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Schlagwort: reisen

Es geht weiter. Wir bleiben.

06.11.17

Boden unter meinen Füßen. Erde. Ein Garten bei Orgiva. Die auf dem Campingplatz neu gewonnen Freunde haben uns Unterkunft für eine Nacht gewährt. Bzw. andere Leute, denen das Grundstück gehört. Hier haben wir Ruhe, Sicherheit, einen wundervollen Garten, eine Komposttoilette und drei kleine Hunde. Yvonne lebt mit Ihrem Sohn Nils in einem alten Bus, der mittlerweile nur noch Wohnraum ist und nicht so aussieht als ob er noch fahrtüchtig sei. Morgen fahren wir eigentlich zu unserem workaway-Platz Nähe Malaga, doch wir haben noch keine genaue Adresse geschickt bekommen. Im Moment passiert alles recht spontan. Und da wir immer eine Unterkunft haben, passt es auch alles meist perfekt. Falls wir also morgen nicht wissen wo wir hinfahren sollen, bleiben wir vielleicht noch ein bisschen hier und bauen ein Dach. Etwas Arbeit als Gegenleistung zum Stellplatz und eventuell Verpflegung. Heute war ich mal allein in der Stadt einkaufen und hab eben etwas Zeit zum meditieren finden können. Wundervoll, meditieren ist die letzten Wochen sehr zu kurz gekommen. Danke liebe Umgebung, liebe Menschen. Das Leben geht weiter.

07.11.17

Ein Nichtstutag. Sonne, Garten, rumliegen. Wir sind nicht in ie Nähe von Malaga gefahren. Die melden sich gerade nicht mehr. Komisch. Zum Glück dürfen wir hier kostenlos noch einige Tage stehen und vielleicht helfen wir unseren Gastgebern mit ein paar Garten oder Ausbauarbeiten für etwas zu Essen als Gegenleistung.

WLAN gibt’s hierauf dem Grundstück nur an wenigen Orten. Zum Glück ist die Hängematte einer davon.

Alpujarra Berge Orgiva
Alpujarra Berge Orgiva

10.11.17

Ganz schön lange habe nichts geschrieben. Der Morgen beginnt. Ich bin noch unter warmen Decke eingekuschelt. Die Nächte sind kalt. Tagsüber ist es sommerlich. Gestern hatten wir die bisher spannennste Autofahrt. Wir sind gerade immernoch bei Yvonne, Nils, Pixie und Richie und hatten uns gestern einen Ort in den Bergen, nicht weit enfernt von hier angeschaut. Dort lebt eine Aussteigerfamilie, ganz abgeschottet mit eigenem Wasser, Strom und Pflanzen. Als wir ankamen waren wir noch etwas mitgenommen von der Fahrrt nach oben. Wir mussten steile, huckelige Serpentinen hochkrakseln, auf denen die meiste Zeit nur ein Auto fahren konnte. An wenigen Stellen war der Weg etwas breiter, dass gerade so zwei Autos aneinander vorbei konnten. Zum Glück war die Strecke so gut wie nicht befahren. Der Bodenbelag war meist nur Erde mit Geröll. Für Unseren Bus zwar machbar, aber gefreut hat er sich glaube ich nicht. Naja, dann sind wir jedenfalls doch angekommen und saßen da noch etwas mitgenommen. Jasper und seine Tochzer begrüßten uns sehr herzlich und nach einer guten Weile mit ihnen, der Stille der Natur und der wundervollen Aussicht, fühlten wir uns richtig wohl. Wir fanden es so schön, dass wir gerne ein, zwei Wochen dort bleiben würden. Nachmittags waren wir aber noch verabredet und mussten auf jeden Fall noch mal diesen Weg runterfahren. Als wir dann aufbrachen und wieder die Serpteninen runter fahren vergeht uns direkt wieder die Lust dort zu bleiben …

Nun sind wir also noch in Orgiva und werden wohl knapp zwei weitere Wochen hier bleiben. Nächsten Mittwoch bringe ich Josephine und Momo zum Flughafen nach Madrid und wenn die beiden am darauffolgenden Dienstag wiederkommen, fahren wir nach Coin, Nähe Malaga. So zumindest der jetzige Plan, das kann sich ja auch noch mal ändern.

