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Schlagwort: Familie

Orgiva, die erste

02.11.17.

Ich muss grad recht dringend aufs Klo. Muss aber auch noch kurz warten, dass Momo und Josephine vorbei kommen und auf unser Hab und Gut aufpassen. Wir haben uns für eine weitere Nacht auf dem Campingplatz entschieden und ich liege das Laptop aufladend auf dem Kieselsteinboden. Das Kabel ist nicht lang genug für bis ins Auto.

Bis auf zum Supermarkt zu fahren, hatten wir heute einen fahrfreien Tag. Dafür hatten wir besonders viel Meer und Strand. Anscheinend ist es den Einheimischen schon zu kalt und die Touriesaison ist vorbei, jedenfalls hatten wir den Strand ganz für uns alleine. Meerwasserdusche finde ich viel angenehmer als in so ein Campingplatzbad zu gehen.

Als wir im Supermarkt einkaufen waren, wurde ich kurz sehr traurig, als all unser Gemüse in Plastik eingepackt wurde. Es war viel Gemüse und viel Plastik. Ging leider irgendwie nicht anders. Spanier gehen nicht so gut mit ihrer Umwelt um. Schon nachdem wir von Frankreich aus über die Grenze gefahren sind, haben wir schnell viel mehr Müll am Straßenrand gesehen. Auch Graffitis sind mir aufgefallen, die in Frankreich scheinbar nicht vorhanden waren.

Es ist Sommer.

Sommer am Mittelmeer
Sommer am Mittelmeer

04.11.17

Gestern Abend sind wir nach noch mal langer Autofahrt durch die Hitze in Orgiva angekommen. Wir sind an der Ostküste und anschließend ins Landesinnere Richtung Granada gefahren. Auf dem Weg durften wir eigenartige Entdeckungen machen. Mit Müll gesäumte Straßen durch Plantagenanlagen mit vielen Mandarinen und Orangen. Geld verdienen um zu überleben ohne Achtsamkeit auf die Umgebung. Lebensfeindlich wirkt das. Geisterstädte am Meer. Riesige Hotelanlagen, die menschenleer waren. Überall hängen Schilder mit „zu verkaufen“ dran. Eigenartige Welten. Bisher überzeugt mich Spanien noch nicht so. Bis auf das tolle Wetter.

Geisterstadt
Geisterstadt

Wir sind wieder auf einem Campingplatz. Dieser ist aber viel angenehmer und weniger touristisch. Nach dem rückwärts gegen den Baum fahren, es war dunkel, hat unser treues Gefährt einen schönen Stellplatz unter einem großen Olivenbaum gefunden.

Gerade sind wir auf dem Sprung, haben drei Folgen Tom Jerry geguckt und werden jetzt die Stadt erkunden gehen. Außerdem gehen wir auf die Suche nach einem Eis für Momo. Es ist ein etwas regnerischer Tag, doch in diesem Moment kommt die Sonne kurz durch die Wolken.

Abend. Josephine ließt Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt während ich noch eine berufliche Mail abschicke und jetzt ein paar Zeilen schreibe. Heute hat Momo glaube ich einige gelernt, was loslassen und auf andere zugehen angeht, gelernt. Das war auch mit Leid verbunden. Raum halten.

Heute gabs Spaziergang durch Orgiva. Hier gibt’s viele Ausländer. Scheint aber ganz gut zu funktionieren die Kombination mit Einheimischen. Dann hab ich noch etwas am Rechner gearbeitet. Gar nicht so viel passiert heute. Wir bleiben noch zwei weitere ganze Tage in Orgiva. Dann fahren wir auf einen Bauernhof Nähe Malaga um dort für länger zu arbeiten.

Spaziergang durch Orgiva
Spaziergang durch Orgiva

05.11.17

Ein aufregender Tag. Wir sind wieder auf dem Campingplatz von dem wir heute Mittag losgefahren sind. Eigentlich hatten wir uns für zwei Nächte ein Airbnb Zimmer organisiert.

Der Tag hat schön angefangen. Momo hat hier einen gleichaltrigen Freund gefunden, Nils. Josephine eine Freundin, Nils Mutter, Yvonne. Ich hab Ruhe gefunden und seit langem mal wieder tagsüber kurze Momente mit Josephine alleine. Wundervoll.

