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Schlagwort: Windcamping

Die ersten Nächte im Bus

24.10.17

Gleich 12 Uhr und Schlafenszeit in Homburg. Wir sind bei Jakob und Hanin. Dürfen ein wundervolles Zuhause mit Rundumversorgung genießen. Schon die letzten Tage bei meinen Eltern gab es Essen, Unterkunft und noch viel mehr. Hier ist es nicht anders.

Grenzen setzen ist ein großes Thema. Für mich und auf für Josephine und Momo. Morgen fahren wir über die deutsch-französische Grenze. An dieser Grenze zweifelt wohl kaum jemand. Die Zweisamkeitsstunden abends mit Josephine sind jeden Tag besonders. Jeden Tag gehe ich erwartungslos Momo ins Bett bringen und jeden Tag passieren danach unerwartete und intensive Begegnungen mit Josephine. So viel Leben, so viel Bewegung.

Marsch durch die französische Zauberwelt
Marsch durch die französische Zauberwelt

26.10.17

Wir stehen mit dem rot-goldenen Sonnenaufgang auf. Heute Nacht haben wir die erste Nacht im Bus verbracht. Die Reise hat begonnen. Gestern hatten wir einen ganzen Tag im Auto. Morgens früh um 9 sind wir in Homburg losgefahren und 18 Uhr sind wir hier in Larochemillay, mitten in der Pampa, angekommen. Es ist wundervoll grün und ruhig hier. Die Camping Saison ist schon so gut wie vorbei und wir sind anscheinend die einzigen Gäste hier. Für Momo gibt es ein riesiges Arsenal an Fahrrädern und Bobycars und Puppenwägen. Unser Auto darf unter einem Baum mit Aussicht auf Tal und Berge stehen. Der frühe morgen ist feucht frisch, doch die Sonne kündigt einen hoffentlich warmen Tag an.

Gestern hatte ich das erste mal meine Schwierigkeiten mit Momo. Es geht um Aufmerksamkeit bekommen und einnehmen und, dass Situationen in denen ich mal kurz mit Josephine sein möchte, sofort von Momo eingenommen werden. Das nächste mal, werde ich ihr meine Bedürfnisse klar formulieren.

Heute startet ein ruhigerer Tag ohne Autofahren.

Es ist bereits Nachmittag und ich sitze drinnen am Rechner. Hab‘ etwas für Youtube gemacht. Das Wetter ist wundervoll und ich genoss die Sonne recht ausgiebig. Ich brauche Zeit für mich. Ich fühle mich etwas verstoßen von Josephine. Nur so subtil. Ich bin im leichten Unsicherheitsmodus. Dennoch fühle ich mich stärker als gestern.

Nun ist es Abend. Nochmal etwas schreiben. Der Tag war immer wieder geprägt von Trauer und ähnlichen Gefühlen. Das erste mal habe ich auf einem Gaskocher gekocht und auf dem Dach des Buses gelegen. Es gab Eintopf mit von Josephine und Momo gesammelten Esskastanien. Bestimmt essen wir jetzt ganz oft Eintopf.

Mit Qi Gong und Sonne in den Tag
Mit Qi Gong und Sonne in den Tag

28.10.17

Es ist noch fast dunkel. Der Morgen beginnt an Stadtrand von irgendwo in Frankreich. Wir haben die erste Nacht wild gecampt. Scheint ganz gut zu funktionieren. Gestern haben wir eine Pause in Gannat gemacht und einen frei zur Verfügung stehenden Feigenbaum gefunden. Mhhh, lecker … Vielleicht pflücken wir gleich noch Äpfel.

Ein weiterer Loslassprozess war gestern bei mir Thema. Kontrolle loslassen. Vertrauen, dass andere alles auch gut machen werden. Bisher hatte ich immer einen eigenen Raum in dem ich schalten und walten durfte. Hatte einen Rückzugsort. Jetzt haben wir zu dritt einen Rückzugsort. Nun muss ich darauf Vertrauen, dass Josephines und meine Ordnung harmonieren und dass Momo nicht unnötig viel dreck erzeugt. In Realität funktioniert das super, nur meine Gedanken haben Angst vorm Abgeben der Dinge.

Apfelpflücken am Straßenrand
Apfelpflücken am Straßenrand

29.10.17

Morgens bei Tim und Catherine. Über eine Ecke kennt Josephine die beiden. Sie leben in Cambo les Bains an der Grenze zu Spanien. Direkt am Gebirge und Atlantik. Tagsüber ist es hier Sommer, nachts ist es kalt. Es wachsen Palmen und wir haben eine Frucht gepflückt, die ich vorher noch nie gesehen habe. Schmeckt ein bisschen wie Passionsfrucht. Unsere beiden Hosts sind sehr sympathisch. Wir können mal wieder eine warme Dusche in komfortablen Bad genießen und schlafen auf ihrem Parkplatz. Hier ist es recht wohlhabend. Heute werden wir die Gegend erkunden.

Gestern hatten wir wieder einen ganzen Tag Autofahrt. Wir haben einen Apfelbaum gefunden und mehrere Kilo Äpfel gepflückt. Oft vergesse ich Dinge, die ich hier reinschreiben will. Der ganze Tag ist immer voll. Ich freu mich auf einen Ort, an dem wir mal einige Tage bleiben können.

Kochen im Bus
Kochen im Bus
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