Momo und Ich im Garten
Momo und Ich im Garten

11.11.17

Der Tag beginnt, langsam wird es warm. Gleich wird mich Richie zum arbeiten abholen. Die letzen zwei Tage haben Wir Canya abgeschnitten und sortiert. Das ist so eine Mischung aus Zuckerrohr und Bambus. Eine simple Aufgabe und es gibt noch ganz schön viel Canya abzuschneiden, aber es tut gut ein wenig im Garten mit dem Körper zu arbeiten. Richie ist ein dauerbekiffter Südafrikaner, der gerne seine Haustiere beleidigt. Find ich eine gute Selbsttherapie. Die Tiere verstehen „Motherfucker“ zum Glück nicht.

13.11.17

So viel Lust auf schreiben hab ich gerade gar nicht. Trotzdem mach ich’s mal wieder. Fotos und Videos hab‘ ich die letzten Tage auch fast nicht gemacht. Immer noch sind wir bei Pixie und Richie. Heute hab‘ ich noch mal gearbeitet. Jetzt ist all das Canya abgeschnitten. Gestern haben wir mit Yvonne und Nils einen Ausflug auf die Berge gemacht. Erst waren wir bei so einem tibetischen Dingens. Schöne Aussicht, schön schön. Danach waren wir in einer Schokoladenfabrik. Man konnte ganz viele Sorten Schokolade probieren und dann haben wir uns noch mehr Schokolade gekauft. Njam, njam.

Meine Mana meinte die Tage am Telefon, ich klinge hart. Vielleicht fühle ich mich auch so. Ich weiß gerade nicht wie unsere Reise weiter gehen wird. Irgendwie antworten uns ganz viele Leute nicht und unsere Wunschziele ploppen nicht so einfach auf wie erwartet.

14.11.17

Wieder ein Tag am Meer. Wunderschönes Nichtstun, an den Felsen klettern und im Wasser abkühlen. Schwarzer Sand. Könnte von Lava abstammen.

15.11.17

Der wohl erst mal letzte Tag hier mit Yvonne, Nils, Richie und Pixie. Heute fahren wir zum Flughafen Madrid und ab morgen werde ich erst mal fünf Tage alleine sein. Darauf freue ich mich gerade.

Die Drei kleinen Hunde von Pixie und Richie hatten Flöhe. Angeblich jetzt nicht mehr. Mich jucken seit gestern die Beine. Jetzt bin ich leicht paranoid. Hoffentlich haben wir jetzt keine Flöhe im bus.

Abends in Madrid angekommen. Eine lange Fahrt. Gerade fühle ich mich leicht gestresst. Jetzt kommt eine kurze Nacht und morgen früh fahre ich alleine ohne Navi nach Orgiva. Hab g´mir gerade noch den Weg eingeprägt. Eigentlich ist es nur gerade aus. Bis gleich.

 

Ich in der Sonne
Ich in der Sonne

17.11.17

Ich bin alleine auf dem Campingplatz in Orgiva. Wieder. Gestern bin ich eine lange Strecke alleine von Madrid hierher gefahren. Ich esse gerade viel Obst, alleine. Ich sitze alleine am Rechner. Ich mache alleine nicht viel. Und ich habe heute Nacht ein ganzes Bett für mich alleine gehabt. Ich kann alleine meinen Tag bestimmen. Bestimmen wann und wie ich essen will. Ich muss mich nach niemand anderem richten. Das genieße ich.

18.11.17

Es ist kalt. Heute Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Ich strudele hin und her. Denke, dass ich rausfinden will wo ich sein möchte. Möchte einen Rückzugsort finden. Die Menschheit hat schon alles besiedelt.

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