Also fahren wir los, 12 Uhr ist Check-Out. Unser erster Stopp: Flohmarkt in der Kleinstadt Orgiva. Hier wimmelt es von Hippieausländern. Überall hört man Deutsch. Leider sind vieler der Menschen die Sorte alkoholtrinkender Raucher, die vielleicht ihr Glück irgendwo suchen und am liebsten anarchisch durch die Welt ziehen. Mit denen kann ich meist nicht viel anfangen. Trotzdem wars ganz schön dort und warm noch dazu. Also geht die Fahrt weiter.

Wir haben noch ein wenig Zeit bis zum Check-in in unseren Airbnb-Zimmer, also fahren wiwr auf den Berg und mache nichts. Nichts tun, ist gerade richtig super. Noch mal weiter geht’s. Wir geben die Adresse des Airbnb ein und kommen irgendwo an, wo wir nicht ankommen sollen. Nach längeren Warten finden wir hraus, dass wir ans andere Ende der Stadt müssen. Rückwärts umdrehen und wieder weiter fahren, doch BUMS! Wir landen mit der Hinterachse in einem Graben, Das Auto liegt auf. Was nun? Noch weiter Rückwärts fahren. Nach etwas Herzklopfen schaffen wir es wieder aus der Kuhle raus. Hoffentlich hat das Auto keine Schäden davon getragen. Vor lauter Schreck haben wir nicht mal ein Foto von der fast lustigen Situation gemacht.

Also nun geht’s wirklich weiter. Wir schlängeln uns durch Enge Straßen, auf denen uns zum Glück kein uto entgegen kommt. Endlich kommen wir an. Das Grundstück sieht nett aus, doch schnell wird uns sehr unwohl. Das Zimmer ist wie eine Zelle. Zwei Matratzen in einem kleinen, weißen, runtergekommenen Raum. Die Bilder im Internet haben eine ganz andere Atmosphäre vermittelt. Die Leute rauchen und machen den Eindruck etwas fertig und verdrogt zu sein. Momo will hier schlafen, warum auch immer. Josephine und ich entscheiden schnell, dass wir hier keine Nacht verbringen möchten. Ein Glück haben wir unseren Bus und können immer über all übernachten. Zurück zum Campingplatz, dort fühlen wir uns wohl. Noch einmal durch die Engen Gassen. Es war noch nicht Abenteuer genug, diesmal ist Straße gut befahren und wir müssen drei mal ein Ausweichmanöver vollziehen. Uff genug Stress für heute.

In der Abendsonne kochen, mit Josephine und Momo sein. Auf einmal fühle ich mich so besonders entspannt. Ein schöner Kontrast.

noch mal Sonnenuntergang
noch mal Sonnenuntergang
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Eine neue Reise startet

Viel ist passiert bei mir in letzter Zeit. Viel Veränderung. Nun gehe ich auf eine neue Reise Richtung Spanien. Diesmal nicht alleine, sondern mit Josephine und Momo. Hier könnt ihr Zeilen aus meinem Tagebuch lesen und an unserer Reise teilhaben, wenn ihr möchtet:

04.10.17

Ich bin nicht alleine währen ich diese Zeilen schreibe. Schön, zu lernen meine mir wichtigen Dinge zusammen mit Josephine auszuleben. Ich fühle mich akzeptiert und muss mich mit meinen Bedürfnissen nicht verstecken. Ich glaube, das Zusammenleben mit Josephine und Momo kann richtig gut funktionieren. Gestern habe ich Josephines Mama und Ihren Freund kennengelernt. Mhh, mehr fällt mir dazu gerade gar nicht ein. Ein paar Fakten zum festhalten meiner Geschichte.

Viel bewegender ist gerade noch der Abend des heutigen Tages für mich. Rebecca, Vincent und Ela sind hier. Samstag fliegen sie nach Thailand und brauchen noch eine Unterkunft für ihre letzten Tage nach Berlin. So viel zu tun dauernd. So viel zu lernen – mit den Menschen. Ich richte mich hier ein und lerne mich mit Josephine und Momo zuhause zu fühlen. Und auf einmal sind da noch drei Menschen in der Wohnung. Das triggert einiges bei mir. Ich fühle mich direkt nicht mehr so frei. Habe das Gefühl in meiner Freiheit beschnitten zu werden.

Na gut, jetzt will ich schon wieder nicht weiter schreiben und lieber Josephine nah sein.

