf Berg

11.05.16
Zweiten morgen auf den Berg gelaufen. War vielleicht etwas anstrengender als gestern. Habe mehr als eine Stunde gebraucht. Ich denke das Ausdauertraining macht sich schnell bezahlt. Ich hab manchmal das Gefühl schnell zu lernen. Vielleicht sieht das morgen auch schon wieder anders aus. Nach dem Mittagessen werde ich wieder schlafen und meditieren.

Soviel wie zu dem Abendessen hab ich lange nicht in meinen Magen gepackt. Dennoch fühle ich mich nicht zu vollgefressen. Dafür habe ich leichte Kopfschmerzen. Heute war wieder Sparring Tag. Ich hab gegen einen anderen neuen Schüler aus Israel gekämpft. Habe mich die meiste Zeit überlegen gefühlt und ich hab alle Schläge zu meinem Kopf blocken können. Bis auf einen und der hat mich kurz Sternchen sehen lassen. Für einen Moment war ich weg und ich ging zu Boden. Danach dennoch weitergekämpft. Das gehört auch wohl auch dazu. Hoffentlich geht es meinem Kopf morgen besser. Denn dann ist wieder Power Training angesagt. Ein wenig graut es mir davor, aber auch damit muss ich lernen zurecht zu kommen. Mehr als die erste Woche ist jetzt vorbei. Bleiben noch 51 weitere zum trainieren.

Boxsack in China fällt nicht um
Boxsack in China fällt nicht um

12.05.16
Nach nun gut einer Woche bin ich am bisherigen Tiefpunkt angekommen. Sowohl mental als auch körperlich fühle ich mich sehr schwach. Ich versuche mit verbleibenden Kräften bis zum Wochenende durchzuhalten. Nach dem Tiefpunkt kommt bekanntlich ein Hoch. Ich hab immer noch Durchfall.
Das Morgentraining war zum Glück nicht anstrengend. Nur rin paar Runden laufen und dann Selbstverteidigung und Formen. Die erste Shaolin Form kann ich jetzt zumindest vom Ablauf. Gut aussehen tut es noch nicht.

Nach dem Mittagessen wie gewohnt die Ruheposition in meinem Bett einnehmen. Danach dann mit gemischten Gefühlen zum Training. Ich hatte mich schon fast darauf vorbereitet, dass ich nicht fit bin und beim Powertraining nicht mitmachen möchte. Aber plötzlich fühlte ich mich viel besser. Auch mein Kopf war wieder etwas klarer. Dennoch sagte ich Shifu Wu, dass ich lieber etwas anderes machen möchte. Ich weiß nicht ob es an mangelnder Verständigung lag oder er mein Anliegen bewusst abgewimmelt hat. Also doch Powertraining. Ich hab es sogar überlebt. Diesmal war es auch mit Shifi Shi Yan Jun und deutlich weniger anstrengend als letzte Woche. Ich merke, dass meine Ausdauer ganz okay ist, aber mein Core, mir fällt kein gutes Deutsches Wort ein, sehr Schwach ist. Also jetzt täglich Body Core Übungen machen. Das ist auch da wo mein Qi feststeckt, glaube ich.

Seit vorgestern ist eine Gruppe von 12 Leuten hier für ein 5-Tage-Training. Wir haben nicht wirklich was mit ihnen zu tun. Nur laufen wir ihnen immer mal über den Weg oder sehen sie beim Essen. Außerdem sind drei weitere Schüler hier, die nur für diese Woche bleiben. So viel wie gerade ist denke ich sonst nie in der Schule los. 25 Schüler ist normalerweise das Maximum. Was genau diese Gruppe macht und warum sie unter welchen Umständen hier sind, weiß ich nicht. Bestimmt zahlen sie auch mehr als andere.
Soeben habe ich mein zweites Stück Schokolade zelebriert. Zwei Tafeln habe ich, wenn ich ein Stück pro Woche esse, komme ich vielleicht damit über das Jahr. Bevor ich hier her kam, war es manchmal eine Tafel pro Tag.
Ich fühle mich wieder wohlgemuter. Ich versuche mir immer wieder vor Augen zu führen, dass ich für mich hier bin. Um meinen Körper zu heilen und stärken, meinen Geist zu reinigen. Außerdem ist alles immer noch so viel Veränderung für mich, dass mein Kopf nicht zur Ruhe kommt. Guter Stress für Körper und Geist. Durchhaltevermögen ist am gefragtesten von allem. Das darf ich nicht verlieren.
In meinem Geist habe ich ein Bild von mir vor Augen, wie ich mich in einem Jahr fühlen werde. Wie ich stärker und entspannter bin und mein Körper sich wohlig kräftig anfühlt. Und das motiviert mich immer wieder.
Außerdem bin ich gespannt wie sich meine Wirbelsäule entwickeln wird. Ob sie sich begradigt oder nicht.

Bhodidharma Berg Aussicht
Bhodidharma Berg Aussicht

13.05.16
Gerade fühle ich mich wohlig müde. Wenn ich mich hinsetzen will fühlen sich meine Oberschenkel an als würden sie zerbersten. Morgentraining waren viele Tritte. Nachmittags dann zwei mal den Berg hoch, den ich sonst morgens einmal laufe. Also heute war ich drei mal oben.
Wieder sehr viel zu Abend gegessen. Ich bin gut drauf. Gerade Wäsche gewaschen. Fünf neue Inder sind als Gruppe gekommen. Noch scheinen sie mir nicht so aufgeschlossen. Sie werden auch nur 10 Tage bleiben. In 1-2 Monaten werden fast alle weg sein, die gerade noch da sind. Bleiben werden noch Josh Cosmin und Jonathan. Und bestimmt auch noch die zwei Chinesen, die mit uns Trainieren. Sie sind auch schon Shifus, aber bestimmt höchstens 20 Jahre alt.
Jetzt zwei Tage frei. Das kommt mir gerade total viel vor. Was soll ich denn zwei Tage lang machen? Hah! Da findet sich so einiges.

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auf nach China

Meine Reise startet mit einem Flug und Abschied von Deutschland und der gewohnten Umgebung. Nun begebe ich mich auf eine Reise ins Unbekannte. In ein unbekanntes Land in einem unbekannten Kontinent mit unbekannten Menschen. Alles neu macht der Mai. Hach, das trifft ja sogar zu. Eine knappe Woche bin ich jetzt hier. Ein wenig habe ich mich schon eingelebt und mit diversem vertraut gemacht.

Ein paar Auszüge aus einem meiner ersten Tagebucheinträge in China:

02.05.16
Ich sitze am Flughafen Düsseldorf. Das mit dem kostenlosen Wifi hat bei mir noch nie funktioniert. Meinen ersten Flug hab ich hinter mir. Fliegende Menschen scheinen tendenziell viel Geld zu haben. Businessflüge, viele. Neben mir sitzen Asiaten, sprechen sie Chinesisch? Ich freue mich auf die Sprache. Ich bin dankbar für die mich transportierenden Flugzeuge und die Erde, die mich sie auf diese Art bereisen lässt. Ich fühle mich wohlig verabschieded von Leipzig und allen Menschen die mir wichtig sind.

03.05.16
Todmüde in Hong Kong. Ich erlebe wie es ist einen Jetlag zu haben. Fühlt sich an wie eine Nacht durchgemacht. Ich bin im Zombiemodus. Eben eine halbe Stunde auf der Wartebank geschlafen. Mit Stäbchen hab ich eben meine ersten viel zu überteuerten Nudeln gegessen. Die waren aber essbar im Gegensatz zu den Speisen im Flug. 12 Stunden am Stück im Flugzeug. Jetzt scheint es schon alles recht einfach mit dem fliegen. Ich bin mir immer noch nicht sicher ob ich schon realisiert habe fast am anderen Ende der Welt zu sein. Den Himmel sieht man gerade nicht. Ob das alltäglich so ist weiß ich nicht. Von oben sah China nur nach Wolke aus. Gleichbald nach Zhengzhou. Es ist ja mein erstes Großflughafenerlebnis. Es fühlt sich an als ob es in Deutschland sein könnte, nur mit anderer Sprache. Viel Konsum, McDonalds, Rolex und das neue Samsung Galaxy S7. Ich würde gerne mehr von der Sprache verstehen. Habe mal wieder meine Vokabelzettel rausgeholt. Ich werde nun fleißig Mandarin lernen.