09.10.17

Eine Woche haben Josephine und ich nun am Stück miteinander verbracht. Solange, so intensiv, mit so wenig Abstand zwischendurch habe ich noch mit keiner Frau bisher verbracht. Und dazu gibt’s auch noch ein Kind, Freunde und Familie. Viel viel. Schön und anstrengend. Wir kommen an tiefere Themen in uns, um uns. Gestern Abend und heute morgen war es hart und heilend. Wir hören uns zu, schauen uns weinend an und geben einander Raum zum sein, mit was auch immer gerade da ist. Zumindest versuchen wir es. Wir möchten miteinander lernen und nicht mehr nur alleine. Das mit sich alleine ausmachen haben wir beide schon gelernt, next step ist teilen lernen. Es klingt langsam ab, aber ich fühle mich noch etwas hart und abweisend.

Wir haben nun einen Kindersitz. Vorgestern Hat uns Andreas dabei geholfen das Bett ins Auto zu bauen. Ist richtig professionell geworden. Und auf dem Flohmarkt gab’s ne Parkscheibe für 5ß Cent.

Der Bus nach Spanien
Der Bus nach Spanien

11.10.17

Reisevorbereitungen neigen sich dem Ende entgegen. Fühle mich etwas distanziert von Josephine. Dinge passieren zwischen uns. Dinge dürfen da sein. Es geht weiter. Wir Leben und lieben. Momo öffnet sich mir gegenüber immer mehr. Das erfreut mich. Heute werden Josephine und ich einen Tag mit viel Zeit für uns haben. Es wird auf in die Stadt gehen und wir werden Kulturprogramm machen. Richtiges Erwachsenenzeug. Zwischendurch arbeite ich ein wenig. Am Wochenende geht’s dann zur Family. Bin gespannt noch mal ein paar Tage von Josephine weg zu sein. Ich möchte gerade etwas mehr Freiheit und mein eigenes machen. Das kommt etwas kurz in letzter Zeit. Und nun? Was tu ich jetzt? Ich bin alleine bei Josephine zu Hause und warte auf sie. Irgendwie hänge ich etwas in der Luft. Musik hilft mir vielleicht. Bis dann. *tanz*

16.10.17

Sitze bei Benni in Großen-Linden. 10 Minuten von meiner Familie entfernt wohnt er. Gerade habe ich zwei Tage Weidenhausen mit Cousin, Oma und Co hinter mir. Nur weniger Kilometer weiter, fühlt sich mein Leben wieder ganz anders an, fühlt sich viel freier an. Ich habe Benni erst diesen Sommer kennengelernt. Wir waren zusammen im ZEGG. Obwohl wir noch nicht viel Zeit miteinander verbracht haben, was heißt hier „obwohl“ … Wie auch immer – ich fühle mich total wohl und frei in seiner Gegenwart. Kann sehr ich sein. Er macht gerade einen Online-Selbsterfahrungskurs oder so und ich sitze an meinem Rechner, schaue mir Youtube-Videos an und schreibe diese Zeilen. „Van-Life Episode XX“ „50 € Euro-Paletten-Haus“ „Wild Living“. Spanien ich komme! Wir kommen! Ich hab Kopfschmerzen. Der Tag war schön. Wir waren in Marburg, sind kurz spazieren gegangen, haben ein Klavier abgeliefert und sind im Tegut einkaufen gegangen. Anschließend haben wir gekocht und uns mit Gemüsepfanne und Linsensuppending vollgefressen. Und dann noch mehr Süßes. In Bennis Beisein kann ich sogar meine Esssucht ausleben ohne mich groß schlecht zu fühlen. Ihm geht es mit dem Essen ähnlich wie mir. Sie mögen sich.

Autoaussicht Richtung Süden
Autoaussicht Richtung Süden

19.10.17

Morgen startet die Reise. Gerade ist das Auto noch in der Werkstatt. „Hoffentlich passt die Benzinpumpe, die ich bestellt habe.“ meinte der Werkstattmensch. Das hoffe ich auch. Ich bin wieder in Berlin bei Josephine und Momo. Es ist ein schönes Wiederankommen hier. Ich fühle mich gut entspannt, auch wenn die Federkernmatratze mir heute Nacht etwas zugesetzt hat. Momos Papa ist gerade hier, was mich mich etwas unfreier in der Wohnung fühlen lässt. (vielleicht muss hier auch nur ein „mich“ stehen) Ich warte gerade darauf, dass sie rausgehen und ich etwas Ruhe zum meditieren finden kann.