04.05.16
Ich werde meinem Tagebuch nicht so gerecht wie ich mir das vorgestellt habe. Ein gutes Tagebuch zu führen erfordert anscheinend Zeit und Aufmerksamkeit.
Jetzt ist meine erste Mittagspause nach erstem Training. Gestern Abend die Ankunft war eine Mixtur aus Gefühlen. Auf dem Flug nach Zhengzhou habe ich einen Schweitzer kennengelernt der auch zum Kung Fu hier ist. Kurzen Zweifeln ob es vielleicht nicht so klug war direkt mich für ein Jahr für eine Schule zu entscheiden, lasse ich möglichst keinen Raum. Shifu scheint ein guter Meister zu sein. Klar direkt und freundlich. Kein Schnickschnack.
Die Autofahrt in die Schule war spannend. China hat besonders breite Straßen. Vermutlich brauchen sie die auch, denn jeder fährt wie er will. Wer am meisten hupt scheint Vorfahrt zu haben.
I still seem to not totally have realized that I will be here for one year. I’m already thinking in English. I like the students here. Nearly everybody seems to be really nice. Several will leave tommorow or in the upcoming week. And probably there also will be some new students. Exiting. Vielleicht ist es nicht verkehrt mein Tagebuch in Deutsch zu schreiben. So bleibe ich weiterhin fit mit der Sprache. Ich möchte mehr Chinesisch lernen. Ich mag die Sprache.
Mein Körper tut schon ganz gut weh von dem Hard Qi Gong heute. Es war spaßig mich mit Josh gegenseitig zu schlagen. Josh hat mich ein wenig an die Hand genommen und mir Dinge erklärt. Dafür bin ich ihm dankbar.
Ich denke trotz meinem kaputten Rücken werde ich nach ein wenig Zeit ganz gut mithalten können. Noch fühle ich mich definitiv schlechter als die meisten anderen. Es ist ja gerade mal Tag eins. Die erste Qi Gong Übung die mir Shifu gezeigt hat war einfach und toll. Hat sich sehr gut angefühlt.
Mein Plan war nur am Wochenende meinen Rechner anzuschalten. Ich schreibe jetzt schon Tagebuch und auch Chinesich will ich lernen, mit meinem Rechner. Vielleicht gebe ich doch noch das WLAN Passwort ein.
Der erste Tag ist vorbei. Habe ich das Essen schon erwähnt? Es ist etwas anders, aber sehr gut.

05.05.16
Qi Gong ist super. Oder ist das auch Tai Chi? Mein Kopf programmiert sich um. Ich werde einen Schluck ungekochtes Leitungswasser probieren. Hier ist es angeblich Bergwasser das aus der Leitung kommt. Der Strom ist nämlich ausgefallen und ich kann es nicht abkochen. Das passiert wohl manchmal.
Schmerzen in den Beinen fühlen sich lebendig an. Kung Fu heißt harte Arbeit. Die wird es werden. Die Tage fühlen sich bisher sehr lang an.
Ich meditiere wenig, da ich das Gefühl habe während meiner Pausen liegende Ruhe für meinen Körper zu brauchen.

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vegan vegan

Auch ich probiere es aus wie es ist sich gänzlich ohne tierische Produkte zu ernähren. Man könnte es auch als vegane Ernährung bezeichnen. Auch wenn ich mich mit dem Wort „vegan“ ein wenig schwer tue. Kein Käse und keine Sahne, ich dachte mir würde es schwerer fallen. Nun esse ich es einfach nicht mehr. Vermissen tue ich nichts. Vielleicht ist es nicht für jeden etwas und eventuell ist es garnicht verkehrt ein wenig Tier zu essen. Doch der gemeine Massenkonsum an Fleisch- und Milchprodukten, kann laut meinem Kopf nicht gut sein, vor allem nicht gut für unsere Umwelt, die darunter leidet. Und deswegen kann es bestimmt nicht schaden einen Ausgleich dazu zu schaffen.
Macht euch eure eigene Meinung. Probiert es vielleicht mal aus.

Die Doku mag ich: cowspiracy
Auch in voller länge und auf Deutsch auf Vimeo  zu finden.

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Haare waschen ohne Shampoo

Ein weiteres Experiment an mir selber. Diesmal etwas weniger relevant, vielleicht dennoch interessant für den ein oder anderen. Belesen habe ich mich kaum zu dem Thema, lediglich hier und da von Leuten gehört, dass sie sich ihre Haare nur noch mit Wasser oder mit Kernseife waschen. Dass in herkömmlichem Shampoo Chemie drin ist, die nicht so gut für unsere Haare ist, schien mir plausibel. Dann probier ich es mal aus was es mit mir macht.

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4 Tage Fasten

Das Thema Fasten begeistert mich gerade. Ich möchte mehr übers Fasten lernen und dass kann ich am besten, indem ich selbst die Erfahrung mache wie es sich anfühlt zu fasten.

Nach meinen nun mehreren eintägigen Versuchen hatte ich beschlossen 10 Tage lang zu fasten. Wie das ganze grob ausgegangen ist, könnt ihr schon der Überschrift entnehmen.
Nur Wasser trinken, sonst nichts zu mir nehmen. 10 Tage lang sollte das doch machbar sein. Ich habe mich ein bisschen vorbereitet und schon zwei Tage vorher etwas weniger gegessen, möglichst Rohkost, möglichst gut kauen. Dazu waren es auch noch zwei sehr sportreiche Tage. Dann kam der erste Fastentag. Er war etwas schwieriger als sonst. Zumindest mental war er anders. Der Gedanke daran, dass ich nicht einfach mal einen Tag nichts essen werde, sondern nun wirklich zehn Tage nur von Wasser Luft und Liebe leben sollte, machte mir zu schaffen.
Am zweiten Tag fühlte ich mich etwas schwächlich, mental ging es mir etwas besser. Lust zu essen hatte ich dennoch.
Am dritten Tag war ich wieder recht fit. Ich hatte das Gefühl, dass ich gar keine Nahrung brauche um zu überleben. Ich hatte weiterhin riesige Lust leckere Dinge zu verspeisen, aber es war nur ein starkes Verlangen. Ein Verlangen, das immer stärker wurde und ich schon fast entschieden hatte, ich möchte die 10 Tage nicht durchziehen, eine Woche sollte reichen. Ich war die meiste Zeit zu hause in meinem Zimmer und hatte die Meinung ich könne nichts sinnvolles Produktives machen, solange ich alle paar Minuten oder gar alle paar Sekunden, diese Gier nach Essen verspüre. Deshalb konnte ich nicht anders als einem anderen Verlangen nachzugeben. Ich installierte mir wieder ein Computerspiel und lenkte mich damit ab. Oder vielleicht besser gesagt, befriedigte meine Fressgier mittels Computerspielen. Das hat erstaunlich gut funktioniert, gut ging es mir damit aber nicht. Worin besteht der Sinn vom Fasten, wenn das das Ergebnis sein sollte?
Nachdem auch Tag vier keine Änderung in mein Spielverhalten brachte, beschloss ich an Tag fünf wieder mit der Nahrungsaufnahme anzufangen.
Und so sollte meine erstes Fastenerlebnis, das mehr als 36 Stunden dauerte, enden.

In dem oben stehenden Video beschreibe ich weniger den Ablauf meines Experiments und mehr meine Beweggründe und was es mit mir gemacht hat.

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eintägiges Wasserfasten

Am Tag zuvor achte ich darauf möglichst früh mein Abendessen zu mir zu nehmen. Am besten spätestens 18 Uhr.Den Fastentag starte ich wie jeden Tag mit einem großen Glas Wasser. Anschließend mache ich ein wenig Aufwärmsport und meditiere dann eine Stunde lang.