20.10.17

Wir reisen gleich ab. Ein kurzes Durchatmen zwischen Packen und Saubermachen. Die Wohnung von Josephine wird übergeben und dann holen wir Momo vom Kindergarten ab. Der Bus ist bepackt und sieht nun richtig lebendig aus. Auch der goldene Blume-des-Lebens-Aufkleber macht sich richtig gut auf dem blauen VW. Für Josephine und Momo beginnt die Reise heute. Für mich beginnt sie gefühlt erst Dienstag, da unsere ersten zwei Stationen meine Eltern sein werden. Trotzdem bin ich freudig gespannt auf unsere erste mittellange Autofahrt nach Leipzig.

Es ist Abend. Wir sind bei meiner Mama und haben große Mengen Backofengemüse gegessen. Momo ist meiner Mama gegenüber erstaunlich offen, dafür, dass sie tendenziell sehr introvertiert ist. Es fühlt sich alles sehr familiech an. „Familiär“ klingt weniger passend. Ich versuche viel darauf zu achten meinen eigenen Raum zu haben und zu wahren. Für die lange Reise wird das essenziell sein. Josephine sieht das auch so. Das ist super.

21.10.17

Momo und Josephine spielen gerade Friseur … ach nee, jetzt ist es Prinzessinenball. Mama, Frau und Kind auf engem Raum. Der Tag war sonnig und beinhaltete Spielplatz. Zum Glück habe ich nun fast keine To Dos mehr und kann mich auf das Jetzt mehr oder weniger einlassen. Mit Kind ist es auf jeden Fall alles anders. Ich werde mit mir konfrontiert. Darf loslassen lernen. Darf Grenzen setzen lernen. Darf lernen in dieser Dreierkonbination mich frei zu fühlen. Ein immer wiederkehrendes Thema.

Amuse-toi! Bon joué. Französisch Crashkurs vorm Schlafengehen. Naben dem Spanischlernen ein wenig mein verborgenes Französisch hervor zu locken, schadet auch nicht für die Durchreise nach Spanien. Vier Jahre hatte ich die Sprache mal in der Schule gelernt. Wenn ich mir jetzt wieder etwas anschaue, kommt mir vieles bekannt vor und ich kann auf Wissen aufbauen. Noch kurz meditieren und dann kuschel ich mich zu den bereits schlafenden Josephine und Momo ins Bett. Buenas Noches. Bonne nuit.

Spaziergang in Widdern
Spaziergang in Widdern

22.10.17

Next Stop Widdern. Es ist Abends. Habe kurz meditiert und nun ein paar wenige Minuten für mich alleine, bevor ich ins Bett gehe. Heute Nachmittag sind wir Reisegruppe bei meinem Papa angekommen. Es gab einige schöne Momente. Wir saßen im Wohnzimmer, Mit Edelgard, der Frau von meinem Papa, mein Opa kam auch noch dazu und mein Papa kochte in der Küche nebenan, die räumlich nicht wirklich vom Wohnzimmer getrennt ist. Die drei Frauen häkelten und schauten sich Youtube Tutorials an. Alle Generationen waren versammelt und machten ihr Ding an einem gemütlichen regnerischen Sonntag Nachmittag. Das fühlte sich heimelich an. Aber schnell werden auch wieder alte Muster getriggert. Es ist schön hier zu sein. Dass es nur zwei Nächte sein werden, ist aber auch gut. Die Wärme ruft – und jetzt das vorgewärmte Bett.

Gardinen bunt machen
Gardinen bunt machen

23.10.17

Frühstückstisch ohne Frühstück. Momo hat schon was gegessen. Ich möchte mein erstes (Obst-)Essen noch etwas herauszögern. Mein Papa schmiert sich gerade Brote. Edelgard ist schon aus dem Haus und auf Arbeit. Jetzt beginnt der Tag. Ich fühle mich etwas in der Luft hängend und genervt von Gerede, das mich nicht interessiert.

Bei einem kurzen Spaziergang durch das schöne alte Dörfchen, das offiziell die zweitkleinste Stadt Baden-Württembergs ist, sind wir Robin und Silke begegnet.

Wir haben gerade zu viert Gardinen für unser Auto bemalt. Ich darf wieder loslassen lernen und Momo drei von sechs Gardinen bemalen lassen. Es wird ein Kinderauto. Dazu darf ich lernen meinem Papa im Vortragsmodus zu beobachten. Ich nehme mich mal wieder zurück. So mach ich das ja gerne, wenn ich nicht weiß meine Wünsche klar auszuddrücken.

Gestern ist das Auto einmal wieder nicht ohne Gas angesprungen. Waren die 300 € für die Benzinpumpe unnötig? Die kommenden Tage werden es zeigen. Morgen fahren wir nach Hom burg zu Jakob. Einem langjärigen Freund von mir.

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