Den Tag über werde ich immer mit Essen konfrontiert. Da ich in einer WG lebe und auch nicht meinen sozialen Kontakt des Fastens wegen entsagen möchte, habe ich stetig die Versuchung vor Augen und vor Nase. Doch auf eine gewisse Weise finde ich das gut. Denn mein Hauptgrund warum ich diesen einen Fastentag in der Woche eingeführt habe, ist meine Gier nach Essen. Ich esse oft über meinen Hunger hinaus. Ich esse sehr gerne und schmecke gerne leckeres Essen. Das hat dann oftmals zur Folge, dass ich so viel zu mir genommen habe, dass ich danach schlapp, müde und vollgefressen vor mich hin vegetiere. Mein Körper braucht Energie um zu verdauen und mein Kopf fühlt sich dementsprechend auch sehr benebelt und unmotiviert.

Das ist doch sinnlose, unnötig und Verschwendung denke ich mir. Nun möchte ich lernen diese Gier zu bändigen und einen gesünderen Umgang mit meiner Nahrung zu handhaben. Dafür finde ich es hilfreich, wenn ich während des Fastens mit Leckereien umgeben bin. Das zwingt mich dazu, mich mit meiner Gier, meinem Verlangen nach all dem, auseinander zu setzen.

Neben dem weniger Gierigsein, hat dieses eintätige Fasten auch noch andere Auswirkungen:
Das Meditieren fällt mir deutlich leichter und es ist meist intensiver als an anderen Tagen. Mein Körper braucht weniger Energie zum Verdauen und kann somit mehr Fokus auf das Gehirn legen.
Mein Körper hat an diesem Tag auch die Chance einige Regenerations- und Heilungsprozesse anzuwerfen, zu denen er sonst vor lauter Verdauen gar nicht erst zu kommt.
Die Nacht nach dem Wassertrinktag Ist meist für mich besonders erholsam. Ich schlafe ein paar Stunden weniger als gewöhnlich, wache vor dem Weckerklingeln auf und fühle mich fit, munter und ausgeschlafen. Hunger habe ich auch keinen, trotzdem fange ich wieder an mit Frühstücken …

 

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10 Tage Meditation Vipassana 2.0

Ich bin wieder frisch zurück von einem Vipassana Kurs. Noch fühle ich mich klar, entspannt und meine Gehirnaktivität ist sehr weit runtergefahren. Mein Kopf ist relativ frei von überflüssigen Gedanken und wenn einer entsteht, so vergeht er sehr schnell wieder.

9 Tage lang habe ich geschwiegen und am 10. Tag durfte wieder gesprochen werden. Mein Bedürfnis nach reden war aber kaum vorhanden. Das Schweigen war schön und gut. Keine sozialen vermeintlichen Verpflichtungen, kein Augenkontakt, kein Smalltalk. Nur ich selbst mit mir, meinen Gedanken, meiner Atmung, meinen Empfindungen in meinem Körper und meinen anderen Sinnen. Reduzierung auf das Wesentliche. Sorgen musste ich mich um nichts, Essen wurde mir serviert, Dusche, Toilette und Bett war auch vorhanden. Wenn ich nicht in der Meditationshalle saß, konnte ich im Grünen spazieren.

Wir leben in einer Welt der Informationsflut, Geschwindigkeit und das geht oft einher mit viel Stress. Von Geburt an suchen wir unser Glück im Außen. Zeit für uns selber scheinen wir selten zu finden oder sind nicht bereit sie uns zu nehmen. Vielleicht befriedigt ja der nächste Einkauf all unsere Bedürfnisse, das nächste mal Film schauen oder die nächste Beziehung, Doch unser Verlangen nach etwas ist immer nur temporär gestillt. Schnell ist der nächste Wunsch, die nächste Gier da. Kaufen, Essen, Input, Spaß. Sex.

Ich möchte nicht sagen, dass all die Dinge schlecht sind, doch die Art und Weise wie die meisten damit umgehen ist nicht der Weg aus ihrer Misere. Das wirkliche Glück, den wirklichen Frieden und die wirkliche Liebe können wir nur in uns selbst finden. Unabhängig von allen uns umgebenen Einflüssen.

Um das zu erreichen oder zumindest in die Richtung zu gehen das Eigene Leid zu reduzieren und ein glücklicheres Leben zu führen, sollten wir uns selbst kennenlernen und erforschen. Dafür ist ein Vipassana Kurs sehr hilfreich.

Wer interessiert ist, kann hier Weiteres erfahren: Dhamma Dvara Vipassana Zentrum

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